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Nr. 115-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Landtagspräsidentin Dr.in Pallauf und Ing. Wallner an Landeshauptmann-

Stellvertreter Dr. Schellhorn (Nr. 115-ANF der Beilagen) betreffend nachhaltige Textilunternehmen

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Landtagspräsidentin Dr.in Pallauf und Ing. Wallner betreffend nachhaltige Textilunternehmen vom 4. März 2020 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Zu Frage 1: Gibt es bereits Maßnahmen, wie dem „Wegwerftrend“ entgegengewirkt werden kann?

 

Konkret für Verpackungen für Getränke und Speisen bei Veranstaltungen gibt es Maßnahmen des Mehrweg-Gebotes sowohl für den Einkauf als auch die Ausgabe bei Veranstaltungen, da in diesem Bereich das Land Salzburg gesetzliche Regelungen treffen kann. Diese sind seit 2018 in Kraft und tragen zur Bewusstseinsbildung, zumindest in diesem Bereich, bei. Ende 2019 wurde der Reparaturbonus gestartet. Diese Förderaktion, die die Reparatur von Elektro- und Elektronikgeräten unterstützt, ist äußerst erfolgreich. Die Rückmeldungen der NutzerInnen, der ReparaturdienstleisterInnen und die öffentliche Aufmerksamkeit zeigen, dass diese Aktion wirksam auf Alternativen zum Wegwerfen hinweist. In knapp 4 Monaten wurden über 1.500 Anträge eingebracht, über 1.300 waren förderbar. Zudem gibt es über die Re-Use-Aktivitäten eine Möglichkeit der Verlängerung der Nutzungsdauer von gebrauchten Gegenständen aus Haushalten. In den Jahren 2017 und 2018 wurden die Abfallwirtschaftsverbände in einem konkreten Projekt unterstützt, in dem die Rahmenbedingungen und konkreten Umsetzungsvorschläge für die Verbreitung von Re-Use erarbeitet wurden. Die Errichtung von Re-Use-Bereichen in Recyclinghöfen wird im Rahmen der bestehenden Förderrichtlinie für Umweltschutzmaßnahmen für Gemeinden gefördert. Speziell auf die Weiterverwendung von Textilien (Bekleidung) ausgerichtete Maßnahmen gibt es nicht, hier ist auf die schon bestehenden Altkleidersammelsysteme, z.B. der Caritas, zu verweisen, die im Bereich Re-Use ein starker Partner ist und welche seit Anfang April 2020 auch ein Partner der Klima- & Energiestrategie SALZBURG 2050 ist.

Die Produktion von Textilien ist kein Fachbereich der Abfallwirtschaft oder des Umweltschutzes und es sind hier somit keine direkten Einflussmöglichkeiten gegeben.

 

 

 

Zu Frage 2: Werden regional produzierende Textilunternehmen bzw. Handelsunternehmen, die regionale und nachhaltige Textilien anbieten, vom Land unterstützt?

 

Diese Frage fällt nicht in meinen Zuständigkeitsbereich, daher kann sie nicht beantwortet werden.

 

Zu Frage 3: Gibt es Förderungen für nachhaltige Textilproduzenten bzw. Handelsunternehmen im Land Salzburg?

 

Diese Frage fällt nicht in meinen Zuständigkeitsbereich, daher kann sie nicht beantwortet werden

 

Zu Frage 4: Gibt es Programme, die über die Problematik aufklären und dem Konsumenten diese bewusster machen sollen?

 

Die Abteilung Umweltschutz unterstützt zahlreiche Fortbildungsmaßnamen für alle Altersgruppen für einen anderen, ressourcenschonenden Lebensstil - https://www.salzburg.gv.at/umweltnaturwasser_/Documents/Angebote%20Natur-%20u.%20Umweltbildung.pdf. Zum Thema „Ökologischer Fußabdruck“ gibt es eine schon mehrere Jahre laufende Kampagne, über die man sich auch auf der Homepage des Landes informieren kann: https://www.salzburg.gv.at/themen/umwelt/nachhaltigkeit/nachhaltigkeit-fussabdruck.

 

Zusätzlich nehmen sich auch einzelne Institutionen und Betriebe dem Thema im weiteren Sinne an und bearbeiten dieses in einzelnen Projekten oder Veranstaltungen. Teils werden diese auch durch das Umweltressort unterstützt. Beispiele dafür sind etwa:

 

  • Beschaffungsprojekte von Klimabündnis, welches ein wichtiger Multiplikator von SALZBURG2050 für Institutionen, Betriebe, Gemeinden und die Klima- und Energiemodellregionen ist.

  • Näh- und Textilarbeiten werden teils auch im Rahmen der unterschiedlichen Repair-Cafes angeboten bzw. finden sich Reparatur-Angebote dafür auf www.reparaturfuehrer.at

  • Mode ist eine Ziel der Ausstellung „Klimaladen“ https://www.euregio-salzburg.eu/Projekte/Themen/Bildung/Klimaladen, ein EuRegio-Projekt der KEM Salzburger Seenland.

  • Darüber hinaus gibt es im Bundesland auch sozial-ökonomische Einrichtungen, die sich dem Thema annehmen und Second-hand Shops führen oder gebrauchte Kleidung und Textilien sammeln und diese einer sinnvollen Wiederverwendung zuführen.

  • Projekt: „FAIRE Labormäntel“ an der Uni Salzburg (SALZBURG 2050 Partner).

  • Veranstaltungen & Kleidertauschparties durch verschiedene Veranstalter (MARK, Fairtrade, Eco-Fashion Talks, …).

 

 

 

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 15. April 2020

 

Dr. Schellhorn eh.