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Nr. 170-ANF der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Anfrage

 

der Abg. Thöny MBA und Klubvorsitzenden Wanner an Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stöckl betreffend die Entwicklung der Absolventenzahlen in der Pflegeausbildung im Bundesland Salzburg

 

 

Die Gesundheit Österreich GmbH hat im Jahr 2019 einen Mehrbedarf an Pflege- und Betreuungskräften von 76.000 Personen bis zum Jahr 2030 prognostiziert. Diese Zahl wurde nach oben korrigiert: Gemäß dem nun vorliegenden Ergebnisbericht der Taskforce Pflege fehlen unter Berücksichtigung weiterer Betreuungssettings bis zu 100.000 Personen in der Pflege. Die aktuelle Pandemie führt uns täglich vor Augen, dass der Pflegekräftemangel enorm ist. Nicht so sehr die Betten sind entscheidend in der Versorgung der Menschen, sondern das fehlende Personal, vor allem in der Pflege.

 

Die Krise am Arbeitsmarkt wird zum Anlass genommen, in der Pflegeausbildung – zumindest verbal – in die Offensive zu gehen: Bundesregierung, Arbeitsminister, AMS-Chefinnen/AMS-Chefs, alle kündigen an, kräftig in die Pflegeausbildung zu investieren.

 

Erfreulich ist, dass in Salzburg im März zusätzliche Studienplätze im Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege an der FH angeboten wurden. Dennoch entsteht der Eindruck, dass noch immer zu wenig ausgebildet wird, um den Bedarf zu decken. Es gibt zudem keine validen Zahlen zu den Ausbildungsabschlüssen in der Vergangenheit, im Vergleich zu den jetzigen Aktivitäten.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten die

 

Anfrage:

 

  1. Wie war die reale Entwicklung der Absolventinnen- und Absolventenzahlen in den letzten zehn Jahren? (Es wird um Auflistung nach Kalenderjahren, beginnend mit 2010, entsprechend der jeweiligen Pflegeberufe, je Ausbildungsstätte (Pflegeassistenz beziehungsweise Pflegehilfe bis 2016; Pflegeassistenz-Abschlüsse an den SOB Schulen sind ebenso anzuführen), Pflegefachassistenz, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege, differenziert nach GuK-Schulen und Fachhochschule, ersucht.)

 

  1. Wie viele Absolventinnen und Absolventen hatten bereits vorher einen Abschluss und haben einen höheren Abschluss erworben, also von der Pflegeassistenz zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege oder von der Pflegeassistenz zur Pflegefachassistenz oder von der Pflegefachassistenz zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege?

  2. Wie viele Personen haben im Jahr 2020 und 2021 mit einer Ausbildung begonnen? (Es wird um Auflistung nach jeweiligen Pflegeberufen je Ausbildungseinrichtung ersucht.)

 

  1. Wie hoch ist die Anzahl der abgeschlossenen Nostrifikationsverfahren seit 2010 bis heute? (Es wird um Auflistung nach Gesundheits- bzw. Pflegeberufen ersucht.)

 

  1. Wie ist Ihre Position zur Pflegefachassistenz? Soll diese – vor allem in den Krankenhäusern – die Pflegeassistenz ersetzen oder auch einen Teil des gehobenen Gesundheits- und Krankenpflegedienstes?

     

    1. Wenn ja, in welchem konkreten Ausmaß sollen diese die jeweiligen Berufe ersetzen, vor allem in welchem Ausmaß soll der gehobene Gesundheits- und Krankenpflegedienst ersetzt werden?

 

  1. Wie wollen Sie die Durchlässigkeit der Ausbildung von den Assistenzberufen zur gehobenen Gesundheits- und Krankenpflege an den Fachhochschulen herstellen?

 

  1. In welcher Weise wird sich das Land Salzburg finanziell und/oder anders einbringen?

 

  1. Sind Sie mit den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in regelmäßigem Austausch, um den Ausbildungsbedarf zu eruieren?

 

  1. Gibt es auch mit Reha-, Kureinrichtungen und privaten Trägern sowie Ordinationen Kontakte, um den Personalbedarf im Pflegebereich zu ermitteln und einzuplanen?

     

  2. Inwieweit beteiligt sich das Land Salzburg an der Evaluierung gemäß § 117 Abs. 21 Gesundheits- und Krankenpflege Gesetz (GuKG)?

     

    1. Welche Positionen hat das Land Salzburg dazu bisher eingebracht?

 

 

Salzburg, am 11. März 2021

 

Thöny MBA eh.

 

Wanner eh.