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Nr. 116 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobfrau Mag.a Gutschi, Bartel und Mag.a Jöbstl betreffend ein

Landärztestipendium

 

 

Die zentrale Anlaufstelle im Gesundheitssystem ist der Hausarzt. Leider wird es immer schwieriger, Hausärzte vor allem für den ländlichen Raum zu finden und nachzubesetzen. Dies hat verschiedene Auswirkungen. Einerseits ist die Zahl der Ärzte, die wir ausbilden und die das Studium abschließen, begrenzt. Andererseits verlassen auch viele von ihnen Österreich. Es häufen sich Fälle, in denen Kassenstellen mehrfach ausgeschrieben werden müssen, weil sich keine einzige Bewerberin bzw. kein Bewerber findet. Heute gibt es die höchste Alterskonzentration bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten mit einem Lebensalter um die 56 bis 58 Jahre. In 10 Jahren werden die meisten aus dieser Gruppe bereits in Pension sein. Ein gutes Netz an Hausärzten trägt eindeutig zur deutlichen Senkung der Gesundheitskosten bei, da dadurch teure Spitalsambulanzen entlastet und die Vorsorge und Früherkennung deutlich verbessert werden können.

 

Salzburg nimmt bereits eine Vorreiterrolle ein, denn das Land Salzburg hat mit Partnern im Gesundheitswesen ein Konzept zur nachhaltigen Verbesserung der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin erstellt. So wird beispielsweise seit September 2017 eine Summer School Allgemeinmedizin für Medizinstudierende aus ganz Österreich angeboten. Dies gibt den Studierenden ab dem 4. Semester die Möglichkeit, in einem einwöchigen hochqualitativen Programm die hausärztliche Tätigkeit am Land kennenzulernen, sich mit Hausärzten und Hausärztinnen auszutauschen und dadurch frühzeitig Interesse an der Allgemeinmedizin zu entwickeln. Ebenso ist es 2018 durch eine Initiative des Landes Salzburg gelungen, eine österreichweit einheitliche Lösung für die Finanzierung der Lehrpraxis sicherzustellen. Der Bund beteiligt sich mit 25 % an den Kosten, das Land und die Sozialversicherung übernehmen jeweils 32,5 % und der ausbildende Hausarzt 10 %.

So soll der Hausarztberuf schon während des Studiums besser erlebbar werden.

Eine weitere Maßnahme könnte ein Stipendienprogramm sein, um die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten sicherzustellen. Ziel soll es sein, jene Studentinnen und Studenten der Humanmedizin besonders zu fördern, die bereit sind, nach erfolgter Ausbildung eine Kassenstelle im ländlichen Raum zu übernehmen.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

  1. Die Landesregierung wird aufgefordert, an die Bundesregierung mit der Forderung heranzutreten, Studentinnen und Studenten mit einem , nach Absolvierung des Studiums als Allgemeinmediziner im ländlichen Raum tätig zu werden.

 

  1. Dieser Antrag wird dem Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschuss zur weiteren Beratung, Bericht

 

 

Salzburg, am 6. November 2019

 

Mag.a Gutschi eh.

Bartel eh.

Mag.a Jöbstl eh.