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Nr. 088-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser an

Landesrätin Hutter (Nr. 88-ANF der Beilagen) betreffend runder Tisch zum Thema Gewalt an Schulen

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser betreffend runder Tisch zum Thema Gewalt an Schulen vom 11. Dezember 2019 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Zu Frage 1: Welche Maßnahmen hat der runde Tisch zum Thema Gewalt an Schulen herausgearbeitet?

 

Zunächst darf festgehalten werden, dass der von mir in Kooperation mit der Bildungsdirektion Salzburg eingerichtete runde Tisch zum Thema „Gewaltprävention an Schulen“ eine umfassende Personengruppe von 34 Expertinnen/Experten aus allen relevanten Schul-Bereichen umfasst. So sind alle ARGE Vertretungen der Schulleitungen von der Volksschule bis zur HTL und Berufsschule, Beratungslehrerinnen/Beratungslehrer, ebenso wie die Salzburger Schulpsychologie und der pädagogische Dienst vertreten. Weitere wichtige Teilnehmer sind die Salzburger Eltern-, Lehrer- und Schülervertretung, ebenso wie die Pädagogische Hochschule Salzburg, die Salzburger Kinder- und Jugendanwaltschaft (Kija), Vereinsvertretungen der Salzburger Schulsozialarbeit an Schulen, die Kinder und Jugendhilfe der Bezirkshauptmannschaft und Vertretung der Kriminalprävention der Landespolizeidirektion Salzburg.

 

Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei allen teilnehmenden Partnern herzlich bedanken, zumal sie das Thema sehr ernst nehmen, ein professioneller Austausch auf Augenhöhe erfolgt und sehr nahe zum Wohle des Alltagslebens der Salzburger Schülerinnen/Schüler gearbeitet wird.

 

Bisher fanden zwei runde Tische statt. Beim Auftakt am 6. Juni 2019 wurden für jeden Schultyp Expertengruppen unter der Leitung der jeweiligen ARGE-Leiter eingerichtet, die bis zum zweiten Termin am 24. Oktober 2019 eine Ist- und Sollanalyse durchgeführt haben. Diese werden nun bis zum nächsten Termin Anfang Februar seitens der Bildungsdirektion strukturiert und zusammengefasst, da sie sich zum Teil überschneiden und unterschiedliche Adressaten betreffen (Gemeinden, Land, Bund). Aus diesem Grund darf ich auch um Verständnis ersuchen, dass zum derzeitigen Zeitpunkt keine detaillierten Ergebnisse vorliegen.

Grundsätzlich wurde beispielsweise sehr evident, dass die unterschiedlichen Schultypen auch unterschiedliche Anforderungen an das Thema „Gewaltprävention“ haben und die existierenden Unterstützungsangebote, dort wo sie eigesetzt werden, gut funktionieren und zusammenarbeiten.

 

Zu Frage 2: Welche Maßnahmen können bereits im laufenden Schuljahr 2019/2020 umgesetzt werden?

 

Zu Frage 3: Welche Maßnahmen sollen im kommenden Schuljahr 2020/2021 umgesetzt werden?

 

Zur Beantwortung von Frage 2 und 3 darf zum einen auf die Ausführungen zu Frage 1. verwiesen werden, sowie zum weiteren darauf Bezug genommen werden, dass Anfang Februar 2020 ein weiterer runder Tisch stattfinden wird und hier den Ergebnissen nicht vorgegriffen werden kann.

 

Zu Frage 4: Welche Präventions- und/oder Sensibilisierungsprojekte sollen im Bereich von Cybermobbing für die Schülerinnen und Schüler in Salzburg erarbeitet werden?

 

Das Ziel muss die Schaffung einer gewaltfreien Schulkultur sein, die von Wertschätzung und Respekt im Umgang miteinander geprägt ist. Auf der Systemebene legt man den Grundstein dafür.

 

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig auf Schulebene die Direktorinnen/Direktoren und Lehrerinnen/Lehrer für das Thema zu sensibilisieren. Bereits in den letzten Jahren wurde in diesem Bereich viel unternommen. Auch im nunmehr begonnenen Jahr 2020 sind diesbezügliche Projekte auf Schiene:

 

  • KIS organisiert seit Jahren die berufsübergreifende Seminarreihe "Präventionsarbeit an der Schule", in der Pädagoginnen/Pädagogen, Schulärztinnen/Schulärzte, Kriminalpräventionsbeamtinnen/Kriminalpräventionsbeamten und Schulsozialarbeiterinnen/Schulsozialarbeiter gemeinsam hinsichtlich Gewaltprävention (inklusive Cyber-Mobbingprävention), Gesundheitsförderung und Suchtprävention geschult werden.

        Damit können Pädagoginnen/Pädagogen mit ihrem Know-How, das sie in der Fortbildung erhalten, als Multiplikatorinnen/Multiplikatoren vor Ort arbeiten (Ziel ist es möglichst viele Lehrerinnen/Lehrer dahingehend zu schulen).

     

  • Die Salzburger Schulpsychologie kooperiert mit der Pädagogischen Hochschule Salzburg u. a. auch im Bereich der Ausbildung der Schüler- und Bildungsberaterinnen/Schüler- und Bildungsberater und stellt hierzu Referentinnen/Referenten zum Thema (Cyber-)Mobbing im Ausbildungslehrgang; des Weiteren werden auch Fallbesprechungen mit Schüler- und Bildungsberaterinnen/Schüler- und Bildungsberater angeboten; damit sollen Pädagoginnen/Pädagogen auch besonders für den Schulalltag sensibilisiert und vorbereitet werden und damit den Schülerinnen/Schüler wie auch Kollegium vor Ort unmittelbar beratend zur Seite zu stehen.

     

  • In Zusammenarbeit mit der School of Education (Universität Salzburg) werden im Rahmen der Pädagogen-Ausbildung/Pädagoginnen-Ausbildung Seminarbeiträge für Lehramtsanwärter zum Thema (Cyber-)Mobbing und Gewaltprävention angeboten.

     

  • Des Weiteren werden Informationsbeiträge zum Thema (Cyber-)Mobbing und Gewaltprävention bei Direktorenkonferenzen und Pädagogischen Konferenzen behandelt, was ebenfalls die Schulgemeinschaft sensibilisieren und stärken soll.

     

  • Stellvertretend für viele standortbezogene Einzelaktionen sei noch ein regionales Treffen zum Thema Gewaltprävention der Netzwerkpartner im Rahmen der Aktion von GEMEIN-SAM.SICHER im Pinzgau - mit dem besonderen Fokus auf „Cybermobbing“ - zu erwähnen.

     

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 22. Jänner 2020

 

Hutter eh.