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Nr. 173 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobmann Egger MBA, Zweiter Präsident Dr. Huber und Weitgasser betreffend Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer

 

 

Auch zu Zeiten der Coronapandemie steigen immer mehr Salzburgerinnen und Salzburger auf das Fahrrad oder genießen die heimische Umgebung auf dem E-Bike. Dieser Trend wird von der Politik unterstützt und von der Gesellschaft gefordert. Wer allerdings mit dem Fahrrad unterwegs ist, zählt zu den schwächeren Verkehrsteilnehmern und trägt dadurch auch ein höheres Risiko im Straßenverkehr.

 

Während in Österreich im Jahr 2019 die Anzahl der ums Leben gekommenen Fahrradfahrer zwar gottseidank wieder gesunken ist, stieg die Anzahl der Fahrradunfälle seit 2013 mit einem Plus von 28 % wieder signifikant an. 47 % aller in Österreich stattgefundenen Fahrradunfälle wurden im Jahr 2019 von den Fahrradfahrern selbst verursacht, 53 % hingegen von anderen Verkehrsteilnehmern. Gerade in Kreuzungsbereichen und parallel zu Fahrbahnen verlaufenden Radfahrstreifen kommt es oftmals zu Missverständnissen und Fehlverhalten, vor allem beim Rechtsabbiegen als auch beim verschwenkten Geradeausfahren. Und genau hier wollen wir ansetzen, denn jeder Verkehrstote auf Österreichs Straßen ist einer zu viel.

 

In Tirol gibt es heimisches Know-How, das den Schutz von Fußgängerinnen und Fußgängern, aber auch Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern nachhaltig verbessert: das auf Radar gestützte System warnt den Kraftfahrzeugverkehr beim Herannahen von Radfahrern und E-Scootern. Das System errechnet permanent unter Berücksichtigung der Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmerin / des Verkehrsteilnehmers die Ankunftszeit am Gefahrenpunkt sowie deren genaue Position und gibt mittels LED-Anzeige eine Warnung aus, falls eine Kollision droht. Laut Aussage des Herstellers ist, abhängig vom jeweiligen Standort, mit Systemkosten von etwa 15.000 € auszugehen.

 

Dieses oder ähnliche Systeme könnten sich dort, wo es die geforderten Erhebungen ergeben, insbesondere aber in der Landeshauptstadt und den Bezirkshauptstädten positiv auf das Verkehrsunfallgeschehen mit Radfahrerinnen und Radfahrern auswirken.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

  1. Die Salzburger Landesregierung wird aufgefordert zu prüfen, wie die Verkehrssicherheit von Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern mittels technischem Einsatz im Sinne der Präambel weiterhin verbessert werden kann. Dieser Bericht möge dem Salzburger Landtag binnen drei Monaten nach Behandlung zugestellt werden.

 

  1. Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Infrastruktur, Mobilität, Wohnen und Raumordnung zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung

     

 

Salzburg, am 16. Dezember 2020

 

Egger MBA eh.

Dr. Huber eh.

Weitgasser eh.