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Nr. 042 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Thöny MBA und Dr.in Dollinger betreffend die Anstellung von Bereitschaftspflegepersonen nach dem Vorbild der Stadt Salzburg

 

 

Bereitschaftspflegeeltern übernehmen für einen befristeten Zeitraum die Elternschaft für ein Kind. Sie erziehen und pflegen die Kinder nur vorübergehend in Krisen- und Akutsituationen. Die Pflegekinder bedürfen aufgrund akuter Gefährdung sofort und unmittelbar einer Pflege außerhalb der Herkunftsfamilie. Es handelt sich bei den Bereitschaftspflegepersonen um eine extrem kurzfristige, oft tagesaktuell verfügbare Krisenunterbringung. Die Bereitschaftspflegeeltern sind Expertinnen und Experten im Umgang mit Kindern und geben ihnen in Ausnahmesituationen Halt und Sicherheit.

Aus dem Bericht des Referates für Kinder- und Jugendhilfe des Landes Salzburg betreffend „Optimierung des Pflegeelternwesens“ vom 15. März 2018 geht hervor, dass sich die Pflegeeltern inklusive der Bereitschaftspflegeeltern mehr konkrete Unterstützung und Begleitung wünschen. Unter Punkt 4.2.7.1 steht im Bericht: „Der entscheidende Schritt zur Professionalisierung – und damit verbunden auch wesentlichen Attraktivierung der Bereitschaftspflege – wäre die Aufnahme der Bereitschaftspflegepersonen in ein – durchgehendes – Beschäftigungsverhältnis. … Es wird davon ausgegangen, dass mit ca. 15 durchgängig angestellten Bereitschaftspflegepersonen im gesamten Bundesland eine ausreichende Versorgung gegeben wäre.

Das Land Salzburg hat daraufhin mit Juli 2019 die Anstellung von Krisenpflegeeltern mit Kollektivvertrag über das SOS Kinderdorf geregelt. Die Anstellung erfolgt jedoch nur für zehn Wochenstunden. Hier sollte sich das Land Salzburg das erfolgreiche Modell der Stadt Salzburg als Vorbild nehmen und nachbessern. In der Stadt Salzburg sind seit März 2019 Bereitschaftspflegeeltern direkt bei der Stadt Salzburg angestellt, die jeweils zwei Kinder von 0 bis 6 Jahren betreuen. Die zuständige Sozialstadträtin Anja Hagenauer bestätigt, dass der Bedarf sehr hoch ist und es kaum Zeiten gibt, in denen dieses Angebot nicht genutzt wird. Die „Auslastung“ der städtischen Krisenpflegeeltern lag seit Bestehen zwischen 70 % und 95 %.

Die Empfehlung des oben genannten Berichts zielt auch, wie erwähnt, im Hinblick auf eine Professionalisierung und Attraktivierung der Bereitschaftspflege auf eine durchgängige Anstellung ab.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird aufgefordert, nach dem Vorbild der Stadt Salzburg, die regelmäßig erforderliche Anzahl von Bereitschaftspflegeeltern beim Land Salzburg anzustellen.

 

  1. Dieser Antrag wird dem Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

     

 

Salzburg, am 7. Oktober 2020

 

Thöny MBA eh.

 

Dr.in Dollinger eh.