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Nr. 062-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Klubvorsitzenden Steidl und Thöny MBA an die Landesregierung (Nr. 62-ANF der Beilagen) – ressortzuständige Beantwortung durch Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stöckl – betreffend Stroke Unit für Schlaganfallpatientinnen und -patienten

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Klubvorsitzenden Steidl und Thöny MBA betreffend Stroke Unit für Schlaganfallpatientinnen und -patienten vom 11. November 2019 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Zu Frage 1: Wie viele Patientinnen und Patienten, aus welchen Bezirken, wurden in der Stroke Unit der CDK versorgt? (Es wird nach Auflistung der Gesamtzahl der Patientinnen und Patienten im Jahr 2016/2017/2018/2019 und der jeweiligen Anzahl aus den Bezirken in Köpfen und Prozent-Angaben ersucht.)

 

Die angefragten Angaben sind in nachfolgender Tabelle der SALK aufgeführt. Bei den Daten handelt es sich um Patientinnen und Patienten, die in den jeweiligen Jahren (beim Jahr 2019 Stichtag 30. November 2019) aus den genannten Bezirken in der Stroke Unit der CDK des Uniklinikums Salzburg versorgt wurden.

 

 

2019 (1-10)

2018

2017

2016

 

n

[%]

n

[%]

n

[%]

n

[%]

Salzburg (Stadt)

262

30,9%

312

33,7%

329

33,9%

367

36,2%

Salzburg (Umgebung)

259

30,5%

259

28,0%

289

29,8%

286

28,2%

Hallein

93

11,0%

101

10,9%

112

11,5%

95

9,4%

VR51

614

72,4%

672

72,6%

730

75,2%

748

73,8%

Zell am See

36

4,2%

25

2,7%

26

2,7%

31

3,1%

St. Johann im Pongau

9

1,1%

14

1,5%

20

2,1%

15

1,5%

Tamsweg

11

1,3%

9

1,0%

7

0,7%

14

1,4%

VR52

56

6,6%

48

5,2%

53

5,5%

60

5,9%

Salzburg Land

670

79,0%

720

77,8%

783

80,6%

808

79,7%

Braunau am Inn

53

6,3%

65

7,0%

53

5,5%

59

5,8%

Vöcklabruck

24

2,8%

35

3,8%

16

1,6%

26

2,6%

Gmunden

5

0,6%

7

0,8%

8

0,8%

3

0,3%

Ried im Innkreis

 

 

2

0,2%

1

0,1%

1

0,1%

Kirchdorf an der Krems

2

0,2%

 

 

1

0,1%

 

 

Grieskirchen

 

 

2

0,2%

1

0,1%

 

 

Wels (Stadt)

1

0,1%

 

 

 

 

 

 

Wels-Land

 

 

1

0,1%

 

 

 

 

Linz (Stadt)

 

 

3

0,3%

2

0,2%

1

0,1%

Urfahr-Umgebung

 

 

 

 

1

0,1%

 

 

Schärding

 

 

 

 

1

0,1%

 

 

Rohrbach

 

 

 

 

1

0,1%

 

 

Perg

1

0,1%

2

0,2%

 

 

 

 

Oberösterreich

86

10,1%

117

12,6%

85

8,8%

90

8,9%

Bregenz

 

 

1

0,1%

 

 

 

 

Feldkirch

 

 

 

 

1

0,1%

1

0,1%

Dornbirn

 

 

 

 

1

0,1%

 

 

Vorarlberg

0

0,0%

1

0,1%

2

0,2%

1

0,1%

Völkermarkt

 

 

 

 

 

 

1

0,1%

Spittal an der Drau

 

 

1

0,1%

1

0,1%

 

 

Feldkirchen

1

0,1%

 

 

 

 

 

 

Klagenfurt Land

1

0,1%

 

 

 

 

 

 

Klagenfurt (Stadt)

 

 

 

 

1

0,1%

 

 

Kärnten

2

0,2%

1

0,1%

2

0,2%

1

0,1%

Weiz

 

 

1

0,1%

 

 

 

 

Murau

1

0,1%

 

 

1

0,1%

1

0,1%

Murtal

 

 

 

 

1

0,1%

2

0,2%

Liezen

6

0,7%

12

1,3%

10

1,0%

15

1,5%

Graz (Stadt)

1

0,1%

 

 

1

0,1%

 

 

Steiermark

8

0,9%

13

1,4%

13

1,3%

18

1,8%

Neusiedl am See

 

 

 

 

1

0,1%

 

 

Oberwart

 

 

1

0,1%

 

 

 

 

Burgenland

0

0,0%

1

0,1%

1

0,1%

0

0,0%

Lilienfeld

 

 

 

 

 

 

1

0,1%

Melk

 

 

1

0,1%

 

 

 

 

Bruck an der Leitha

1

0,1%

 

 

 

 

 

 

Wiener Neustadt (Stadt)

1

0,1%

 

 

 

 

 

 

Krems (Land)

1

0,1%

 

 

 

 

 

 

Niederösterreich

3

0,4%

1

0,1%

0

0,0%

3

0,3%

Kitzbühel

1

0,1%

1

0,1%

3

0,3%

3

0,3%

Lienz

 

 

 

 

 

 

1

0,1%

Schwaz

 

 

 

 

1

0,1%

 

 

Tirol

1

0,1%

1

0,1%

4

0,4%

4

0,4%

Wiener Neustadt (Stadt)

4

0,5%

2

0,2%

6

0,6%

8

0,8%

Österreich

774

91,3%

857

92,5%

896

92,3%

933

92,0%

Ausland

74

8,7%

69

7,5%

75

7,7%

81

8,0%

Gesamt

848

100,0%

926

100,0%

971

100,0%

1014

100,0%

 

Zu Frage 2: Wie viele Patientinnen und Patienten aus der Versorgungsregion Süd (Pongau, Pinzgau, Lungau) werden ohne Umweg über ein anderes Krankenhaus in die Stroke Unit des Kardinal Schwarzenberg Klinikums gebracht? (Es wird um Auflistung der Patientinnen und Patienten sowie Bezirke in den Jahren 2016/2017/2018/2019 und Transportmittel (Rettungsauto, Hubschrauber bzw. Auto) ersucht.)

 

Die folgende vom Kardinal Schwarzenberg Klinikum übermittelte Tabelle listet die Anzahl der Patientinnen und Patienten auf, die aus den Bezirken der Versorgungsregion Süd ohne Umweg an die Stroke Unit des Kardinal Schwarzenberg Klinikum verbracht worden sind. Die Transportmittel werden angegeben soweit erfasst. Klinischer Erfahrung nach handelt es sich laut Kardinal-Schwarzenberg-Klinikum vorzugsweise um einen Rettungstransport ohne Notarzt.

 

 

2016

2017

2018

2019 (bis 22.11.)

Pongau

127

104

110

90

Einlieferungsart nicht erfasst

123

65

21

14

Hubschrauber

 

2

6

3

Krankentransport



 

1

Rettung mit Notarzt

1

11

14

21

Privat/Selbstanreise

1

8

14

10

Rettung ohne Notarzt

2

18

55

41

Lungau

2

3

1

2

Einlieferungsart nicht erfasst

2

1


 

Privat/Selbstanreise

 

1

1

1

Rettung ohne Notarzt

 

1

 

1

Pinzgau

34

50

36

45

Einlieferungsart nicht erfasst

34

33

7

11

Hubschrauber

 

4

9

13

Rettung mit Notarzt

 

3

7

9

Privat/Selbstanreise

 

5

4

2

Rettung ohne Notarzt

 

5

9

10

GESAMT

163

157

147

137

Zu Frage 3: Wie schnell werden die Patientinnen und Patienten in der Versorgungsregion Süd im Durchschnitt bei einem Schlaganfall in der Stroke Unit am Kardinal Schwarzenberg Klinikum bzw. in der Stroke Unit der CDK behandelt? (Es wird um Auflistung nach Bezirk ersucht.)

 

Antwort SALK:

Die Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall werden im Mittelwert von 60 Minuten (Beginn der Symptomatik bis Aufnahme in der Stroke Unit der CDK des Uniklinikums Salzburg) versorgt. Eine Subklassifizierung nach Bezirken liegt nicht vor.

 

Antwort Kardinal Schwarzenberg Klinikum:

Zu den hier gestellten Fragen sind derzeit exakte Angaben nicht möglich. Grundsätzlich muss ein Patient, sodass eine systemische Lysebehandlung vertreten werden kann, innerhalb von viereinhalb Stunden nach Symptombeginn im Spital soweit voruntersucht sein, dass die Lysebehandlung (es handelt sich dabei um eine iv. Injektion mit nachfolgender Perfusion eines bestimmten, gerinnselauflösenden Medikamentes über eine Stunde) begonnen werden kann. Je kürzer die Zeitspanne ab Symptombeginn bis zum Beginn der Lysebehandlung ist, umso günstiger ist der Behandlungserfolg bzw. umso weniger Dauerfolgen nach einem Schlaganfall sind zu befürchten.

Die Zeitspanne bis zur Erstversorgung ist, da die Abläufe in der Zentralen Notaufnahme gut eingespielt und zeitoptimiert sind, in erster Linie von der Transportzeit abhängig.

Prototypische Beispiele sind die folgenden, wobei die Fahrzeiten nach Google Maps angegeben sind und nicht den Zeitverlust für die Anfahrt sowie das Einladen und Ausladen eines Patienten beinhalten:

Ein Patient aus Bischofshofen kann im Idealfall (d. h., umgehende Verständigung der Rettung nach Symptombeginn, klare Informationen zur aktuellen Anamnese und sonstigen Vorgeschichte) innerhalb von 45 bis 90 Minuten ab Schlaganfallbeginn im Kardinal Schwarzenberg Klinikum behandelt werden. Die Dauer der reinen Fahrzeit ist hier mit lediglich (unter) 18 Minuten zu veranschlagen.

Ein Patient aus dem Raum Zell am See kann nach 30 Minuten Fahrzeit das Kardinal Schwarzenberg Klinikum erreichen. Ungefähr das Gleiche gilt für einen Patienten aus Dienten am Hochkönig (25 Minuten Fahrzeit).

Zusammenfassend kann in Abhängigkeit von der Anfahrtszeit eine effiziente Schlaganfallbehandlung für die Schlaganfallpatienten der Versorgungsregion Süd gewährleistet werden.

 

Zu Frage 4: In welcher Zeit (Dauer der Alarmierung bis zum Behandlungsbeginn) sind Schlaganfall-Patientinnen und -patienten aus den Bezirken Pongau, Pinzgau und Lungau in der Stroke Unit am Kardinal Schwarzenberg Klinikum zur Erstbehandlung? (Es wird um Auflistung nach Bezirken und Transportmittel (Hubschrauber, Rettung, Auto) ersucht.)

 

Antwort Kardinal Schwarzenberg Klinikum:

Die Beantwortung deckt sich im Wesentlichen mit der Antwort zu Frage 3.

 

Zu Frage 5: Wie viele Schlaganfallpatientinnen und -patienten aus den Bezirken Pinzgau, Pongau, Lungau werden in Krankenhäusern anderer Bundesländer versorgt bzw. gebracht? (Es wird um Auflistung nach Anzahl und Bezirken ersucht.)

 

Antwort SALK:

Diese Frage kann insofern nicht beantwortet werden, da dazu keine Angaben aufliegen. Die Herkunft jener Patientinnen und Patienten, die in der CDK versorgt werden, wurde in Frage 1 beantwortet.

 

Antwort Kardinal Schwarzenberg Klinikum:

Hierzu liegen gegenwärtig keine Daten vor. Es werden allerdings von der Stroke Unit des Kardinal Schwarzenberg Klinikums diejenigen Schlaganfallpatienten, die für eine interventionelle Behandlung in Frage kommen (Thrombektomie), von Schwarzach an die Neurologie der CDK Salzburg transferiert. Es handelt sich dabei im langjährigen Schnitt um 1,25 Patienten pro Monat.

 

Antwort Tauernklinikum:

 

1-10/2019:

 

 

2018:

 

2017:

Fanden keine Transfers von Schlaganfallpatienten in andere Bundesländer statt.

 

Zu Frage 6: Wie viel Kapazität hat das Kardinal Schwarzenberg Klinikum für die Versorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten? (Es wird um Auflistung nach Betten und Anzahl von Patientinnen und Patienten pro Jahr ersucht.)

 

Das Kardinal Schwarzenberg Klinikum hat eine Stroke Unit mit vier Betten und hat dazu folgende Tabelle übermittelt:

 

 

2016

2017

2018

2019  (bis 22.11.)

Kapazität

4 Betten

4 Betten

4 Betten

4 Betten

Fälle (unabhängig von Diagnose, Aufnahmeart und Region)

286

339

334

297

 

Zu Frage 7: Wie viele Schlaganfallpatientinnen und -patienten wurden jeweils in den Jahren 2016/2017/2018/2019 im Tauernklinikum (Standort Zell am See und Mittersill) akutversorgt, behandelt und auch wieder entlassen? (Es wird um Auflistung nach Jahr, Anzahl und Krankenhaus ersucht.)

 

Zu Frage 7.1.: Wie viele Schlaganfallpatientinnen und -patienten wurden jeweils in den Jahren 2016/2017/2018/2019 vom Tauernklinikum (Standort Zell am See bzw. Mittersill) nach Schwarzach in die Stroke Unit der SALK verlegt? (Es wird um Auflistung nach Jahr, Anzahl und Krankenhaus ersucht.)

 

Dazu hat das Tauernklinikum folgende Tabelle übermittelt:

 

 

 

 

Antwort Kardinal Schwarzenberg Krankenhaus:

Die vom Tauernklinikum bzw. vom KH Tamsweg an die Stroke Unit des Kardinal Schwarzenberg Klinikums verlegten Patienten gehen aus der folgenden Tabelle hervor:

 

 

2016

2017

2018

2019 (bis 22.11.)

Tamsweg

1



 

Zell am See

9

6

9

7

Gesamt

10

6

9

7

 

Antwort SALK:

Die SALK betreibt keine Stroke Unit in Schwarzach. Unabhängig davon erfolgten in den genannten Zeiträumen keine direkten Verlegungen vom Tauernklinikum auf die Stroke Unit der CDK des Uniklinikums Salzburg.

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 30. Dezember 2019

 

Dr. Stöckl eh.