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Nr. 137-ANF der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Anfrage

 

der Abg. Thöny MBA und Klubvorsitzenden Wanner an die Landesregierung betreffend die psychosoziale Versorgung im Bundesland Salzburg

 

 

Aktuelle Studien belegen, dass die Corona-Krise eine massive psychische Belastung für die Bevölkerung darstellt. Der Bedarf an gezielter wohnortnaher psychiatrischer Versorgung wird steigen und wird wichtiger denn je.

 

Die „Integrierte psychiatrische Versorgung –Salzburger Modell“ sieht die Etablierung eines integrativen und sektorenübergreifenden Behandlungsnetzwerkes vor, in dem spezielle Teams, sogenannte „Assertive Communitix Treatment Teams“ multiprofessionelle und wohnortnahe Behandlung für Patientinnen und Patienten mit schweren, insbesondere chronischen, psychischen Erkrankungen, anbieten.

Der Psychosoziale Dienst ist ein wichtiger Bestandteil der Psychosozialen Versorgung.

Im Sozialbericht 2019 wird der Bericht des Bundesrechnungshofs mit Schwerpunkt Psychosoziale Versorgung unter anderem wie folgt hervorgehoben:

 

  • Mit den vier bestehenden Standorten in der Stadt Salzburg, in St. Johann im Pongau, Tamsweg, Zell am See und der Außenstelle in Mittersill verfügt das Land Salzburg nach Ansicht des Rechnungshofs über ein flächendeckendes und gut erreichbares Versorgungsangebot.

  • Der Rechnungshof hält dazu fest, „dass der Psychosoziale Dienst aufgrund seiner Drehscheibenfunktion und des regelmäßigen Informationsaustauschs mit Behörden und Leistungsanbietern auch bei der Steuerung des Zugangs zu anderen psychosozialen Versorgungsangeboten eine wesentliche Rolle spiele. Diese – auch durch sein Wartelistenmanagement geförderte – Vernetzung erachte der Rechnungshof als wesentlichen Beitrag zur Qualitätsverbesserung des psychosozialen Versorgungssystems“

 

Aufgrund der nun fast seit einem Jahr andauernden Pandemie erhöht sich der Bedarf für eine psychosoziale Unterstützung. Im Psychosozialen Dienst im Pinzgau wurden seitens des Landes die Stunden gekürzt. Gerade jetzt sollte das Land diese so wichtige Versorgung mit mehr Personal- und Zeitressourcen ausstatten und nicht kürzen. Vor dem Hintergrund, dass der Bedarf steigt und es bei den niedergelassenen Psychiatern und Psychotherapeuten drei bis sechs Monate Wartezeit gibt, ist eine Stunden- bzw. Personalkürzung nicht nachvollziehbar.

 

 

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten die

 

Anfrage:

 

  1. Wie viele Stunden wurden beim Psychosozialen Dienst des Landes allgemein und speziell im Pinzgau gekürzt?

 

  1. Warum wurden die Stunden gekürzt? (Es wird um ausführliche Begründung ersucht.)

     

  2. Steht in Planung diese wieder aufzustocken?

     

    1. Wenn ja, ab wann und um wie viele Stunden?

 

  1. Wenn nein, warum nicht?

     

  2. Wie deckt man die eingeschränkten Erreichbarkeiten ab?

 

  1. Sind noch weitere Stundenkürzungen beim Psychosozialen Dienst des Landes geplant und wenn ja wo, ab wann, warum und in welchem Ausmaß?

     

  2. Die integrierte psychiatrische Versorgung - Salzburger Modell - besteht seit 2018.

     

    1. In welchem Ausmaß wird dieses Angebot der „Assertive Communitix Treatment Teams“ angenommen? (Es wird um eine genaue Auflistung der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der bereits getätigten Behandlungen bzw. Informationen über den genauen Umsetzungsstand und den Deckungsgrad der bisherigen Maßnahmen ersucht.)

 

  1. Ist der Ausbau der ACT-Teams für die Versorgungsregion Nord und Süd geplant und wenn ja, in welchem Ausmaß und wenn nein, warum nicht?

     

  2. Wurde der steigende Bedarf in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und der psychosozialen Versorgung im ganzen Land im Budgetplan berücksichtigt und wenn ja, in welchem Ausmaß und wenn nein, warum nicht?

 

  1. Wurde speziell im Bereich der psychosozialen Versorgung für Kinder und Jugendliche eine finanzielle und personelle Vorsorge getroffen?

     

    1. Wenn ja, wie und ab wann steht dieses Angebot zur Verfügung?

 

 

 

  1. Wenn nein, warum nicht?

 

 

Salzburg, am 13. Jänner 2021

 

Thöny MBA eh.

 

Wanner eh.