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Nr. 132-ANF der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Anfrage

 

der Abg. Klubobmann Egger MBA, Zweiter Präsident Dr. Huber und Weitgasser an Landesrätin Hutter BEd betreffend Wiedervernässung von Mooren

 

 

Moore haben im Gegensatz zu Sümpfen grundsätzlich einen ständigen Wasserüberschuss und speichern circa ein Drittel des erdgebundenen CO2, obwohl sie nur deri Prozent der Erdoberfläche bedecken. Moore zählen damit zu den effektivsten CO2-Speichern der Welt. Zum Vergleich dazu: alle Wälder dieser Erde speichern insgesamt nur die Hälfte aller CO2-Emissionen, obwohl ihre Fläche fünfmal so groß ist. Und ein einziger Hektar Moor speichert durchschnittlich so viel Kohlenstoffdioxid, wie jährlich von rund 1.400 Autos ausgestoßen wird.

 

Werden Moore allerdings zerstört, können sie kein Wasser mehr speichern und es werden riesige Mengen an CO2 freigesetzt. Ein durchschnittliches Moor in Österreich speichert in den oberen 50 cm rund 150 Tonnen CO2 pro Hektar. Durch die Entwässerung zersetzt sich Torf bei der Trocknung und dadurch entweicht CO2, das dort tausende Jahre im Boden gelagert hat. Alleine in Österreich sind wahrscheinlich über 90 % der Moore entwässert.

 

Moore stehen im Bundesland Salzburg unter einem „allgemeinen Lebensraumschutz“, der für bestimmte Arten von Vorhaben wie etwa Straßenbau, Abbau von Bodenschätzen, Bau von Skipisten, Liftanlagen und dergleichen Ausnahmen hinsichtlich der Unberührbarkeit solcher Lebensräume vorsieht. Mit dem Wissen, dass jedoch nur intakte Moore CO2 speichern und somit das Klima schützen, muss es uns aller Ansinnen sein, zum einen bereits ausgetrocknete Moore bestmöglich wiederzuvernässen, zum anderen aber auch Abstand davon zu nehmen, intakte Moore weiterhin zu versiegeln.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten die

 

Anfrage:

 

  1. Wie viele nicht intakte Moore gibt es im Bundesland Salzburg? Bitte um Auflistung nach Ort und Größe.

     

  2. Was wird von Seiten des Landes Salzburg unternommen, um bestehende Moore davor zu schützen, dass sie austrocknen?

     

  3. Gibt es Überlegungen, nicht intakte Moore wiederzuvernässen? Wie sehen diese Überlegungen konkret aus und mit welchen Maßnahmen soll welche konkrete Anzahl an wiedervernässten Mooren erreicht werden?

Salzburg, am 16. Dezember 2020

 

Egger MBA eh.

Dr. Huber eh.

Weitgasser eh.