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Nr. 156 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Thöny MBA, Dr.in Dollinger und Klubvorsitzenden Wanner betreffend den Zugang zu Therapieleistungen für Kinder und Jugendliche

 

 

Österreichweit gibt es gerade bei wichtigen Therapieangeboten im Bereich Psychotherapie, Ergotherapie, Logopädie große Versorgungslücken. Insbesondere im Bereich der Psychotherapie braucht es einen Ausbau der kassenfinanzierten Therapieplätze für Kinder- und Jugendliche.

Die therapeutische Versorgung auf Kassenkosten ist in jedem Bundesland unterschiedlich stark ausgebaut. Im Bereich der psychotherapeutischen Versorgung hat Salzburg mit der integrierten Versorgung ein best practice Modell ausgerollt. Jedoch sind kassenfinanzierte Therapiestunden für Kinder- und Jugendliche in diesem Bereich auch noch ausbaufähig. Gerade die Corona-Krise zeigt, dass die Belastungen für Kinder- und Jugendliche durch den längeren Ausschluss von Lern- und Erfahrungsräumen, fehlender sozialer Kontakte mit Gleichaltrigen etc., in der kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung Spuren hinterlassen und zu Defiziten in der Kommunikation, der mentalen Gesundheit sowie in der Alltagskompetenz führen.

Im Lock-Down hat sich aber auch gezeigt, dass vor allem die Teletherapie sehr nachgefragt wurde, auch aufgrund des niederschwelligen Zugangs.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

Die Salzburger Landesregierung wird aufgefordert,

 

  1. mehr kassenfinanzierte Therapieplätze für Psychotherapie, Ergotherapie und Logopädie vor allem für Kinder und Jugendliche zu schaffen,

 

  1. sowie Möglichkeiten für die „Teletherapie“ über die Pandemiesituation hinaus einzurichten, sodass ein niederschwelliger Zugang vor allem für Kinder- und Jugendliche gegeben ist,

     

  2. die Kassensätze für therapeutische Leistungen zu erhöhen,

     

  3. sich zur Gleichwertigkeit psychischer und physischer Gesundheit zu bekennen,

     

  4. Präventionsangebote und Beratungsstellen auszubauen und

     

  5. eine Informationskampagne zur Förderung mentaler Gesundheit zu starten.

     

  6. Dieser Antrag wird dem Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 16. Dezember 2020

 

Thöny MBA eh.

Dr.in Dollinger eh.

Wanner eh.