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Nr. 315 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA, Rieder und Stöllner betreffend Taktverdichtung und Haltestellenoffensive im Bezirk Pongau

 

 

Rund die Hälfte der Pongauer Gemeinden, das entspricht etwa 64 % der Pongauer Bevölkerung und 45 % der Gästenächtigungen, würden mit einer direkten Eisenbahnlinie von Bad Gastein nach Radstadt bedient werden können:

 

Die übrigen Gemeinden des Pongaus sollten an die Bahnhöfe Radstadt, Bischofshofen, St. Johann, Schwarzach, Bad Hofgastein und Bad Gastein angebunden werden. Dies ist derzeit - aufgrund der aktuellen Ausgangslage des Personennahverkehrs - aber kaum möglich. Obwohl die Grundlage dafür in Form des Ausbaus des Bahnhofs Bischofshofen bereits vor Jahren erfolgt ist. Bedauerlicherweise wurde der originäre Zweck des Umbaus, eine umfassende Verkehrsentlastung in Richtung Schiene, nicht weiterverfolgt.

 

Ein weiteres Problem stellt das - außerhalb der Tagesverkehrszeiten - geringe Angebot an Zugverbindungen (insgesamt nur drei am Tag) von Bischofshofen nach Radstadt dar. Von Bad Gastein nach Schwarzach führt kein Personenzug.

 

Bereits Landeshauptmann-Stellvertreter a. D. Dr. Gasteiger erkannte zwar die Wichtigkeit umsteigefreier Hauptachsen von Sulzau bis nach Schwarzach sowie von Radstadt bis nach Bad Gastein, weshalb für die Realisierung des Schlüsselprojektes, der Umbau des Bahnhof Bischofshofen, auch großzügig Landesmittel zur Verfügung gestellt wurden.

 

Aber auf die Umsetzung der neuen Bahnhaltestelle St. Johann-Schulzentrum wartet das Land bisweilen vergeblich. Was zur Folge hat, dass die Schülerinnen und Schüler anstatt einer verkehrsentlastenden und komfortablen Zuganreise eine bis zu doppelt so lange Fahrzeit mit teilweiser Streckenführung mit überfüllten Bussen über die Autobahn in Kauf nehmen müssen.

 

Und im Jahr 2001 kehrte dann schließlich genereller Stillstand ein:

 

Die Neuerrichtung der Haltestelle St. Johann-Schulzentrum, sowie der Neubau und der Ausbau notwendiger Bahnhaltestellen, um alle Bezirksteile mit den zentralen Orten (Bischofshofen, St. Johann und Schwarzach) zu verbinden, wurden zwar angekündigt, aber nicht realisiert. Es grenzt deshalb bereits an Ironie, dass Liebherr in Mitterberghütten dazu gezwungen war, unmittelbar zwischen Werk und Gleisanlage ein siebenstöckiges und 100 Meter langes Parkhaus für seine Mitarbeiter zu errichten, aufgrund fehlender Haltestellen für Linienbus oder Eisenbahn.

Was es nun, 20 Jahre später, in Anbetracht des erhöhten Bedarfs und Verkehrsaufkommens braucht, ist ein vitaler Fahrplan (von Radstadt, über Bischofshofen, St. Johann, Schwarzach nach Bad Gastein) mit zumindest 15 täglichen Zugpaaren und einer Haltestellenoffensive für den Bezirk:

 

  • Ortsnahe Verlegung der aufgelassenen Haltstelle in Hüttau als „Hüttau-Ort“.

  • Neubau der Haltestelle Bischofshofen-Südtirolerstraße (zwischen Südtirolerstraße und Salzachbrücke) entlang der Strecke nach/von Salzburg.

  • Neubau zwischen Autobahnzubringer Hochkönig, Parkhaus-Liebherr.

  • Errichtung St. Johann-Schulzentrum.

  • Der Bau der Haltestelle Harbach-Luggau, um das wachsende Wohngebiet zu bedienen.

  • Wiedereröffnung von Klammstein.

 

Priorität hat hierbei die Errichtung der Haltestelle St. Johann-Schulzentrum, wobei die Taktverdichtung unmittelbar aufzunehmen ist und die restlichen Haltestellen sukzessive errichtet werden sollen. Nach 20 Jahren des Wartens und Ausdünnens des Schienenverkehrs soll dem ersten Schritt, dem gut gelungenen Bahnhof Bischofshofen und den damit angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsanbindung im Bezirk nun endlich Rechnung getragen werden.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird beauftragt,

 

  1. entlang der gesamten Gleisachse von Bad Gastein bis Radstadt (und jedenfalls vorbereitend für eine Weiterfahrt nach Schladming) einen täglichen 60-Minuten-Takt mit mindestens 15 Zugpaaren in beiden Richtungen mit Fahrplanwechsel 2021/22, das ist im Dezember 2021, auf Basis eines Verkehrsdienstvertrages im Wege über die SVG einzurichten, der zeitlich versetzt derart umzusetzen ist, dass sich zwischen den Bahnhöfen Bischofshofen und Schwarzach ein 30-Minuten-Takt ergibt, wobei die dafür notwendigen Verhandlungen mit dem Bund/ÖBB bis dorthin abzuschließen sind,

 

  1. die oben genannten zusätzlichen Haltestellen unabhängig vom Starttermin für den Zugverkehr in Abstimmung mit der jeweils betroffenen Gemeinde mit den ÖBB zu planen und zu bauen sowie die baureifen Projekte auch einzeln zur Beschlussfassung auf Basis der zugehörigen Finanzierungsvereinbarung dem Landtag vorzulegen, wobei die dafür notwendigen Verhandlungen mit dem Bund/ÖBB bis dorthin abzuschließen sind und

  2. das Land Salzburg jedenfalls, wenn es zur Umsetzungsentscheidung kommt, seinen Finanzierungsanteil zur Erfüllung der Punkte 1.1. und 1.2. im erforderlichen Budgetausmaß für das jeweils betroffene Verkehrsjahr sicherstellt, wobei das ressortzuständige Mitglied der Salzburger Landesregierung beauftragt wird, nötigenfalls die Verhandlungen für das Land zu führen und die Umsetzung der dazu erforderlichen Vereinbarungen mit dem Bund/ÖBB jedenfalls anzustreben, wovon insbesondere dann auszugehen ist, wenn die zuständigen Fachbereiche zu keinem Ergebnis kommen sowie

 

  1. die derart gestaltete neue Eisenbahnlinie unter der Bezeichnung „S4: Badgastein – St. Johann – Radstadt“ in das System der S-Bahn Salzburg einzugliedern ist.

 

  1. Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Infrastruktur, Mobilität, Wohnen und Raumordnung zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 4. März 2020

 

Svazek BA eh.

Rieder eh.

Stöllner eh.