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Nr. 330 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser betreffend Unterstützungsmaßnahmen für Lehrerinnen und Lehrer hinsichtlich psychischer Probleme von Schülerinnen und Schülern

 

 

Die Corona-Pandemie hat tiefgreifende gesundheitliche, wirtschaftliche, soziale und vor allem auch psychische Auswirkungen auf die Lebensrealitäten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von Anfang Februar 2021 gab es beispielsweise im Jahr 2020 31 % mehr Online-Beratungen beim Kinder- und Jugendtelefon der „Nummer gegen Kummer“. Laut einer aktuellen Umfrage unter Psychologinnen und Psychologen und Psychiaterinnen und Psychiatern nahm die Nachfrage nach Therapieplätzen im zweiten Lockdown um 45 % zu. 82 % von ihnen diagnostizieren häufiger Angststörungen als zuvor, 79 % häufiger Depressionen, 68 % häufiger Schlafstörungen.


Schul-Lockdowns und lange Distance-Learning-Phasen haben sich besonders negativ auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ausgewirkt. Vermehrt festgestellt wurden unter anderem Essstörungen und Depressionen bei Kindern, aber auch Erkrankungen, wie Gürtelrose (eine psychosomatische Erkrankung, die eigentlich nur bei Erwachsenen diagnostiziert wird) wird von Kinderärztinnen und Kinderärzten vermehrt bei Kindern und Jugendlichen erfasst.

 

In diesem Zusammenhang sind die Pädagoginnen und Pädagogen erneut in der Krisenbewältigung ganz besonders gefordert. Im aktuellen Regierungsprogramm der türkis-grünen Bundesregierung ist grundsätzlich eine bedarfsgerechte Aufstockung von Unterstützungspersonal (administrativ und psychosozial) vorgesehen. Um in der aktuellen Krise speziell auch im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit der Schülerinnen und Schüler effizient agieren zu können, brauchen Lehrerinnen und Lehrer aber auch unmittelbare Unterstützung, wie etwa niederschwellige Anlaufstellen, Hotlines, an die sie sich jederzeit wenden können oder auch kurzfristige Schulungen durch die Schulpsychologie oder externe Anbieter, die sie gezielt auf diese Situationen vorbereiten. Es braucht auch Sensibilisierungsmaßnahmen zur raschen Problemerkennung, vor allem aber die niederschwellige Möglichkeit für Hilfestellung sowie ein geeignetes Instrumentarium für konstruktive Problemlösungen.

 

 

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. < > Salzburger Landesregierung wird ersucht, an die Bundesregierung mit der Forderung heranzutreten, eine bedarfsgerechte Aufstockung von psychosozialem Unterstützungspersonal, wie auch im Regierungsprogramm vorgesehen, voranzutreiben und parallel dazu umgehend und flächendeckend niederschwellige Unterstützungs- bzw. Schulungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer zu schaffen und ihnen entsprechende Hilfestellung und Instrumente zur Verfügung zu stellen, die sie darin unterstützen, psychische Probleme von Schülerinnen und Schülern frühzeitig erkennen zu können.

    Dieser Antrag wird dem zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 24. März 2021

 

Dr. Huber eh.

Egger MBA eh.

Weitgasser eh.