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Nr. 271-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser an Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stöckl (Nr. 271-ANF der Beilagen) betreffend

Masernfälle in Salzburg

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser betreffend Masernfälle in Salzburg vom 5. Juni 2019 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Zu Frage 1: Wie erklären Sie sich die rückläufige Impfdisziplin in den letzten Jahren?

 

Obwohl es einfach, unkompliziert und kostenlos ist, sich gegen Masern impfen zu lassen, gibt es immer wieder Erkrankungen. In den Jahren 2009 bis 2018 gab es mit Ausnahme des Jahres 2013 (15 Masernfälle) nur vereinzelt Erkrankungen. Wenn die Fallzahlen einige Jahre lang sehr gering sind scheint es so zu sein, dass die Erkrankung wieder in Vergessenheit gerät und die Wichtigkeit der Impfung nicht mehr wahrgenommen wird. Eine Befragung von Schülerinnen und Schülern zu Verhalten, Wissen und Einstellungen zum Thema Impfen aus dem Jahr 2018 hat außerdem gezeigt, dass der Hauptgrund für Impflücken nicht intendiert, sondern Nicht-Wissen bzw. Versäumen des Impftermins ist. Eine deutliche Verbesserung der Situation erwarte ich mir deshalb durch die Implementierung der Impfdatenbank in der Landessanitätsdirektion, die derzeit läuft, sowie von der Einführung des elektronischen Impfpasses.

 

Zu Frage 2: Welche Maßnahmen haben Sie bereits gesetzt und welche werden Sie noch setzen, um die Durchimpfungsrate im Land Salzburg unter Berücksichtigung der derzeit vorherrschenden regionalen Unterschiede deutlich zu erhöhen?

 

Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten Vorsorgemaßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Nur durch hohe Durchimpfungsraten können Infektionsketten und Krankheitserreger eliminiert und im besten Fall ausgerottet werden. Daher bin ich als Gesundheitsreferent immer wieder und regelmäßig bestrebt, Impfaktionen anzubieten, auf die Notwendigkeit des Schutzes hinzuweisen und Informations- und Aufklärungsarbeit dazu zu leisten. Die Impfaktionen betreffen unter anderem Masern/Mumps/Röteln, Pneumokokken, Meningokokken B, Hepatitis A HPV, FSME oder Grippe.

 

Nach den vermehrten Masernfällen im Jahr 2013 konnte in den Folgejahren durch intensive Aufklärungsarbeit und eine große Masern-Impfaktion in den Jahren 2014 und 2015 die Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, gesteigert werden und die Zahl der Erkrankungen ist zurückgegangen. Offensichtlich war wie oben ausgeführt der Effekt jener, dass die Masernerkrankungen wieder aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden sind und die Impfmoral in der Folge gesunken ist.

 

Die vermehrten Masernfälle zu Beginn des heurigen Jahres – insgesamt waren es 17 - haben wir zum Anlass genommen, unsere Information und Aufklärung gegen die Impfmüdigkeit zu verstärken und haben in den Gesundheitsämtern der Bezirke und in der Landessanitätsdirektion zusätzliche Informations- und Impftermine angeboten. Dazu wurde in Kooperation mit dem Landesmedienzentrum ausführlich Medienarbeit geleistet und zudem wurden Inserate geschaltet, die auf diese Impfaktionen hingewiesen haben. Ende April hat es eine großangelegte Informationsveranstaltung im Salzburger Europark gegeben, die gemeinsam von der Landessanitätsdirektion, den SALK, der Ärztekammer Salzburg und des Magistrats Salzburg ausgerichtet worden war. Mit 1. Mai hat das Land Salzburg in Kooperation mit den Ärzten und Apothekern eine Aktion gegen Meningokokken B gestartet.

 

Außerdem gibt es laufend kostenlose Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln in der Landessanitätsdirektion und den Gesundheitsämtern sowie Impfpassüberprüfungen im Rahmen der reisemedizinischen Beratungen. Im Bereich des schulärztlichen Dienstes in der Stadt Salzburg für den Pflichtschulbereich gehört das Kontrollieren des Impfpasses zur Reihenuntersuchung dazu. Eltern bekommen bei Bedarf ein Informationsschreiben mit, welche Impfungen fehlen bzw. bei welchen Impfungen Auffrischungen notwendig sind. Sinn macht es sicher, auch die übrigen (Bundes-)Schulärzte neuerlich auf die Wichtigkeit hinzuweisen, mit besonderem Hauptaugenmerk auf die Regionen mit niedrigerer Durchimpfung.

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 4. Juli 2019

 

Dr. Stöckl eh.