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Nr. 197 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Bericht

 

des Ausschusses für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen zum Antrag der Abg. Ganitzer und Dr. Maurer (Nr. 36 der Beilagen) betreffend die Förderung von günstigen Familien-Skipässen und zum Antrag der Abg. Klubobfrau Svazek BA, Berger, Lassacher, Rieder, Dr. Schöppl, Stöllner und Teufl (Nr. 45 der Beilagen) betreffend die Förderung von Liftkarten für Familien in der Wintersaison 2020/2021

 

 

Der Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen hat sich in der Sitzung vom 13. Jänner 2021 mit den beiden Anträgen befasst.

 

Abg. Ganitzer erläutert, dass der vorliegende Antrag der SPÖ aus dem Herbst des vergangenen Jahres stamme. Mittlerweile sei leider schon fast die Hälfte der aktuellen Wintersaison vorbei. Nichtsdestotrotz sei der Antrag auch für die Zukunft wichtig, da Kinder und Jugendliche die Skifahrerinnen und Skifahrer von morgen seien. Es sei eine Tatsache, dass in den letzten Jahren immer weniger Salzburger Kinder und Jugendliche das Skifahren erlernten. Ein möglicher Grund dafür sei wohl in den hohen Kosten zu suchen. So koste allein die Tageskarte für eine dreiköpfige Familie im Snow Space Salzburg € 147,--. Solche Ausflüge seien dann nicht sehr oft möglich, denn für viele Familien sei dies kein kleiner Betrag. Skiausflüge mit der Familie spielten aber für das Erlernen des Sportes eine große Rolle. Hinzu komme noch, dass auch der Kauf der Skiausrüstung eine finanzielle Belastung für Familien darstelle. Hier habe glücklicherweise die von der Arbeiterkammer organisierte Tauschbörse ein bisschen gegensteuern können. Wenn das Land die Seilbahnwirtschaft entsprechend unterstütze, werde es sicher möglich sein, sehr günstige Angebote für Familien machen zu können. Dadurch ermögliche man nicht nur mehr Familien das Skifahren, sondern helfe auch der Seilbahnwirtschaft, weil man sich damit zukünftige Gäste sichere. Abg. Ganitzer bringt folgenden Abänderungsantrag ein, mit dem der Antragstext aktualisiert und modifiziert werden soll:

 

Die Salzburger Landesregierung wird aufgefordert, mit der heimischen Seilbahnwirtschaft Gespräche aufzunehmen und ein Subventionskonzept zu erstellen, damit diese sehr günstige Familien-Skipässe bzw. günstige Angebote für Familien und sehr günstige Kinder- und Jugendskipässe anbieten können.

 

Abg. Rieder erklärt, dass es auch das Ansinnen der FPÖ sei, entsprechende Unterstützungen für Familien zu erreichen. Es sei hinlänglich bekannt, dass die Ausübung des Skisportes mit einem gewissen finanziellen Aufwand verbunden sei. Leider habe nicht jeder das Glück, ein Skigebiet wie beispielsweise St. Johann vor der Haustür zu haben, wo die Saisonkarte für Jugendliche mit € 70,-- gefördert werde. Familien in Salzburg sollten es sich auch in Hinkunft leisten können, gemeinsam auf den Pisten unterwegs zu sein. Viele Familien litten derzeit unter coronabedingten Einkommensverlusten. Man müsse also gerade jetzt darüber nachdenken, wie man die Seilbahnwirtschaft rechtskonform, also vor allem im Einklang mit dem EU-Wettbewerbsrecht, fördern könne, damit diese den Familien günstige Lifttarife anbieten könne. Man müsse sich bemühen, dass für Familien das gemeinsame Skierlebnis leistbar bleibe, damit diese Bewegung und Freude in der Natur genießen könnten.

 

Landesrätin Mag.a (FH) Klambauer betont, dass es ihr als Familienlandesrätin ein großes Anliegen sei, dass das Skifahren für heimische Familien leistbar sei. Im Rahmen des Salzburger Familienpasses gebe es schon bisher Kooperationen mit zehn verschiedenen Skigebieten im Bundesland, welche Ermäßigungen zwischen 35 % und 50 % auf Skitagespässe für Familien anböten. Im günstigsten Skigebiet im Lammertal sei ein Familientagesskipass sogar schon ab € 38,-- zu haben. Darüber hinaus gebe es auch in vielen Gebieten günstige Halbtagespässe. Für Familien seien gerade diese Karten besonders attraktiv, da mit kleineren Kindern ein halber Tag Skifahren oft schon genug sei. Über alle Angebote und Vergünstigungen informiere man im Salzburger Familienjournal, welches das meistgelesene Familienmagazin im Bundesland sei. Im Familienjournal weise man auch immer wieder auf die Wintertauschbörse der Arbeiterkammer hin, die ein sehr wichtiges ergänzendes Angebot sei, um günstige Ausrüstung zu erstehen. Außerdem dürfe sie auch nochmals in Erinnerung rufen, dass der Familienpass nicht nur günstiges Skifahren ermögliche. Der Familienpass mit seinen über 400 Kooperationenspartnern eröffne Familien eine große Palette preisgünstiger Freizeitaktivitäten, auf die sich die Familien nach der langen Zeit in den eigenen vier Wänden sicher schon sehr freuten.

 

Abg. Mag. Scharfetter spricht zunächst der heimischen Seilbahnwirtschaft großen Dank aus. Diese habe es den Salzburgerinnen und Salzburgern ermöglicht, über Weihnachten Skifahren gehen zu können. Dieses Angebot sei von vielen sehr gerne angenommen worden. Es sei hoch geschätzt worden, dass die Seilbahnen unter den derzeit bekanntermaßen wirtschaftlich äußerst schwierigen Bedingungen die Möglichkeit zum Skifahren eröffnet hätten. Zur Tarifgestaltung der Seilbahnwirtschaft sei er der Ansicht, dass diese sehr familienfreundlich sei. Ski Amadé biete beispielsweise verschiedene Ermäßigungsmodelle an, wie etwa den Familienbonus, die Jungfamilienkarte, die Mini's Week. Bei der Osterfamilienaktion, welche von 13. März bis Saisonende laufe, könnten Kinder bis 15 Jahre gratis mitgenommen werden, wenn ein Elternteil sich einen Sechs-Tages-Skipass kaufe. Beim Junior Weekend Discount erhalte man jedes Wochenende 35 % Rabatt auf die Kinder- und Jugendkarten. In den großen Skigebieten gebe es immer attraktive Angebote. Darüber dürfe man aber nicht übersehen, dass es in Salzburg auch viele kleine Skigebiete gebe, welchen die Familien besonders am Herzen lägen. In Werfenweng seien beispielsweise Kinder unter sechs Jahren gänzlich frei. Zudem gebe es einen speziellen Familien-Kind-Tarif, bei dem Kinder der Jahrgänge 2005 – 2014 um € 14,-- für einen Halbtages-Skipass mitgenommen werden könnten. In der Almenwelt Lofer könnten Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre jeden Samstag von den Eltern gratis zum Skifahren mitgenommen werden. Im Skigebiet Kitzsteinhorn/Zell am See gebe es für Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre die Tageskarte um € 10,--. Diese Beispiele seien nur exemplarisch, die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Der Seilbahnwirtschaft sei bewußt, dass der Skifahrer-Nachwuchs ein sehr wichtiges Thema sei. Es würden daher zahlreiche Vergünstigungen für Familien angeboten. Darüber hinaus unterstütze auch das Land verschiedene Aktionen, wie zB school on snow. Auch das Netzwerk Winter bemühe sich mit Unterstützung des Landes seit zehn Jahren intensiv um die Förderung des Wintersports. All diese Maßnahmen seien wichtig, da es immer mehr Schulen gebe, die keinen Skikurs zusammenbrächten und bei immer weniger Familien ein Bezug zum Skisport bestehe. Aus Sicht der ÖVP gebe es genug familienfreundliche Angebote der Seilbahnwirtschaft. Man müsse sich jedoch bemühen, diese noch besser zu kommunizieren.

 

Abg. Heilig-Hofbauer BA räumt ein, dass Skifahren für Familien unbestritten mitunter ein kostspieliges Vergnügen sei. Dies hänge vor allem mit der Infrakstruktur zusammen, die zum Skifahren gebraucht werde. Er verweise dazu nur auf die Diskussionen zur flächendeckenden Beschneiung oder zu komfortablen Liftanlagen. Das alles koste viele Millionen, die natürlich auch wieder hereingebracht werden müssten. In einem Bundesland wie Salzburg sei der Wintersport ein wichtiger Teil der Freizeitgestaltung. Wenn man die Berge vor der Haustüre habe, dann wolle man dies klarerweise auch ausnutzen. Es sei daher wichtig, dass es entsprechend leistbare Angebote für einheimische Familien gebe. Mit dem Salzburger Familienpass gebe es aber bereits sehr attraktive Angebote, die von vielen Familien genützt würden. Der Gästemangel und die Schwierigkeiten in der laufenden Saison lägen in erster Linie in der Pandemiesituation begründet und nicht im Fehlen kostengünstiger Angebote. Aufgrund der Ausführungen von Landesrätin Mag.a (FH) Klambauer und Abg. Mag. Scharfetter zu den derzeit bereits existierenden Vergünstigungen für Familien in Salzburger Schigebieten stellt Abg. Heilig-Hofbauer BA den Antrag, die Anträge Nr. 36 und Nr. 45 der Beilagen gemeinsam mit Bericht zur Kenntnis zu erledigen.

 

Klubvorsitzender Abg. Wanner betont, dass der Antrag der SPÖ nicht als Kritik an der Seilbahnwirtschaft verstanden werden wolle. Es sei nur der Vorschlag, sowohl die Seilbahnwirtschaft als auch die Familien noch besser zu unterstützen. Wie allen bekannt sei, erlebe die Seilbahnwirtschaft, der für die Pistenöffnung im Dezember wirklich großer Dank ausgesprochen werden müsse, derzeit wirtschaftlich äußerst schwierige Zeiten. Erledige man den Antrag nun mit Bericht zur Kenntnis, so bedeute dies Stillstand und keinerlei Verbesserung oder Unterstützung. Der Antrag der SPÖ diene nur dazu, das bereits exzellente Angebot der Seilbahnwirtschaft noch weiter zu verbessern, um so viele einheimische Skifahrer-Familien wie möglich kostengünstig auf die Pisten zu bringen. Damit wäre auch den vielen Familien geholfen, die durch Corona auf jeden Cent schauen müssten. Vielleicht könne man auch Skikurse und Skischulen noch stärker unterstützen. Das Land könnte so über eine Umwegrentabilität ebenfalls wieder profitieren. Von der SPÖ werde es daher keine Zustimmung dazu geben, ihren Antrag mit Bericht zur Kenntnis zu erledigen.

 

Klubobfrau Abg. Svazek BA führt aus, dass sie der gleichen Meinung wie Klubvorsitzender Abg. Wanner sei. Der Seilbahnwirtschaft sei für die Öffnung der Pisten zu danken und die Bedingungen auf den Hängen hervorragend. Wirtschaftlich sei dies für die Betreiber aber natürlich nicht rentabel, sondern eine Katastrophe. Die Pandemie offenbare Schwächen im System. Wie schon so oft im Zusammenhang mit der Corona-Krise, solle man daher nun die Gelegenheit wahrnehmen, um bestimmte Entwicklungen zu überdenken. Der in erster Linie auf zahlungskräftige Gäste aus dem Ausland ausgerichtete Wintertourismus habe sehr hohe Investitionen nach sich gezogen, damit jeder nur erdenkliche Komfort gewährleistet sei. Falle die Gruppe dieser Gäste jedoch weg, so sei dies ein Riesenproblem. Wenn man sich zumindest eine teilweise Kompensation dieses Ausfalls durch die Salzburgerinnen und Salzburger erhoffe, müsse man sicherstellen, dass diese sich das Skifahren auch leisten könnten. Skifahren gehöre einfach zur Salzburger Kultur und Tradition. Auch die FPÖ lehne es daher ab, ihren Antrag mit Bericht zur Kenntnis zu erledigen, vielmehr unterstütze man den Abänderungsantrag der SPÖ.

 

Abg. Mag. Scharfetter weist darauf hin, dass die heimischen Skigebiete im internationalen Wettbewerb stünden. Die Ansprüche der Skifahrerinnen und Skifahrer stiegen und daher seien die Betriebe gezwungen, hohe Summen zu investieren. Hierbei müsse weiters bedacht werden, dass die Anlagen auch nur kurze Zeit im Jahr genutzt werden könnten. Die Seilbahnwirtschaft investiere zwischen € 100 und 140 Mio. im Jahr, wovon auch hunderte mittelständische einheimische Unternehmen profitierten. Abschließend bringt Abg. Mag. Scharfetter unter Hinweis auf die zuvor erläuterten umfangreichen Unterstützungs- und Förderungsmaßnahmen für den Wintersport in Salzburg für die ÖVP einen Abänderungsantrag ein.

 

Zum Abänderungsantrag der ÖVP wird sodann intensiv über eine Modifikation dahingehend diskutiert, in Punkt 1. einen Halbsatz lautend „und weitere Unterstützungen der Seilbahnwirtschaft bei der Erstellung von familienfreundlichen Angeboten zu prüfen“ einzufügen. Diese Modifikation ist jedoch den Antragstellern der FPÖ nicht weitreichend genug, vielmehr wird eine Formulierung gefordert, wonach die Landesregierung die erwähnten Unterstützungen nicht nur prüfen, sondern sich dafür einsetzen solle. Dies findet wiederum keine Zustimmung seitens der Regierungsfraktionen. Da über den genauen Wortlaut zur Modifikation des Abänderungsantrages der ÖVP keine Einigkeit erzielt werden kann, wird dieser in der ursprünglich eingebrachten Form zur Abstimmung gebracht.

 

Der Abänderungsantrag der ÖVP wird mit den Stimmen von ÖVP, GRÜNEN und NEOS gegen die Stimmen von SPÖ und FPÖ – sohin mehrstimmig – angenommen.

 

Gemäß § 49 Abs. 2 Landtags-Geschäftsordnungsgesetz wird Abg. Mag. Scharfetter als Berichterstatter namhaft gemacht.

 

 

Der Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen stellt mit den Stimmen von ÖVP, GRÜNEN und NEOS gegen die Stimmen von SPÖ und FPÖ – sohin mehrstimmig - den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

Die Salzburger Landesregierung wird ersucht

 

1.    die bestehenden Partnerschaften mit Skigebieten, wie beispielsweise im Rahmen des Salzburger Familienpasses oder der Aktion „Salzburger Familien-Skitage“ weiter zu forcieren, um für Familien im Bundesland Salzburg einen möglichst günstigen Zugang zum Skifahren sicherzustellen

 

2.    über die zahlreichen, bestehenden Vergünstigungen und Aktionen für Familien noch stärker zu informieren

 

 

Salzburg, am 13. Jänner 2021

 

Die Vorsitzende:

Weitgasser eh.

 

 

Der Berichterstatter:

Mag. Scharfetter eh.

Beschluss des Salzburger Landtages vom 3. Februar 2021:

Der Antrag wurde mit den Stimmen von ÖVP, GRÜNEN und NEOS gegen die Stimmen von SPÖ und FPÖ – sohin mehrstimmig – zum Beschluss erhoben.