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Nr. 228 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Mag. Zallinger, Ing. Wallner, Mag.a Jöbstl und Schernthaner betreffend weitere Digitalisierung an der PLUS (Paris Lodron Universität Salzburg)

 

 

Die Universität Salzburg muss sich derzeit vielen Herausforderungen stellen. In der ersten Phase der Coronakrise fand das Lehr- und Prüfungsangebot an den österreichischen Hochschulen zum überwiegenden Maß online statt. Präsenzlehrveranstaltungen gab es nur in wenigen Ausnahmefällen. Das war sowohl für die Lehrenden als auch für die Studierenden keine leichte Situation, welche man in diesem Ausmaß noch nicht erlebt hat.

Aufgrund der stark ansteigenden Infektionszahlen wurde die Pra?senzlehre mit 19. Oktober wieder eingestellt. Der Universitätsbetrieb wird wie im Sommersemester online stattfinden (Labore, sportpraktische Übungen sowie Seminare für Abschlussarbeiten sind die einzigen Ausnahmen, die in Präsenz weiterlaufen dürfen).

 

Weiters stehen neben den aktuellen Entwicklungen der Universität Salzburg auch gravierende strukturelle Veränderungen bevor. Künftig soll es sechs statt bisher vier Fakultäten geben. So ist geplant, die Kultur- und Gesellschaftswissenschaft in eine Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät aufzuteilen. Die Rechtswissenschaft soll zu einer Fakultät für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften werden. Und aus der Naturwissenschaftlichen Fakultät soll eine neue „Fakultät für Digitale Analytische Wissenschaften“ herausgelöst werden. Die Katholisch-Theologische Fakultät bleibt bestehen.

 

Parallel dazu wird aber auch über weitere neue Wege und Möglichkeiten debattiert, um die Universität attraktiver zu gestalten und um im österreichischen Vergleich konkurrenzfähig zu bleiben.

Die Universität Salzburg ist mit ihrer jahrhundertelangen Geschichte ein Aushängeschild unseres Bundeslandes. In zwei Jahren wird die Universität schließlich ihr 400-jähriges Bestehen feiern. Gerade deshalb gilt es jetzt, die notwendigen Investitionen in unsere Universität zu setzen, um sie mit den bestmöglichen Mitteln auszustatten, um schließlich auch diese Krise – bedingt durch die aktuelle Pandemie – zu meistern.

 

Die Bildungsinfrastruktur in Österreich und insbesondere an der Universität Salzburg soll aufgrund der gewachsenen Herausforderungen gemeinsam von Bund und Ländern verbessert werden. Digitale Lehr- und Lernangebote können Menschen in ganz Europa einen standortunabhängigen Zugang zu weltbester Bildung ermöglichen. Neben Vorhaben, die bereits in den Leistungsvereinbarungen verankert sind, wurden € 50 Mio. im Rahmen der Universitätsfinanzierung der Jahre 2019 - 2021 explizit dem Thema „Digitale und soziale Transformation“ gewidmet.

Für die Leistungsvereinbarungsperiode 2022 - 2024 erhalten die Universitäten laut dem Budgetbericht der Bundesregierung rund € 1,2 Mrd. mehr.

 

Man muss hierbei auch festhalten, dass eine jede Krise neue Chancen mit sich bringt. Eine Optimierung der technischen Ausrüstung schafft neue Standards für die Zukunft und stärkt die Universität als studierendenorientierten Ort. Das würde schließlich auch die Vernetzung der Lehrenden mit den Studierenden verbessern. Dabei spielt das Angebot an digitalen Werkzeugen und Anwendungen wie etwa offenen Bildungsressourcen (Open Educational Resources, OER) eine mindestens ebenso große Rolle wie die Frage, wie Hochschulen digital gestützte Lehre servicieren. Dabei reicht es nicht nur, bei den Studierenden anzusetzen. Auch die Lehrenden brauchen das Rüstzeug, um die digitalen Hilfsmittel entsprechend einzusetzen.

 

e-Administration lautet indes das Schlagwort für Digitalisierung in Verwaltung und Management. Damit gemeint ist, Verwaltungsabläufe durch digitalisierte Prozesse einfacher und effizienter zu gestalten. So würde sich der gesamte Verwaltungsaufwand der Universität einfacher und zentraler gestalten lassen. Beispielsweise könnten Anträge an die Studienabteilung oder Anerkennungsanträge effizient online durchgeführt werden. Die Basis für digital signierbare Dokumente ist dafür schon auf Unionsebene (eIDAS-Verordnung) und schließlich das darauf erlassene Signaturgesetz (SigG) geschaffen worden.

 

Auch das bereits in die Jahre gekommene PLUSOnline soll nach Möglichkeit einem Erneuerungsprozess unterzogen werden. Beispielhaft in Sachen Digitalisierung der Verwaltung der Universitäten gehen etwa die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) oder auch die Universität Klagenfurt voran. Zu nennen sind hier „Mobile First“ der (WU) Wien und „AHESN Next“ der Universität Klagenfurt. Mit „Mobile First“ soll das Smartphone zu einer Art universitärem Universaltool gemacht werden, mit dem sich sämtliche Tätigkeiten am Campus erledigen lassen sollen (zB Ausdrucken von Unterlagen, Aufsperren von Zugängen, Einholen von Informationen). Mit „AHESN Next“ soll eine Plattform für alle studienbezogenen, administrativen Abläufe rund um ein Studium geschaffen werden – von der Anerkennung einzelner Prüfungen bis zur Erstellung ganzer Curricula.

 

Insgesamt bieten sich für die Universität Salzburg in einem Schwerpunkt Digitalisierung, nicht nur der internen Abläufe, sondern vor allem auch im Bereich der Forschung und Entwicklung, enorme Chancen auf diesem absoluten Zukunftsmarkt, die es verstärkt zu nutzen gilt, um den Universitätsstandort Salzburg abzusichern.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

 

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird ersucht, an die Bundesregierung mit dem Ersuchen heranzutreten,

 

  1. die Bildungsinfrastruktur in Österreich und insbesondere an der Universität Salzburg
    aufgrund der gewachsenen Herausforderungen zu optimieren und

 

  1. gemeinsam mit der Universität Salzburg eine geeignete e-Administration zu etablieren, welche Verwaltungsabläufe durch digitalisierte Prozesse einfacher und effizienter gestalten soll.

     

  2. Die Salzburger Landesregierung wird ersucht, den digitalen Zugang zu Wissenschaft und Forschung – in Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg, der Fachhochschule Salzburg sowie dem Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung – zu erweitern, damit die Verbreitung von Wissen noch besser ausgeschöpft und insbesondere auch der Zugang zu und der Austausch von Inhalten, Daten und Informationen verbessert werden.

 

  1. Dieser Antrag wird dem Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss zur weiteren Beratung, Antragstellung und Berichterstattung zugewiesen.

     

 

Salzburg, am 3. Februar 2021

 

Mag. Zallinger eh.

 

Ing. Wallner eh.

 

Mag.a Jöbstl eh.

 

  Schernthaner eh.