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Nr. 309 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Mösl MA, Thöny MBA und Klubvorsitzenden Wanner betreffend die Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung von Antisemitismus an Schulen

 

 

Der Antisemitismusbericht 2019 (https://www.ikg-wien.at/wp-content/uploads/2020/05/ ab2019down.pdf) zeigt auf, dass in den vergangenen Jahren in Österreich Übergriffe auf Jüdinnen und Juden zugenommen haben und tätliche Angriffe auch vor Kindern nicht Halt machen. Oskar Deutsch, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien betont in einem STANDARD-Artikel: https://www.derstandard.at/story/2000117714498/erneuter-anstieg-von-antisemitischen-vorfaellen-in-oesterreich, es brauche eine “gesamtgesellschaftliche Strategie gegen Judenfeindlichkeit”, um dem entgegenzuwirken.

Marko Feingold teilte mit tausenden Schüler*innen seine Lebensgeschichte als Holocaustüberlebender. Damit leistete er einen unschätzbaren Dienst für die Bewusstseinsbildung junger Menschen. Um den Geist und das Schaffen von Marko Feingold weiterleben zu lassen und dem Antisemitismus entgegenzuwirken, braucht es Engagement in der Bewusstseinsbildung, speziell bei Kindern und Jugendlichen.

 

Der für Schulen in der Stadt Salzburg zuständige Vizebürgermeister Auinger initiierte in Zusammenarbeit mit dem Mauthausen Komitee Österreich ein Schulprojekt, bei dem für alle vierten Klassen der städtischen Mittelschulen die Buskosten für eine Exkursion zum Konzentrationslager Mauthausen übernommen werden. 20 Klassen haben sofort ihr Interesse bekundet. Sobald im Hinblick auf die Corona-Pandemie Schul-Exkursionen wieder möglich sind, werden die Schulen dieses Angebot in Anspruch nehmen.

Diese Sensibilisierungsarbeit und Bewusstseinsbildung bei Kindern und Jugendlichen in Zusammenarbeit mit dem Mauthausen Komitee ist wichtiger denn je, da immer weniger Zeitzeugen ihre Erfahrungen mit Schüler*innen teilen können.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird ersucht, mit der Forderung an die Bundesregierung heranzutreten, Exkursionen nach Mauthausen oder eine andere KZ-Gedenkstätte in der achten Schulstufe in den Lehrplan aufzunehmen und dafür die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen.

  2. Außerdem wird die Salzburger Landesregierung aufgefordert, solange diese Lehrplanänderung noch nicht umgesetzt ist, ein Projekt zu starten, mit dem alle Schülerinnen und Schüler der Salzburger Schulen (Bundes-, Landes- und Berufsschulen) während der Pflichtschulzeit einmal auf Kosten des Landes eine Exkursion in eine KZ-Gedenkstätte unternehmen können und

 

  1. Gespräche mit dem Mauthausen Komitee Österreich zu führen, um dieses als Kooperationspartner für dieses Landesprojekt zu gewinnen.

     

  2. Dieser Antrag wird dem Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 24. März 2021

 

Mösl MA eh.

Thöny MBA eh.

Wanner eh.