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Nr. 081-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der dringlichen Anfrage

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA und Dr. Schöppl an Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stöckl (Nr. 81-ANF der Beilagen) betreffend Corona-Kapazitäten der SALK

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der dringlichen Anfrage der Abg. Klubobfrau Svazek BA und Dr. Schöppl betreffend Corona-Kapazitäten der SALK vom 19. Oktober 2020 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

In Beantwortung dieser Dringlichen Anfrage halte ich eingangs wie folgt fest: Mit der Empfehlung des Bundes vom 22. April 2020, die Spitäler wieder hochzufahren, wurde der Krisenstab Medizin Covid-19 organisatorisch in ein medizinisches Management unter der Leitung von SALK-Geschäftsführer Priv.-Doz. Dr. Paul Sungler umgewandelt. Vorrangige Aufgabe dieses Managements war es, mit den Vertretern der Fondskrankenanstalten des Landes Salzburg ein vertragliches Kooperationsübereinkommen zur Sicherstellung der Krankenanstaltenversorgung nach der ersten Corona-Welle sowie die entsprechenden Pläne für eine zu erwartende zweite Corona-Welle im Herbst zu erarbeiten. Nach einer gemeinsamen Besprechung zwischen dem Gesundheitsressort und Vertretern aller Fondskrankenanstalten am 22. Juni 2020 wurde dieses Kooperationsübereinkommen wenige Tage später von den Geschäftsführern der Fondskrankenanstalten und mir unterzeichnet.

 

In Vorbereitung der zu erwartenden zweiten Corona-Welle im Herbst wurde unter der Federführung des medizinischen Managements ein landesweites Stufenkonzept zur stationären Covid-Versorgung erarbeitet und umgesetzt. Dieser Stufenplan regelt, wie mit Zunahme der stationären Corona-Patientinnen und –Patienten die Leistungen in den anderen Abteilungen zurückgenommen werden müssen. Aktuell und in den kommenden Wochen und Monaten stehen wir vor der extremen Herausforderung, möglichst lange den Normalbetrieb auf den einzelnen Abteilungen in den jeweiligen Spitälern aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Covid-Patientinnen und -Patienten zu versorgen. Aufgrund der Entwicklung der Corona-Fallzahlen und damit verbunden der stationären Fälle im Uniklinikum und in den Fondskrankenanstalten des Landes Salzburg wurden am 15. Oktober 2020 von Management-Leiter Priv.-Doz. Dr. Sungler der medizinische Einsatzstab des Landes Salzburg und der Krisenstab am Uniklinikum Salzburg aktiviert.

 

Zu Frage 1: Wie hoch ist nach aktuellem Stand die tatsächliche Anzahl der für Covid-Patienten zur Verfügung stehenden Normalbetten im Bundesland Salzburg?

 

Wie in der Präambel festgehalten, wurde für das Bundesland Salzburg ein mittlerweile 6-stufiger Eskalationsplan zur Versorgung von Corona-Patientinnen und -Patienten mit Normalpflegebedarf erarbeitet. Aktuell stehen in Stufe IV 137 Betten zur Verfügung, von denen mit Stand 3. November 106 belegt sind. In Stufe VI können insgesamt 222 Betten mit Corona-Patientinnen und -Patienten mit Normalpflegebedarf belegt werden.

 

Zu Frage 2: Wie hoch ist nach aktuellem Stand die tatsächliche Anzahl der für Covid-Patienten zur Verfügung stehenden Intensivbetten im Bundesland Salzburg?

 

Wie in der Präambel festgehalten, wurde für das Bundesland Salzburg ein mehrstufiger Eskalationsplan zur Versorgung von Corona-Patientinnen und -Patienten mit Intensivpflegebedarf erarbeitet. Aktuell stehen in Stufe IV 37 Betten zur Verfügung, von denen mit Stand 3. November 28 belegt sind. In Stufe V können insgesamt 45 Betten mit Corona-Patientinnen und           

-Patienten mit Intensivpflegebedarf belegt werden.

 

Zu Frage 3: Wie viele der Normalbetten sind in Salzburg aktuell auf welchen Stationen aus welchen Krankheitsgründen belegt, wenn man bedenkt, dass in der Covid-Hochphase im März/April in Salzburg laut eigenen Aussagen knapp 5.000 Betten in insgesamt 32 öffentlichen und privaten Krankenhäusern, davon 181 Intensivbetten zur Verfügung standen (wir ersuchen um Auflistung nach Stationen und Krankheitsgründen, wie z. B.: Grippe)?

 

In den LGF-finanzierten Krankenanstalten inkl. UKH der AUVA sind im Bundesland Salzburg mit Stand 3. November 2.550 Betten auf Normalpflegestationen belegbar. Davon sind aktuell 1.877 (inkl. 106 COVID-19) Betten belegt. Tagesaktuell wären weitere 38 Betten sofort und 71 zusätzlich innerhalb von sieben Tagen für Corona-Patientinnen und -Patienten bereitstellbar. Die Krankheitsgründe entziehen sich meiner Kenntnis.

 

Zu Frage 4: Wie viele der Intensivbetten sind in Salzburg aktuell auf welchen Stationen aus welchen Krankheitsgründen belegt, wenn man bedenkt, dass in der Covid-Hochphase im März/April in Salzburg laut eigenen Aussagen knapp 5.000 Betten in insgesamt 32 öffentlichen und privaten Krankenhäusern, davon 181 Intensivbetten zur Verfügung standen (wir ersuchen um Auflistung nach Stationen und Krankheitsgründen, wie z. B.: Grippe)?

 

In den LGF-finanzierten Krankenanstalten inkl. UKH der AUVA sind im Bundesland Salzburg mit Stand 3. November 141 Betten auf Intensivpflegestationen belegbar. Davon sind aktuell 84 (inkl. 28 COVID-19) Betten belegt. Tagesaktuell wären weitere 28 Betten sofort und vier zusätzlich innerhalb von sieben Tagen für Corona-Patientinnen und -Patienten bereitstellbar. In der höchsten Eskalationsstufe sind salzburgweit insgesamt 45 Intensivpflegebetten für Corona-Patientinnen und -Patienten möglich. Die Krankheitsgründe entziehen sich meiner Kenntnis.

 

Corona-Patientinnen und -Patienten erfordern allerdings einen höheren Einsatz von medizinischen und pflegerischen Ressourcen. Daher sieht der Eskalationsplan vor, Personalressourcen für die zukünftigen Herausforderungen freizuspielen. Aus diesem Grund müssen einerseits non-COVID-19 Betten gesperrt und elektive Operationen verschoben werden. Die Versorgung von Akutpatientinnen und –patienten ist aber aktuell aufgrund der Planung des medizinischen Krisenstabs zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

 

Zu Frage 5: Auf welche Gründe ist die Tatsache zurückzuführen, dass das Land Salzburg
offiziell eine eklatant geringere Anzahl an Betten für COVID-Fälle pro Einwohner aufweist als andere Bundesländer?

 

Die Planungen im Land Salzburg basieren auf den aktuell realistisch vorgehaltenen Ressourcen. Dabei werden die verfügbaren Betten entsprechend des Stufenplans bekanntgegeben. Dadurch soll die Versorgung von Elektivpatientinnen und -patienten möglichst lange gewährleistet werden. Über die Meldungen anderer Bundesländer kann keine Aussage getroffen werden.

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 3. November 2020

 

Dr. Stöckl eh.