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Nr. 149-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Dr. Schöppl und Stöllner an Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stöckl (Nr. 149-ANF der Beilagen der 3.S.16.GP) betreffend coronabedingt verschobene Operationen und Therapien

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Stöllner betreffend coronabedingt verschobene Operationen und Therapien vom 5. Juni 2020 erlaube ich mir, Folgendes zu
berichten:

 

Zu Frage 1: Wie viele Therapien mussten coronabedingt in den SALK seit dem 12. März 2020 verschoben werden, aufgeschlüsselt nach der jeweiligen Therapie und Abteilung?

 

Laut Auskunft der SALK mussten keine stationären Therapien verschoben werden. An onkologischen Therapien wurden sogar mehr umgesetzt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

 

Zu Frage 2: Wie viele Therapien mussten aufgrund von Ressourcenengpässen in den SALK seit dem 12. März 2020 verschoben werden, aufgeschlüsselt nach der jeweiligen Therapie und Abteilung?

 

Siehe Beantwortung der Frage 1.

 

Zu Frage 3: Gibt es bereits Anweisungen und Pläne hinsichtlich des Fortsetzens der in
Frage 1 genannten, ausgesetzten Therapien (sofern es einen Plan bzw. Pläne gibt, wird um konkrete Auflistung der Termine - unter Wahrung der DSGVO und ohne Bekanntgabe persönlicher Daten - ersucht)?

 

Siehe Beantwortung der Frage 1.

 

Zu Frage 4: Sind Ihnen Fälle bekannt, in denen Patienten von den SALK abgewiesen wurden und durch die Nichtaufnahme medizinische Nachteile, Beeinträchtigungen oder Folgeschäden erlitten haben?

 

Nein, Fälle von Abweisungen sind mir nicht bekannt. Laut Auskunft der Salzburger Patientenvertretung werden aktuell acht anders gelagerte Beschwerden geprüft.

 

Zu Frage 5: Wenn ja, um wie viele Fälle handelt es sich (wir ersuchen um Aufschlüsselung nach Art des Falles und Grund der Nichtbehandlung)?

 

Diese Fälle befinden sich derzeit im Status der Prüfung durch die Patientenvertretung.

 

Zu Frage 6: Wie gliedern sich die 1.006 gestrichenen Operationen auf (wir ersuchen um Aufschlüsselung nach Art der Operation und Abteilung)?

 

Abteilung

verschobene Operationen

bis 5.6. nachgeholte Operationen

stornierte Operationen

noch ausstehende Operationen (Stichtag 5.6.20)

Chirurgie Hallein

45

16

9

20

Frauenheilkunde und Geburtshilfe Hallein

1

0

0

1

Gynäkologie und Geburtshilfe Tamsweg

2

0

1

1

Notaufnahme Hallein

6

0

1

5

Orthopädie und Traumatologie Hallein

11

2

6

3

Notaufnahme LKH

11

3

0

8

UI f. Radiologie

11

1

2

8

UK f. Augenheilkunde

2

0

2

0

UK f. Chirurgie

61

20

12

29

UK f. Frauenheilkunde und Geburtshilfe

25

9

0

16

UK f. Gefäßchirurgie

40

2

6

32

UK f. Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

157

19

44

94

UK f. Innere Medizin II

3

0

1

2

Abteilung

verschobene Operationen

bis 5.6. nachgeholte Operationen

stornierte Operationen

noch ausstehende Operationen (Stichtag 5.6.20)

UK f. Kinder- u. Jugendchirurgie

8

0

8

0

UK f. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

12

0

6

6

UK f. Orthopädie und Traumatologie

312

58

31

223

UK f. spezielle Gynäkologie

14

6

1

7

UK f. Urologie und Andrologie

1

0

1

0

Zentralambulanz CDK

1

0

0

1

Unfallchirurgie Tamsweg

10

0

7

3

Gesamtergebnis

733

136

138

459

Zu Frage 7: Wie viele der von Ihnen genannten 1.006 verschobenen Operationen wurden bis Stichtag 5. Juni 2020 nachgeholt (wir ersuchen um Aufschlüsselung nach Art der Operation und Abteilung)?

 

Siehe Beantwortung der Frage 6.

 

Zu Frage 8: Wie viele Patienten wurden im Zeitraum vom 12. März 2020 und 25. Mai 2020 im Vergleich mit dem Zeitraum 12. März 2019 und 25. Mai 2019 sowie dem Zeitraum 12. März 2018 und 25. Mai 2018 in den SALK abgewiesen?

 

Laut Auskunft der SALK war die Notfall- und Akutversorgung im angefragten Zeitraum jederzeit gewährleistet. Die Versorgung von orthopädisch/traumatologischen Patientinnen und Patienten erfolgte in Kooperation mit dem Unfallkrankenhaus der AUVA.

 

Zu Frage 9: Wie viele fehlerhafte Diagnosen bzw. Diagnosen, die erst bei weiteren SALK-Besuchen der Patienten korrigiert wurden, haben sich im Zeitraum zwischen 12. März 2020 und 25. Mai 2020 ereignet (wir ersuchen um Aufgliederung nach Abteilung)?

 

Fehlerhafte oder korrigierte Diagnosen sind laut Auskunft der SALK nicht bekannt.

 

Zu Frage 10: Bis zu welchem Zeitpunkt rechnen Sie, dass alle verschobenen Therapien und Operationen nachgeholt sein werden?

 

Die Benennung eines konkreten Zeitpunktes ist insofern sehr schwierig, da dies unter
anderem auch davon abhängt, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt. Dies ist derzeit nicht abschätzbar. Die Entscheidung, welche Operationen und Behandlungen in welcher
Reihenfolge nachgeholt oder durchgeführt werden, liegt bei den jeweiligen Abteilungen und bei den Medizinern. Für das schrittweise Hochfahren des Krankenhausbetriebes haben die SALK einen Plan ausgearbeitet, der seit Ende April 2020 konsequent umgesetzt wird. Dieser sieht unter anderem vor, dass zusätzliche Leistungen vorgehalten werden.

 

Zu Frage 11: Werden einzelne verschobene Operationen oder Therapien ersatzlos gestrichen?

 

Laut Auskunft der SALK ist dies ausschließlich dann der Fall, wenn diese Behandlungen durch andere medizinische Einrichtungen in der Zwischenzeit übernommen wurden und nicht mehr notwendig sind bzw. von Seiten der Patientinnen und Patienten abgesagt wurden.

 

Zu Frage 12: Wenn ja, welche und warum (wir ersuchen um Aufgliederung nach Abteilung, Art und Grund der Absage)?

 

Siehe Beantwortung der Fragen 6 und 11. Der Grund der Absage wird laut Angaben der SALK nicht erfasst. Dazu wären erhebliche Personalaufwendungen notwendig, die derzeit in der primären Versorgung der Patientinnen und Patienten der SALK eingebunden sind.

Zu Frage 13: Im Artikel der Salzburger Nachrichten vom 20. Mai 2020 zu den „bleibenden Schäden durch zu späte Eingriffe“ teilten Sie mit: „Das sollen sich die Mediziner untereinander ausmachen“ (sic). Wer trägt Ihrer Meinung nach die Verantwortung für die beschlossenen Maßnahmen hinsichtlich Infrastruktur, Personal und finanzielle Bemittelung der SALK?

 

Siehe Beantwortung der Frage 9. Ich habe die in diesem Zeitungsartikel aufgeworfenen und über den Redakteur an mich herangetragenen Fälle bewusst nicht weiter kommentiert, da mir diese Fälle nicht bekannt waren bzw. sind. Allfällige Schäden durch zu späte Eingriffe müssen in der Tat die Medizinerinnen und Mediziner gemeinsam – sofern sie herangetragen werden - mit der Salzburger Patientenvertretung prüfen.

 

Zu Frage 14: Wer trägt hingegen die Verantwortung für die - durch Ressourcenknappheit - entstandenen gesundheitlichen, bleibenden Schäden einzelner Patienten?

 

Siehe Beantwortung der Frage 13.

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 10. Juli 2020

 

Dr. Stöckl eh.