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Nr. 083-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser an Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Schellhorn (Nr. 83-ANF der Beilagen) betreffend

Krisen-Pflegeeltern in Salzburg

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser betreffend Krisen-Pflegeeltern in Salzburg vom 11. Dezember 2019 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Zu Frage 1: Wie viele Krisen-Pflegeeltern gibt es derzeit in Salzburg?

 

Durchschnittlich stehen drei bis fünf Pflegepersonen für die vorübergehende Pflege von Kindern zur Verfügung. Eine Pflegeperson ist seit 2019 als Bereitschaftspflegeperson bei der Organisation SOS Kinderdorf Salzburg angestellt. Diese Möglichkeit steht seit Juni 2019 zur Verfügung. Weitere für die Bereitschaftspflege zur Verfügung stehende Personen haben ihr Interesse an dieser Möglichkeit der Anstellung bekundet für den Zeitpunkt, an dem sie ein Kind in Pflege nehmen werden.

 

Zu Frage 2: Wie oft kommen Krisen-Pflegeeltern seit 2015 zum Einsatz?

 

In der nachstehenden Tabelle ist die Anzahl der Kinder, welche von 2015 bis 2019 vorübergehend bei Pflegepersonen (in „Krisen-Pflege“) betreut wurden, aufgelistet.

 

2015

2016

2017

2018

2019

26

19

16

18

16

 

Zu Frage 3: Mit welchen Maßnahmen soll die Anzahl der zur Verfügung stehenden Krisenpflege-Eltern weiter erhöht werden?

 

Aktuell sind keine weiteren zusätzlichen Maßnahmen abseits der Öffentlichkeitsarbeit der Kinder- und Jugendhilfe zum Thema Pflegeeltern geplant, da mit den bestehenden Ressourcen das Auslangen gefunden wird.

 

Mehrere in den vergangenen Jahren ausgebildete Pflegepersonen, die sich bereit erklärt haben, in der Bereitschaftspflege zu arbeiten, haben derzeit kein Kind in Pflege und stünden im Bedarfsfall zur Verfügung.

Zusätzlich haben mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer des aktuell laufenden Ausbildungslehrganges für Pflegepersonen angekündigt, sich auf Bereitschaftspflege spezialisieren zu wollen, sodass sich das Angebot dadurch weiter erhöhen wird.

 

Dazu kommt, dass auch in der Krisenstelle für Kleinkinder im Sozialpädagogischen Zentrum des Landes (mit acht Plätzen) die Auslastung derzeit sehr niedrig ist.

 

Für den Fall eines künftigen Mehrbedarfes geht das Referat für Kinder- und Jugendhilfe davon aus, dass es auf Basis des mit Juli 2019 geschaffenen, attraktiven Anstellungsmodells bei SOS Kinderdorf gelingen wird, die erforderliche Zahl an Bereitschaftspflegepersonen auch kurzfristig sicherzustellen. 

 

Zu Frage 4: Was waren die Ergebnisse der Konferenz der Kinder- und JugendhilfereferentInnen der Länder, die im November stattgefunden hat und welche konkreten Arbeitsanforderungen ergaben sich hier für Salzburg?

 

In der Konferenz vom 8. November 2019 wurde – auf Antrag Salzburgs - eine Arbeitsgruppe „Harmonisierung der Krisen- bzw. Bereitschaftspflege“ unter Federführung des jeweils Vorsitz führenden Landes der Kinder- und JugendhilfereferentInnenkonferenz eingerichtet, mit dem Ziel, die „Österreichweite Harmonisierung und Weiterentwicklung der fachlichen, rechtlichen (inkl. sozialversicherungsrechtlichen) und finanziellen Rahmenbedingungen vorzubereiten.“

 

Salzburg wird an dieser Arbeitsgruppe, deren Vorsitz 2020 Oberösterreich innehat, aktiv mitarbeiten, wobei davon ausgegangen wird, dass das zu entwickelnde, gemeinsame Modell inhaltlich und finanziell nicht entscheidend vom mit Juli 2019 in Salzburg bereits eingeführten Anstellungsmodell abweicht, sodass sich in weiterer Folge daraus für Salzburg lediglich ein allenfalls geringer Anpassungsbedarf ergeben sollte.

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 22. Jänner 2020

 

Dr. Schellhorn eh.