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Nr. 113-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der dringlichen Anfrage

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA, Dr. Schöppl und Stöllner an die Landesregierung (Nr. 113-ANF der Beilagen) – ressortzuständige Beantwortung durch Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stöckl – betreffend das Coronavirus in Salzburg

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der dringlichen Anfrage der Abg. Klubobfrau Svazek BA, Dr. Schöppl und Stöllner betreffend das Coronavirus in Salzburg vom 4. März 2020 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Zu Frage 1: Wie viele Personen wurden in Salzburg bis zum heutigen Tag positiv auf das Coronavirus getestet?

 

8 Personen.

 

Zu Frage 2: Welche Vorkehrungen werden zur Information der breiten Bevölkerung, insbesondere für Rückkehrer oder Touristen aus Risikogebieten, hinsichtlich präventiver Maßnahmen, virologischer Tests und weiterer Vorgangsweise bei Symptomen vom Land Salzburg gesetzt?

 

Grundsätzlich wird der sich in Europa-ausweitende COVID-19 in Entsprechung der Vorgaben der ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten) und den Rechtsgrundlagen des Gesundheitsministeriums begegnet.

 

Im Ablauf sind das vor allem gesundheitsbehördliche Maßnahmen und Empfehlungen wie:

 

  • Behördliche angeordnete Absonderungen und Verkehrsbeschränkungen (Quarantänen, häusliche Isolation etc.)

  • Standardisierte Erhebungsarbeit im Zusammenhang mit Kontaktpersonen

  • < >Nutzung des „Katastrophenschutz-Methoden-Knows“ unterstützt werden.

     

     

    Dazu wurde auf Landesebene unter anderem

     

    • für die Landes-Sanitätsdirektion eine Rufbereitschaft implementiert,

    • der Landeseinsatzstab am Samstag, 29. Februar 2020, 16.00 Uhr aktiviert und

    • die Öffentlichkeitsarbeit des Landes „in Richtung Landes-Medienzentrum konzentriert“

     

    Zu Frage 3: Welche Maßnahmen werden zur Information der breiten Bevölkerung, insbesondere für Rückkehrer oder Touristen aus Risikogebieten, hinsichtlich präventiver Maßnahmen, virologischer Test und weiterer Vorgangsweise bei Symptomen vom Land Salzburg gesetzt?

     

    Unter der Federführung des Landes-Medienzentrum wurde ein umfassendes zielgruppenorientiertes Informationsangebot gemeinsam mit den Einsatzorganisationen, der Wirtschaftskammer, Salzburg Land Tourismus und dem Uniklinikum geschaffen und dieses wird laufend erweitert.

     

    Es gibt für die Bevölkerung Verhaltenshinweise bis hin zu umfassenden fachlichen Informationen. Als zentrale Seite dafür kommunizieren die Medien neben ihren eigenen Angeboten die Internetseite des Landes www.salzburg.gv.at/themen/gesundheit/corona-virus. Dort findet man auch Verlinkungen zu internationalen Organisationen.

     

    Sehr transparent werden dort auch aktuell die bestätigten Fälle veröffentlicht. Einmal am Tag ergeht ein Statusbericht an die Medien.

     

    Bei außerordentlichen Ereignissen mit sehr hohem Informationsbedarf werden umgehend
    Pressekonferenzen organisiert, um Journalisten einen umfassenden Überblick zu ermöglichen. Wie alle beteiligten Organisationen veröffentlicht das Land Salzburg natürlich auch auf den hauseigenen Kanälen sehr zeitnahe Informationen für die Bevölkerung.

     

    Es freut mich, dass unsere gesamte Kommunikationsarbeit von den Salzburger Nachrichten als sachlich und unaufgeregt beschrieben und die offene Kommunikation gelobt wurde.

     

    Natürlich werden alle Aktivitäten mit dem Landeseinsatzstab eng abgestimmt.

     

    Zu Frage 4: Welche Kapazitäten stehen in Salzburg für die Behandlung erkrankter Personen zur Verfügung?

     

    Patienten, die eine Krankenhausbehandlung benötigen, werden derzeit an der Infektionsabteilung des Universitätsklinikums Salzburg mit vier Betten behandelt.

     

    Wenn die Kapazitätsgrenze der Infektionsabteilung erreicht ist, ist geplant, Erkrankte, die einer Krankenhausbehandlung bedürfen, in den Krankenanstalten mit Isolierbetten zu behandeln. Dafür stehen im Bundesland Salzburg nach einer aktuellen Umfrage 24 Isolierbetten zur Verfügung. Soweit auch diese Kapazitäten erschöpft wären, sollen an COVID-19-Erkrankte, die einer Krankenhausbehandlung bedürfen, in normalen Krankenzimmern mit entsprechender Hygiene, wie auch Influenzaerkrankungen, behandelt werden.

     

    Zu Frage 5: Sind die Salzburger Exekutiv- und Rettungskräfte für den Ernstfall ausreichend geschult und können auf ausreichend Schutzausrüstung zurückgreifen?

     

    Alle Salzburger Exekutiv- und Rettungskräfte sind für den Ernstfall ausreichend geschult und ausgestattet. Die Einsatzkräfte verfügen über Schutzausrüstungen für jede Art von Infektionskrankheiten. Nach heutigem Stand sind Schutzausrüstungen für rund 217 Covid-19-Patienten vorhanden. Dies entspricht einer Versorgung von 43 Behandlungstagen. Weitere Schutzausrüstungen sind bereits geordert und werden in der Kalenderwoche 10 geliefert.

     

    Eigene Quarantäne-Quartiere sind derzeit in Vorbereitung (Hotel Kobenzl, ehemalige Flüchtlingsheime etc.)

     

    Große Sorgen bereitet mir allerdings, dass medizinische Gebrauchsmaterialien wie höherwertige Schutzmasken, Schürzen, Handschuhe, Desinfektionsmittel oder Materialien für die Abstriche Tag für Tag weniger werden und am Markt extrem schwierig zu bekommen sind. Wir nützen aber alle Quellen aus.

     

    Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

     

     

    Salzburg, am 9. März 2019

     

     Dr. Stöckl eh.