Meldung anzeigen


Nr. 149-ANF der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Anfrage

 

der Abg. Dr. Schöppl und Stöllner an Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stöckl betreffend coronabedingt verschobene Operationen und Therapien

 

 

Aufgrund coronabedingter Umschichtungen in den SALK konnten unzählige notwendige Operationen und Therapien nicht durchgeführt werden. In der Landtagssitzung vom 27. Mai 2020 bezifferten Sie die verschobenen Operationen mit 1.006. Die Anzahl der nicht stattgefundenen Therapien waren Ihnen jedoch nicht bekannt. Ebenso konnten Sie ad hoc keine exakten Angaben über Beschwerden bzw. Regressforderungen von abgewiesenen Patienten nennen, die aufgrund des SALK-Shutdowns medizinische Nachteile, Beeinträchtigungen oder Folgeschäden erlitten haben.

 

Medial wird nun peu à peu bekannt, dass mittlerweile in ganz Österreich durch medizinische Fehleinschätzungen, die in direktem Zusammenhang mit dem Corona-Aufnahmesystem der Krankenhäuser stehen, etliche schwerwiegende gesundheitliche Schäden entstanden sind.

 

Zur Ergänzung oben genannter mündlicher Anfrage stellen die unterzeichneten Abgeordneten die

 

Anfrage:

 

  1. Wie viele Therapien mussten coronabedingt in den SALK seit dem 12. März 2020 verschoben werden, aufgeschlüsselt nach der jeweiligen Therapie und Abteilung?

 

  1. Wie viele Therapien mussten aufgrund von Ressourcenengpässen in den SALK seit dem 12. März 2020 verschoben werden, aufgeschlüsselt nach der jeweiligen Therapie und Abteilung?

 

  1. Gibt es bereits Anweisungen und Pläne hinsichtlich des Fortsetzens der in Frage 1 genannten, ausgesetzten Therapien (sofern es einen Plan bzw. Pläne gibt, wird um konkrete Auflistung der Termine - unter Wahrung der DSGVO und ohne Bekanntgabe persönlicher Daten - ersucht)?

 

  1. Sind Ihnen Fälle bekannt, in denen Patienten von den SALK abgewiesen wurden und durch die Nichtaufnahme medizinische Nachteile, Beeinträchtigungen oder Folgeschäden erlitten haben?

 

  1. Wenn ja, um wie viele Fälle handelt es sich (wir ersuchen um Aufschlüsselung nach Art des Falles und Grund der Nichtbehandlung)?

 

  1. Wie gliedern sich die 1.006 gestrichenen Operationen auf (wir ersuchen um Aufschlüsselung nach Art der Operation und Abteilung)?

 

  1. Wie viele der von Ihnen genannten 1.006 verschobenen Operationen wurden bis Stichtag 5. Juni 2020 nachgeholt (wir ersuchen um Aufschlüsselung nach Art der Operation und Abteilung)?

 

  1. Wie viele Patienten wurden im Zeitraum vom 12. März 2020 und 25. Mai 2020 im Vergleich mit dem Zeitraum 12. März 2019 und 25. Mai 2019 sowie dem Zeitraum 12. März 2018 und 25. Mai 2018 in den SALK abgewiesen?

 

  1. Wie viele fehlerhafte Diagnosen bzw. Diagnosen, die erst bei weiteren SALK-Besuchen der Patienten korrigiert wurden, haben sich im Zeitraum zwischen 12. März 2020 und 25. Mai 2020 ereignet (wir ersuchen um Aufgliederung nach Abteilung)?

 

  1. Bis zu welchem Zeitpunkt rechnen Sie, dass alle verschobenen Therapien und Operationen nachgeholt sein werden?

 

  1. Werden einzelne verschobene Operationen oder Therapien ersatzlos gestrichen?

 

  1. Wenn ja, welche und warum (wir ersuchen um Aufgliederung nach Abteilung, Art und Grund der Absage)?

 

  1. Im Artikel der Salzburger Nachrichten vom 20. Mai 2020 zu den „bleibenden Schäden durch zu späte Eingriffe“ teilten Sie mit: „Das sollen sich die Mediziner untereinander ausmachen“ (sic). Wer trägt Ihrer Meinung nach die Verantwortung für die beschlossenen Maßnahmen hinsichtlich Infrastruktur, Personal und finanzielle Bemittelung der SALK?

 

  1. Wer trägt hingegen die Verantwortung für die - durch Ressourcenknappheit - entstandenen gesundheitlichen, bleibenden Schäden einzelner Patienten?

 

Aufgrund der Ernsthaftigkeit der Angelegenheit ersuchen die Abgeordneten um eine ordnungsgemäße, sorgfältige und vollständige Beantwortung der Anfrage.

 

 

Salzburg, am 5. Juni 2020

 

Dr. Schöppl eh.

 

Stöllner eh.