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Nr. 256 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA, Berger, Lassacher, Rieder, Dr. Schöppl, Stöllner und Teufl betreffend Eisenbahn auf den Hauptachsen im Bezirk St. Johann im Pongau

 

 

Der Pongau beheimatet ca. 80.500 Einwohner. Davon ca. 21.000 Auspendler (30 % bis 10 km, 60 % bis 30 km, 30 % bis 100 km, 10 % darüber) sowie etwa 17.800 Einpendler (35 % bis 10 km, 70 % bis 30 km, 95 % bis 100 km, 5 % darüber). Die voranschreitende Ausdünnung des Schienenverkehrs im Bezirk Pongau und die Aufgabe des Zugbetriebs im Nahverkehr auf der Achse Bad Gastein – St. Johann – Radstadt – (Schladming) haben maßgeblich dazu beigetragen, dass hier der Modal Split zu Gunsten des Individualverkehrs gesunken ist.

 

Im Tourismus werden jährlich 10 Mio. Nächtigungen, davon im Sommer 4 Mio. und im Winter 6 Mio., erzielt und dafür ca. 75.000 Betten angeboten. Das hat zur Folge, dass sich in den Hauptsaisonen die Bevölkerung im Bezirk nahezu verdoppelt und damit - unbestritten - die ÖPNV-Infrastruktur völlig ins Kippen gerät. Und das zu Gunsten des motorisierten Individualverkehrs. Sowohl im Bereich des Pendlerverkehrs als auch im Tourismus ist dieses Problem sozusagen hausgemacht.

 

Fehlende Haltestellenanpassungen (zB St. Johann-Schulzentrum und im Bereich
Bischofshofen) haben zu weiteren Fahrgastverlagerungen auf die Straße geführt. Das Paradebeispiel einer verfehlten Verkehrspolitik ist die Tatsache, dass die Firma Liebherr in Bischofshofen ein mehrstöckiges Parkhaus zwischen der Bundesstraße und der Eisenbahn im Nahbereich des Werkes bauen musste, um überhaupt für ihre Mitarbeiter erreichbar zu bleiben. Die Holzindustrie Kaindl in Hüttau (neben dem Bahnhof) hat überhaupt keine brauchbare Nahverkehrsanbindung auf der Schiene mehr, um dem geänderten und auf längeren Wegen ausgerichteten Pendlerverhalten zu entsprechen. Der Bus ist erfahrungsgemäß gerade bei Entfernungen über 20 km auf Grund der längeren Fahrzeit (mehr Haltestellen, Stau, Witterungsabhängigkeit) keine zufriedenstellende Lösung für die eingestellten Züge.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

 

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird aufgefordert,

     

    1. auf der Achse von Badgastein – St. Johann – Radstadt – (Schladming) auf Salzburger Gebiet einen 60-Minuten-Takt auf der Schiene einzuführen, der so gelegt sein soll, dass sich im Streckenabschnitt zwischen Bahnhof Schwarzach und Bahnhof Bischofshofen zeitversetzt ein 30-Minuten-Takt ergibt,

       

    2. die Haltestelle St. Johann-Schulzentrum (nächst der Bahnunterführung, Möbelhaus) mit einer Bahnsteiglänge von jedenfalls 150 m so zu bauen, dass von der Bahnsteiganlage an jedem Ende ein Abgang erfolgt und ins dortige Wege-/Straßennetz eingebunden wird und die dazu erforderlichen Aktivitäten durch das zuständige Regierungsmitglied zu veranlassen sind sowie

       

    3. die Bahnverbindung gemäß Punkt 1.1. mit mindestens 15 Zugpaaren über die Gesamtstrecke in jede Richtung wiedereinzuführen und spätestens zum Fahrplanwechsel 2020 im Wege über die SVG mit einem entsprechenden Verkehrsdienstvertrag in Betrieb zu nehmen.

       

  2. Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Infrastruktur, Mobilität, Wohnen und Raumordnung zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 29. Jänner 2020

 

Svazek BA eh.

Berger eh.

Lassacher eh.

 

Rieder eh.

Dr. Schöppl eh.

Stöllner eh.

 

 

Teufl eh.