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Nr. 084-ANF der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Anfrage

 

der Abg. Klubvorsitzenden Wanner und Thöny MBA an die Landesregierung betreffend das Contact-Tracing

 

 

Die Salzburger Landesregierung zeichnet ein geordnetes und idyllisches Bild der Arbeit der Contact-Tracer im Bundesland. Die Realität schaut aber anders aus. Die mit dem Contact-Tracing beauftragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Bezirkshauptmannschaften sind am Limit.

60 Wochenstunden und zusätzlicher Dienst an Wochenenden gehören mittlerweile zum Alltag der Contact-Tracer in den Bezirkshauptmannschaften und dem Landesdienst. Dafür werden Beschäftigte aus Landesabteilungen von deren eigentlichen Arbeit abberufen und dem „Corona-Dienst“ zugeteilt. Sogar aus dem sensiblen Kinder- und Jugendhilfebereich der Jugendämter wird offenbar Fachpersonal fürs Telefonieren abgezogen. Nicht nur angesichts steigender Gewaltbereitschaft innerhalb von Familien ein falscher Schritt. 

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten die

 

Anfrage:

 

  1. Nach dem Lock-Down im Frühjahr 2020 sanken die Covid-19-Infektionszahlen im Sommer in Salzburg deutlich. Seit September 2020 steigen sie wieder. Seit wann genau gingen Fachleute (auch des Amtes der Salzburger Landesregierung) davon aus, dass die Corona-Infektionszahlen im Bundesland Salzburg ab Herbst 2020 wieder steigen werden?

 

  1. War der Landesregierung bekannt, dass die Covid-19-Infektionszahlen mit Herbst wieder steigen werden?

 

  1. Wenn ja, welche Schritte konkret hat die Landesregierung gesetzt, um für den vorausgesagten Fall der steigenden Infektionszahlen genügend Contact-Tracer zur Verfügung stellen zu können?

     

  2. Wann genau hat die Landesregierung begonnen, sich um genügend Personal für das Contact-Tracing zu bemühen?

     

  3. Wurde dafür mit dem AMS kooperiert (z. B. um Arbeitssuchende einsetzen zu können)?

     

  4. Hat man beim Bundesheer um Hilfe angefragt?

    1. Wer hat angefragt und für welche Bezirksverwaltungsbehörden?

 

  1. Ist geplant, zusätzliches, neues Personal für das Contact-Tracing aufzunehmen?

 

  1. Wenn ja, in welchem Ausmaß, ab wann und woher bzw. aus welchen Bereichen oder welchen Institutionen kommen die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

 

  1. Wenn nein, warum nicht?

     

  2. Wird aus anderen Bereichen der Bezirkshauptmannschaften (andere Fachabteilungen, etc.) Personal für das Contact-Tracing von ihrem eigentlichen Aufgabengebiet abgezogen?

 

  1. Wenn ja, welche Bereiche und Abteilungen betrifft das?

 

  1. Wenn ja, in welchem Ausmaß wird Personal abgezogen und wie werden deren Lücken in ihrem eigentlichen Aufgabengebiet ausgeglichen?

     

  2. Werden bzw. wurden auch Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen für das Contact-Tracing verwendet?

     

    1. Wenn ja, wie viele (in Beschäftigten und Vollzeitäquivalenten) und aus welchen Aufgabenbereichen der Sozialarbeit konkret?

 

  1. Wie viele Personen und in welchem Stundenausmaß sind seit Ausbruch der Pandemie bis zum Stichtag der Beantwortung dieser Anfrage im Contact-Tracing beschäftigt? (Es wird um Auflistung nach Anzahl der Personen, Vollzeitäquivalenten, ursprüngliche Abteilungen bzw. gegebenenfalls Neuanstellungen, Anzahl der Stunden pro Woche ersucht.)

 

 

Salzburg, am 21. Oktober 2020

 

Wanner eh.

 

Thöny MBA eh.