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Nr. 270 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobmann Egger MBA, Zweiter Präsident Dr. Huber und Weitgasser betreffend emissionsfrei betriebene Fahrzeuge im inneralpinen Raum

 

 

Aktuell gibt es im Bundesland Salzburg rund 52 Skigebiete mit einer Fläche von etwa 4.700 Hektar Skipisten. Die Gesamtanzahl der Seilbahn- und Liftanlagen beläuft sich dabei auf 422 und auch für die kommende Wintersaison haben Salzburgs Seilbahnunternehmen Investitionen in der Höhe von etwa € 150 Mio. geplant bzw. bereits durchgeführt.

 

Ähnlich wie im Straßenverkehr, schreitet die emissionsfreie Mobilität auch im inneralpinen Raum zusehends voran. Glücklicherweise verfügen viele heimische Unternehmen und Start-Ups über Spitzen-Knowhow bei den Kernthemen der globalen Energiewende, wodurch bereits schon jetzt viele innovative Produkte aus Österreich kommen und so der heimische Forschungsstandort bereits gut etabliert werden konnte.

 

Jüngstes Beispiel für die Innovationskraft des Landes bildet eine mit Wasserstoff betriebene Pistenraupe. Ein mit 1. Juni 2019 gestartetes FFG-Projekt, der „HySnowGroomer“, verbindet dabei die Erzeugung „grünen“ Wasserstoffs mit PV-Anlagen, Wasser- und Biomasse-Kraftwerken mit leisem und abgasfreiem Schnee- und Pistenmanagement in alpinen Tourismusregionen. Dass als Nebeneffekt auch die Notstromversorgung im Katastrophenfall (bei Lawinen, Muren, Blackouts, etc.) oder Umsätze mit Regelenergie im Sommer möglich werden, stellt einen zusätzlichen Mehrwert für Gemeinden und Liftgesellschaften dar. Auch haben diese neuartigen Pistenraupen eine wesentlich längere Nutzungsdauer.

 

Bereits in naher Zukunft sollen diese mit Wasserstoff betriebenen Pistenraupen und andere klimaneutrale Fortbewegungsmittel wie etwa Motorschlitten für den inneralpinen Raum auf den Markt kommen, die Anschaffungskosten sind vor allem bei der E-Pistenraupe laut ersten Schätzungen um etwa 50 % höher als bei einer mit fossilen Brennstoff betriebenen Pistenraupe.

 

 

Weil mit einer höheren Anzahl an Pistenkilometern und fortwährenden Investitionen in die Skigebiete Salzburgs auch die Anzahl der dafür notwendigen Pistenraupen steigen wird, bedarf es schon jetzt einer Politik mit Weitblick. Statt im alpinen Raum an der einen Stelle CO2 zu verursachen, das dann mittels Ausgleichsmaßnahmen an einer anderen Stelle wieder gebunden wird, muss der Fokus daraufgelegt werden, CO2 gar nicht erst zu verursachen.

 

Aus diesem Grund muss schon jetzt ein Förderkonzept erarbeitet werden, das Liftbetreibern Anreize bietet, künftig auf emissionsfreie Fahrzeuge umzusteigen.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird ersucht zu prüfen, inwieweit die Bereiche Forschung und Entwicklung für emissionsfrei betriebene Fahrzeuge im inneralpinen Raum unterstützt werden können und dem Landtag bis 1. September 2020 Bericht zu erstatten.

     

    2. Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Infrastruktur, Mobilität, Wohnen und Raumordnung zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

     

     

Salzburg, am 29. Jänner 2020

 

Dr. Huber eh.

Egger MBA eh.

Weitgasser eh.