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Nr. 320 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA und Teufl betreffend den Schutz und Erhalt heimischer Wildfisch- sowie Zuchtfischbestände

 

 

Heimische Wildfischbestände sind vor allem seit der fortschreitenden Verbauung und Regulierung von Gewässern stark unter Druck. Unsere Seen, Flüsse und Bäche sind die Heimat unserer Wildfischbestände wie etwa Äsche, Bachforelle oder Perlfisch, den es weltweit beispielsweise nur in Bayern und bei uns in Österreich gibt. Äsche und Perlfisch sind zudem in der FFH-Richtlinie Anhang II Schutzgüter der EU. Seit den 70er Jahren hat sich die Biomasse in unseren Freigewässern um 80 % verringert. Zusätzlich zu dieser Entwicklung kommt die Situation der Prädatoren, die an der Spitze der Nahrungskette stehen. Otter und Kormorane fressen die Laichfische, Gänsesäger und Fischreiher spezialisieren sich auf die Jungfische. Die schnell ausgesprochene Lösung von Zaunanlagen für Fischteiche verkennt die Situation in der Realität. Während man zwar für Zuchtfische (ergo Speisefische) einen Schutz errichten soll, werden unsere Wildfischbestände weiter dem Druck der sich verschlechternden Gewässer und der Prädatorensituation ausgesetzt. Wird aber auch ein Teich, der sich zumeist auf Privatgrundstücken und somit im Eigentum des Grundbesitzers steht, durch Elektrozäune oder Netze als Schutz vor Prädatoren errichtet, wird es anderen an das Habitat gebundenen Tieren ebenso unmöglich gemacht, die oft einzig verbliebene Wasseroase anzusteuern. Damit werden Lebensräume und in weiterer Folge auch die Biodiversität zerstört. Ähnlich verhält es sich mit über Teiche gespannten Netzen, um Kormorane abzuhalten. Zahlreiche andere Vogelarten, die nur zur Tränke kommen, verfangen sich in solchen Netzen. Fischfressende Prädatoren haben keine natürlichen Feinde mehr und vernichten Wildfischbestände, die ebenso zu Schutzgütern der EU zählen und unsere heimischen Wildtierbestände ausmachen. Auch Amphibien und verschiedene Vogelarten, deren Habitat sich rund um Gewässer finden, fallen dem Fraßdruck von Prädatoren zum Opfer. Niemals geht es bei der Diskussion um Prädatoren um die Ausrottung dieser, sondern um den Erhalt des Gleichgewichts in der Natur. Der Mensch hat sich entschlossen, in Naturkreisläufe einzugreifen und das Gleichgewicht zu unterstützen. Darauf fußt auch das unumstrittene und notwendige Wildtiermanagement in unseren Breiten. Der Schutz unserer Tierbestände, Artenvielfalt und Biodiversität könne nicht an der Wasserlinie enden.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird aufgefordert,

 

  1. dem Salzburger Landtag ein Maßnahmenpaket zum Schutz und Erhalt heimischer Wildfischbestände in Salzburgs Freigewässern sowie

 

  1. ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung heimischer Fischteichbesitzer zum Schutz von Zuchtfischen vorzulegen.

 

  1. Das zuständige Mitglied der Salzburger Landesregierung wird aufgefordert,

 

  1. gemäß dem Beispiel des Bundeslandes Kärnten eine Verordnung zu erlassen, die die vorübergehende Ausnahme von der Schonzeit für Fischotter beinhaltet sowie

 

  1. begleitend ein Monitoring über die Wildfischbestände in Salzburgs Gewässern einzuführen, um die Aufrechterhaltung der Ausnahme von der Schonzeit für Fischotter auf Basis des Vorkommens pro Hektar regelmäßig neu bewerten zu können.

 

  1. Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 24. März 2021

 

Svazek BA eh.

Teufl eh.