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Nr. 453 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(3. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Bericht

 

des Bildungs-, Sport- und Kulturausschusses zum Antrag der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser (Nr. 432 der Beilagen) betreffend
Erfahrungen aus der Corona-Krise im Bildungsbereich nutzen

 

 

Der Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss hat sich in der Sitzung vom 17. Juni 2020 mit dem Antrag befasst.

 

Abg. Weitgasser berichtet, dass das Bildungssystem durch die Corona-Krise eine massive und plötzliche Veränderung erfahren habe. Nun sei eine Studie „Lernen unter COVID-19-Bedingungen" der Universität Wien gestartet worden. Das Forschungsteam habe Fragen nach dem Unterstützungsbedarf von Schülerinnen, Schülern und Studierenden und nach den Erfahrungen in dieser Situation des Homeschoolings gestellt. Regionale Bedürfnisse seien in dieser Studie jedoch nicht abgefragt worden. Erkenntnisse daraus könnten aber Ansatzpunkte für zielgenaue Maßnahmen in Salzburg sein.

 

Abg. Dr. Schöppl nennt Bedienungsschwierigkeiten bei elektronischen Geräten, Bildungsunterschiede und Sprachschwierigkeiten in Familien als Hindernis für erfolgreiches Homeschooling. Die Maßnahmen des „social-distancing“ hätten großen Schaden bei den Kindern angerichtet und das späte Hochfahren der Schulen sei ebenfalls von Nachteil und unverständlich.

 

Klubobfrau Abg. Mag.a Gutschi macht darauf aufmerksam, dass viele Schülerinnen und Schüler unter geänderten Umständen ihre Stärken und Kompetenzen zum Ausdruck gebracht hätten. Mit dem Angebot von Sommerschulen begegne man den negativen Folgen der Corona-Krise. Angesichts der Bilder aus Italien seien die Maßnahmen des „social-distancing“ und des Kleingruppenunterrichts allerdings gerechtfertigt. Die Expertise darüber, wie die Digitalisierung angekommen sei, könne wichtige Erkenntnisse für die Zukunft bringen.

 

Klubobfrau Abg. Mag.a Dr.in Humer-Vogl bekräftigt, dass der Bildungsstand der Eltern Einfluss auf die Bildungsmöglichkeiten der Kinder habe. Interessant wären Erkenntnisse, wo trotz schlechter Voraussetzungen das Homeschooling gut gelungen sei. Persönlich hätte sie sich einheitlichere Regelungen für den Schulbetrieb gewünscht.

 

Abg. Mösl MA unterstreicht die Leistungen, die von Schülerinnen, Schülern, Lehrerinnen und Lehrern erbracht worden seien. Homeschooling dürfe jedoch nicht zum Normalfall werden. Erkenntnisse darüber, welche Maßnahmen zielführend seien, seien zu begrüßen und dem Antrag deshalb zuzustimmen.

 

Landesrätin Hutter BEd erklärt, dass nirgends so einheitliche Lösungen für Homeschooling gefunden worden seien, wie in Salzburg. Über 92 % der Schulen hätten sich für das empfohlene Reißverschlusssystem entschieden. Schwerpunktschulen hätten sich überwiegend für das System mit zwei bis drei Tagen Unterricht entschieden und Internatsschulen für einen wochenweisen Wechsel. Sie bestätige, dass Unterrichtsmethoden altersgerecht angepasst werden sollten. Das Schulsystem habe von einem Tag auf den anderen komplett umgestellt werden müssen. Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter hätten jene Schülerinnen und Schüler betreut, die sonst kaum mehr erreichbar gewesen seien. Die angesprochene Studie der Universität Wien berücksichtige nicht die Größe der Stadt, die Situation in Salzburg sei aber gut bekannt. Man wolle herausfinden, welche Investitionen sinnvoll gewesen seien, wie zB die Zurverfügungstellung von Hard- und Software. Die Ergebnisse der Studie würden im Laufe des Jahres präsentiert. Ein vermehrtes Augenmerk auf regionale Erfordernisse sei zu begrüßen.

 

Abg. Mösl MA bringt für die SPÖ einen Zusatzantrag ein, der als Punkt 2. dem Antrag hinzugefügt wird. Der ergänzte Antrag wird einstimmig angenommen.

 

 

Der Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss stellt einstimmig den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

Die Salzburger Landesregierung wird ersucht,

 

  1. an die Bundesregierung mit der Forderung heranzutreten, bei den geplanten oder bereits laufenden wissenschaftlichen Aufarbeitungen betreffend die Erkenntnisse aus der Homeschooling-Zeit während COVID-19 besonderes Hauptaugenmerk auch auf regionale Begebenheiten zu legen,

 

  1. an die Bundesregierung mit der Forderung heranzutreten, eine einheitliche für alle Schulen in Österreich nutzbare Plattform einzurichten, die sowohl im Rahmen der Digitalisierung im Unterricht verstärkt genutzt wird als auch Homeschooling ermöglicht, um für etwaige kommende Pandemien gerüstet zu sein.

 

Salzburg, 17. Juni 2020

Der Vorsitzende:

Mag. Zallinger eh.

 

 

Die Berichterstatterin:

Weitgasser eh.

 

 

 

Beschluss des Salzburger Landtages vom 8. Juli 2020:

Der Antrag wurde einstimmig zum Beschluss erhoben.