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Nr. 464 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA, Berger, Lassacher, Rieder, Dr. Schöppl, Stöllner und Teufl betreffend Verlängerung der Pinzgauer Lokalbahn

 

 

Die Eisenbahninfrastruktur der Pinzgauer Lokalbahn endet seit ihrer Grundsteinlegung im Bahnhof Krimml im Gemeindegebiet von Wald im Pinzgau. Für Einheimische und Touristen ist die Erreichbarkeit der Gemeinde Krimml oder auch der Krimmler Wasserfälle mit ca. 450.000 Besuchern jährlich nur mit dem Bus oder einer Umsteigeverbindung vom Zug zum Bus oder am besten mit dem PKW möglich.

 

Im Oberpinzgau werden jährlich ca. 2,4 Mio. Nächtigungen erzielt, was bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von ca. vier Tagen 600.000 Urlauber (ohne Tagesgäste) ergibt. Daraus lässt sich ableiten, dass bei einem Modal Split von ca. 16 % im Sommer ca. 50.000 Personen pro Jahr umweltfreundlich mit der Schiene zu den Wasserfällen kommen könnten, wenn diese auch mit der Bahn erreicht werden. Von gesamt ca. 450.000 Besuchern pro Jahr wären das ca.12 %, was einer enormen Verkehrsentlastung in der Nationalparkregion Hohe Tauern gleichkäme und den Parkplatz bei den Krimmler Wasserfällen im Mittel bis zu 90 PKW pro Tag entlasten würde. Gerade in Kombination mit den vorhandenen Dampfzug- und Radfahrerangeboten sollte dieser Wert zum Gesamtverkehr eher eine untere, erwartbare Grenze darstellen.

 

Für die Einheimischen wäre die Verlängerung der Pinzgauer Lokalbahn ebenfalls ein Gewinn. Die Strecke würde bereits ab der Salzachbrücke vor dem Bahnhof Krimml-Gemeinde Wald im Pinzgau kontinuierlich weiter steigen, um die 180 Höhenmeter bis Krimml Ort (Wasserfallparkplatz) mit durchschnittlich 51 ‰ über eine Länge von 3.448 m mit den weiteren Haltestellen Unterkrimml, Krimml Ort und Bahnhof Krimml-Wasserfälle zu bewältigen.

 

Die unterzeichneten Abgeordneten stellen aufgrund des Bekenntnisses der Landesregierung zur finanziellen Sicherung und dem Ausbau der Pinzgauer Lokalbahn den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Landesregierung wird aufgefordert,

 

  1. eine Eisenbahninfrastrukturplanung zur Verlängerung der Pinzgauer Lokalbahn zu den Krimmler Wasserfällen durchzuführen, mit dem Ziel, dass alle Züge, unabhängig von der Traktionsart (Dampf, Diesel, Elektro) diesen Streckenabschnitt im Adhäsionsbetrieb befahren können,

     

  2. gemäß der Siedlungsstruktur vom Bahnhof Krimml-Gemeinde Wald im Pinzgau (allenfalls in angepasster Höhenlage) bis zum Endbahnhof Krimml-Wasserfälle noch die weiteren Haltepunkte Vorderkrimml und Krimml Ort planlich vorzusehen,

     

  3. sowohl die Planung samt Kostenschätzung als auch einen Umsetzungszeitplan (Einreichplanung, Ausschreibung, Bauphasenplan) vorzulegen,

     

  4. die Bürgermeister der Gemeinden Krimml und Wald im Pinzgau zur Trassenwahl im Anschluss an die Bestandsstrecke einzubinden und

     

  5. die fertige Planung samt Kostenschätzung dem Landtag im ersten Quartal 2020 vorzulegen und nach der Beschlussfassung der Gemeinde Krimml in Zusammenhang mit dem Bahnbau umgehend an der Umsetzung des Projektes zu arbeiten und binnen Jahresfrist eine Erledigung anzustreben.

     

  6. Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Infrastruktur, Mobilität, Wohnen und Raumordnung zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 3. Juli 2019

 

Svazek BA eh.

Berger eh.

Lassacher eh.

 

Rieder eh.

Dr. Schöppl eh.

Stöllner eh.

 

 

Teufl eh.