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Nr. 258 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Berger und Dr. Schöppl betreffend Pflegelehre

 

 

Jedem Österreicher muss – unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialem Status, Vermögen und Wohnort – bei Bedarf eine entsprechende Pflegeversorgung zur Verfügung stehen. Aufgrund zahlreicher Fehlentwicklungen ist diese Garantie unseres Sozialstaates jedoch massiv eingeschränkt. Unorthodoxe Einsparungsmaßnahmen in Begleitung von Versäumnissen der großen Koalitionen von SPÖ und ÖVP haben auch in der Pflege ein „Zweiklassensystem“ geschaffen. Und bereits heute bestehen Engpässe in einer umfassenden Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Zudem sehen sich viele Bedürftige mit erheblich steigenden Kosten für ein Altern in Würde und Gesundheit konfrontiert. Ein Zustand, der für viele Menschen schlichtweg nicht mehr finanzierbar ist. Mit dem Blick in die Zukunft muss sich die österreichische Politik dieser Herausforderung nun entschlossen stellen, zumal infolge der demographischen Entwicklung und der steigenden Lebenserwartung in Österreich in den nächsten Jahrzehnten mit einer wesentlichen Zunahme des Pflege- und Betreuungsbedarfs zu rechnen sein wird. Auf diese sich verändernden Rahmenbedingungen muss das heimische Gesundheitssystem gut vorbereitet sein.

 

Nebst einem erweiterten Angebot für pflegende Angehörige, die ein Altwerden in den eigenen vier Wänden ermöglichen können, wird der personelle Bedarf an Fachpflegekräften deutlich zunehmen. Hierbei ist jedoch nicht nur akademisches Personal im Bereich Management und Verwaltung gefordert, sondern vor allem diejenigen, die alltäglich Handgriffe bewerkstelligen. Aktuell kann die Ausbildung für Pflege- und Betreuungsberufe erst ab dem 17. Lebensjahr begonnen werden. Es besteht somit eine veritable Lücke zwischen dem Ende der Pflichtschulzeit und dem ehestmöglichen Einstieg in einen Gesundheits- und Sanitätsberuf. Aufgrund dieser Wartefrist gehen dem Gesundheitssystem viele am Pflegeberuf interessierte sowie motivierte junge Menschen verloren, da sie sich in dieser Zeit entweder schulisch oder beruflich anderweitig orientieren. Um diese Lücke zu schließen, soll daher eine spezifische Ausbildung mit Bezug zum Pflegeberuf geschaffen werden, die letztendlich in einer Vertiefung zum Pflegehelfer münden kann. In der Schweiz existiert seit beinahe 20 Jahren eine dementsprechende Lehre. Und mit großem Erfolg verweist die Schweiz auf eines der besten Pflegesysteme weltweit. Mit begeisterten Jugendlichen und dem Ausblick auf eine professionelle Berufsausbildung.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Der Salzburger Landtag spricht sich im Sinne der Präambel für eine Verbesserung der Pflege im Bundesland Salzburg aus.

 

  1. Die Landesregierung wird aufgefordert, an die Bundesregierung heranzutreten, um im Sinne der Präambel einen Lehrberuf im Bereich „Pflege“ umzusetzen.

 

  1. Dieser Antrag wird dem Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 29. Jänner 2020

 

Berger eh.

 

Dr. Schöppl eh.