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Nr. 171 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser betreffend Lesekompetenz an Salzburger Schulen

 

 

„Rund 17 % der 16- bis 65-Jährigen in Österreich, das entspricht ungefähr einer Million Menschen, verfügen über nur niedrige Lesekompetenz. Während einzelne Wörter und kurze Sätze meist bewältigt werden können, haben diese Personen massive Probleme beim sinnerfassenden Lesen von Textpassagen. Diese Ergebnisse basieren auf der PIAAC-Erhebung, im Rahmen derer erstmals in Österreich die Lesekompetenz, die alltagsmathematische Kompetenz und die Problemlösekompetenz im Kontext neuer Technologien bei Erwachsenen gemessen wurden[1]“.

 

Ein aktueller Bericht des österreichischen Rechnungshofes thematisiert das Thema „Leseförderung an Schulen“. Schon in der Volksschule erreicht eine ganze Reihe von Kindern die Bildungsstandards nicht, und es gibt Schülerinnen und Schüler, die die Mittelschule verlassen, ohne sinnerfassend lesen und schreiben zu können.

 

Salzburg wird im Rechnungshofbericht grundsätzlich ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt, trotzdem ist es wichtig, die Empfehlungen des Rechnungshofberichtes umzusetzen.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird ersucht, an die Bundesregierung mit der Forderung heranzutreten, weitere Maßnahmen zu setzen, um die Lesekompetenz der österreichischen Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu steigern. Dabei soll neben einem nationalen System–Monitoring auch eine evidenzbasierte Unterstützung der Schulen in der Qualitätsentwicklung angeboten und die Vergleichbarkeit mit den bereits durchgeführten Bildungsstandardüberprüfungen gewährleistet werden.

 

  1. Dieser Antrag wird dem Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung

 

Salzburg, am 16. Dezember 2020

 

Dr. Huber eh.

Egger MBA eh.

Weitgasser eh.

 

 

[1] Quelle: Niedrige Lesekompetenz in Österreich, Markus Bönisch & Manuel Reif, Jänner 2014