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Nr. 190 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA und Dr. Schöppl betreffend Schaffung eines Salzburger

Heimwegtelefons

 

 

Nach einer Welle an Frauenmorden in den Jahren 2018 und 2019 verschärft sich die Situation der Gewalt in unserer Republik. Auch die Zahl der Körperverletzungen nimmt zu, in unserem schönen Bundesland vor allem in der Stadt Salzburg.

 

Das Land Salzburg hat seinen Bürgern Schutz und Hilfe in allen Bedrohungsszenarien zu gewährleisten. Sicherheit ist die Voraussetzung für echte Lebensqualität sowie für ein geordnetes und würdevolles Zusammenleben. Das Sicherheitsgefühl unserer Bürger ist infolge der fast schon alltäglichen Meldungen über Messerangriffe, Gewalttaten und Vergewaltigungen zu Recht im Keller. Besonders in den Abendstunden herrscht bei vielen Menschen in der Bevölkerung Unsicherheit. Davon betroffen sind besonders Frauen und ältere Menschen, die alleine in den Abend- und Nachtstunden unterwegs oder auf dem Heimweg sind.

 

Zahlen des European Social Survey (ESS) aus dem Jahr 2016 bestätigen diesen Umstand. Demnach gaben 22 % der Österreicher an, dass sie sich allein auf dem Heimweg unsicher oder sehr unsicher fühlen. Vor allem Frauen sind verängstigt, jede vierte fühlt sich beim Weg allein nach Hause unsicher oder sehr unsicher. Dazu kommt, dass sich auch ältere Menschen auf ihrem Nachhauseweg unsicherer fühlen als alle anderen Altersgruppen. Tatsächlich sinkt mit steigendem Alter das Sicherheitsempfinden.

 

Um das Sicherheitsgefühl aber auch den objektiven Schutz unserer Bevölkerung zu erhöhen, eignet sich das sogenannte Heimwegtelefon als praktikable und rasch umsetzbare Lösung. Damit wird die Möglichkeit geschaffen, vorwiegend an den Wochenenden und vor Feiertagen, etwa in der Zeit von 22 Uhr bis 3 Uhr des folgenden Tages, sich sicher nach Hause begleiten zu lassen. Das Prinzip ist so einfach wie wirkungsvoll. Am anderen Ende der Leitung sitzen geschulte Mitarbeiter, die durch das Gespräch Sicherheit vermitteln. Neben dem gestärkten Sicherheitsgefühl schreckt das Telefonat potenzielle Täter ab und im Ernstfall kann sofort die Polizei verständigt werden.

 

In Graz hat sich dieses System seit seiner Einführung im November 2016 bewährt. Im Jänner 2018 wurde Bilanz gezogen und die hohe Akzeptanz der Einrichtung wurde durch die Bürger bestätigt. Vereinzelt rufen auch Männer an, jedoch melden sich hauptsächlich Frauen und nehmen die Möglichkeit in Anspruch, während des Nachhauseweges mit jemandem zu sprechen.

 

Es ist an der Zeit, dieses System auch im Land Salzburg, vorzugsweise zu Beginn in der Stadt Salzburg, einzuführen und vor allem in den größeren Gemeinden und Städten mit einem Fördermodell des Landes Salzburg die Finanzierung sicherzustellen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung ist eine einfache. Jeder Übergriff und jede Tat, die dadurch verhindert werden kann, ist die Schaffung dieses Systems wert. Zudem bedeutet ein sicheres Nachhausekommen mehr Lebensqualität für unsere Bevölkerung.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Der Salzburger Landtag spricht sich im Sinne der Präambel für die Schaffung eines Salzburger Heimwegtelefons und eines Fördermodells für die Städte und Gemeinden Salzburgs aus.

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird aufgefordert, alle notwendigen Schritte zur Schaffung eines Salzburger Heimwegtelefons gemäß der Präambel zu veranlassen und ein Fördermodell zur Finanzierung für die Städte und Gemeinden Salzburgs zu entwickeln.

 

  1. Dieser Antrag wird dem Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschuss zur weiteren Behandlung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 11. Dezember 2019

 

Svazek BA eh.

Dr. Schöppl eh.