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Nr. 043-ANF der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Anfrage

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA und Dr. Schöppl an die Landesregierung betreffend Windräder am Windsfeld

 

 

Die Salzburg AG plante von 2010 bis 2013 die Errichtung des Windsfeld-Windpark im Gemeindegebiet von Flachau oberhalb des nördlichen Portals des Tauerntunnels. Jedoch beendete die Salzburg AG die Unternehmung, da die Naturschutzabteilung des Landes Salzburg wie auch die Landesumweltanwaltschaft (LUA) massive Kritik äußerten. Begründet wurde dies mit der Gefährdung von Vogeldurchzug, von Bartgeier und Steinadler, sowie mit landschaftsästhetischen Argumenten und dem notwendigen Wegebau. Auch technische Probleme veranlassten die Salzburg AG das Projekt zu beenden. So ergaben Messungen, dass die Turbinen in über 2.000 Metern Höhe bei feuchter Luft rasch vereisen und dementsprechend ein Winterbetrieb nicht gewährleistet wäre. Ebenso resultieren in dieser Höhe ob der abnehmenden Energiedichte und damit verbundenem geringeren Luftdruck Mindererträge an Strom.

In den Salzburger Nachrichten (16. September 2020) wird nun bekannt gegeben, dass eine private Gesellschaft, die Windsfeld GmbH, das von der Salzburg AG 2013 versenkte Projekt wiederaufnehmen und in den beiden kommenden Jahren per Messstation notwendige Daten erheben wird. Dabei sollen nicht nur meteorologische Daten, sondern auch Flugbewegungen von Fledermäusen bzw. Greifvögeln erhoben werden.

Auch Energielandesrat DI Dr. Schwaiger unterstützt das Projekt, findet den Standort optimal und gibt an, dass der Windpark Windsfeld ein höheres Potential zur Energieerzeugung ausweise als jedes Wasserkraftwerk im Salzburger Land.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten die

 

Anfrage:

 

  1. Wann wurde der demensprechende Antrag auf Windmessungen gestellt bzw. die Genehmigung erteilt?

     

  2. Wie lautet der konkrete Antragstext?

     

  3. Wer genehmigte die Windmessungen auf dem Windsfeld?

     

  4. Wurde ebenfalls ein weiterführendes Projekt seitens der Windsfeld GmbH eingereicht?

     

  5. Wenn ja, wie sieht dieses Projekt aus (wir ersuchen um konkrete Details des Projekts)?

     

  6. Werden die aktuellen Windmessungen vom Land Salzburg finanziell unterstützt?

     

  7. Wenn ja, von welcher Stelle?

     

  8. Wenn ja, aus welchem Ressort werden die Windmessungen subventioniert?

     

  9. Wenn ja, in welcher Höhe wird das Projekt unterstützt?

     

  10. Hat sich seit den Messungen der Salzburg AG die Temperatur auf über 2.000 Metern dermaßen erhöht, sodass eine Vereisung der Rotorblätter nicht mehr stattfinden würde?

     

  11. Hat sich seit den Messungen der Salzburg AG der Luftdruck dermaßen verändert, sodass sich die Energieeffizienz erhöhen würde?

     

  12. Gibt es seitens der Naturschutzabteilung des Landes Salzburg wie auch der Landesumweltanwaltschaft (LUA) neue Erkenntnisse, dass sich das Gefährdungspotential für Vögel geändert hat?

     

  13. Wenn ja, wie lauten die Stellungnahmen der Naturschutzabteilung und der LUA?

     

  14. Gibt es seitens der Naturschutzabteilung des Landes Salzburg wie auch der Landesumweltanwaltschaft (LUA) neue Erkenntnisse, dass der Windpark aus landschaftsästhetischen Gründen anders beurteilt wird als das Projekt der Salzburg AG?

     

  15. Wenn ja, wie lauten diese Erkenntnisse?

     

 

Salzburg, am 17. September 2020

 

Svazek BA eh.

 

Dr. Schöppl eh.