Meldung anzeigen


Nr. 055-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der dringlichen Anfrage

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA und Dr. Schöppl an Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stöckl (Nr. 55-ANF der Beilagen) betreffend neuerlich coronabedingt verschobene Operationen

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der dringlichen Anfrage der Abg. Klubobfrau Svazek BA und Dr. Schöppl betreffend neuerlich coronabedingt verschobene Operationen vom 7. Oktober 2020 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Zu Frage 1: Wie viele der von Ihnen angegebenen 1.006 verschobenen Operationen wurden bis heute nachgeholt, aufgeschlüsselt nach Art der Operation?

 

Zu Frage 2: Bis wann planen Sie, die noch offenen verschobenen Operationen aufgeholt zu haben?

 

Zu Frage 3: Wie viele Operationen sind seit dem 27. Mai verschoben worden, aufgeschlüsselt nach Art der Operation?

 

Zu Frage 4: Wie viele Personen haben durch das Verschieben von Operationen gesundheitliche Nachteile erlitten?

 

Zu Frage 5: Wie können Sie es verantworten, dass medizinisch notwendige Operationen verschoben werden?

 

Wie bereits in der Beantwortung der Landtagsanfragen Nr. 149-ANF von Dr. Schöppl eh. und Stöllner eh. vom 5.Juni 2020, Nr. 1-ANF von Dr. Schöppl eh. und Svazek BA eh. vom 9. Juli 2020 und Nr. 25-ANF von Dr. Schöppl eh. und Stöllner eh. vom 25. August 2020 ausführlich dargelegt, werden jene Operationen, die durch den vom Bund angeordneten Corona-Lockdown der Spitäler verschoben werden mussten, bereits seit Mitte April bestmöglich in den regulären OP-Plan miteingeplant.

 

Eine monatliche Verlaufsdarstellung bindet laut Auskunft der SALK erhebliche Ressourcen, die in der aktuellen Situation mit stark steigenden Fallzahlen positiv getesteter Menschen im Land Salzburg im Regelbetrieb verloren gehen. Es ist laut SALK auch inhaltlich nicht zielführend, diese Statistiken immer wieder einzufordern, da die Aussagekraft sehr beschränkt ist. Dies ist dadurch erklärt, dass verschobene Operationen in einer Krankenanstalt möglicherweise kompensatorisch durch eine andere Krankenanstalt durchgeführt wurden oder die
Patientin bzw. der Patient möglicherweise von einer empfohlenen Operation aus privaten Gründen Abstand nimmt.

 

Wiederholt wurde zur Kenntnis gebracht, dass es nicht seriös wäre, ein bestimmtes Datum zu nennen, zu dem die verschobenen Operationen aufgeholt sind, da die zukünftigen Entwicklungen der Corona-Pandemie nicht vorhersehbar sind. Es steht jedenfalls fest, dass die
SARS-CoV2-Pandemie erhebliche Herausforderungen in unterschiedlichster Weise an alle
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen stellt. Jedenfalls wurden Maßnahmen ergriffen, die dazu dienen sollen, dass auch bei Anstieg der Corona-Fallzahlen kein erneuter Lockdown der Krankenanstalten erfolgen muss.

 

Durch die dezentrale Versorgungsstruktur wird die Belastung auf mehrere Schultern verteilt und ermöglicht bis zu einem gewissen Grad die Weiterführung elektiv geplanter Eingriffe
parallel zur Corona-Versorgung. Aber auch diese Maßnahmen sind begrenzt. Durch Verbesserungen der Screening-Methoden im Krankenhaus mit nun konsequenten Screenings sämtlicher Patientinnen und Patienten bzw. Besucherinnen und Besucher und nicht nur der ungeplanten Patientinnen und Patienten ist eine höhere Sicherheit im Krankenhaus in Bezug auf Corona-Infektionen zu erwarten. Patientinnen und Patienten, die einen Schaden durch verschobene Operationen erlitten haben, sind den SALK nicht bekannt. Dringlich medizinisch notwendige und nicht aufschiebbare Operationen wurden laut Auskunft der SALK zu keinem Zeitpunkt der Pandemie verschoben.

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 20. Oktober 2020

 

 Dr. Stöckl eh.