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Nr. 170-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Thöny MBA und Klubvorsitzenden Wanner an Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stöckl (Nr. 170-ANF der Beilagen) betreffend die Entwicklung der Absolventenzahlen in der Pflegeausbildung im Bundesland Salzburg

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Thöny MBA und Klubvorsitzenden Wanner betreffend die Entwicklung der Absolventenzahlen in der Pflegeausbildung im Bundesland Salzburg vom 11. März 2021 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Zu Frage 1: Wie war die reale Entwicklung der Absolventinnen- und Absolventenzahlen in den letzten zehn Jahren? (Es wird um Auflistung nach Kalenderjahren, beginnend mit 2010, entsprechend der jeweiligen Pflegeberufe, je Ausbildungsstätte (Pflegeassistenz beziehungsweise Pflegehilfe bis 2016; Pflegeassistenz-Abschlüsse an den SOB Schulen sind ebenso anzuführen), Pflegefachassistenz, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege, differenziert nach GuK-Schulen und Fachhochschule, ersucht.)

 

Wie in der beigelegten Tabelle mit der Summe aller Absolventinnen/Absolventen der Pflege ersichtlich ist, befanden wir uns im Jahr 2020 am Höchststand der Absolventinnen/Absolventen im Bereich der Pflege. Zudem befindet sich seit Ende 2019 die Pflegeplattform in Umsetzung, mit dem großen Ziel, neue, motivierte Menschen in den Beruf der Pflege zu bringen. Die Pflegeplattform ist aber auch im Bereich der Aufklärung über die neue Ausbildungsmöglichkeit der Pflegefachassistenz eine enorm wichtige Einrichtung. Auch zeigt die Umsetzung der Pflegeplattform bereits erste Erfolge, denn vor allem die zusätzlichen Ausbildungsplätze im Bereich der Fachhochschule als auch jene im Bereich der PFA Ausbildung konnten im Frühjahrslehrgang 2021 vollständig befüllt werden.

 

Im Sinne des Beschlusses des Salzburger Landtages vom 24. März 2021 betreffend Monitoring für die Pflegeausbildung hat die Landesstatistik mit Unterstützung der Ausbildungseinrichtungen die Datenbasis für die wesentlichen Kennzahlen im Pflegebereich bereits aufgebaut.

Die Absolventenzahlen können daher gegliedert nach Ausbildungszweigen und Ausbildungseinrichtungen der beiliegenden Unterlage der Landesstatistik entnommen werden.

 

Zu Frage 1.1.: Wie viele Absolventinnen und Absolventen hatten bereits vorher einen Abschluss und haben einen höheren Abschluss erworben, also von der Pflegeassistenz zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege oder von der Pflegeassistenz zur Pflegefachassistenz oder von der Pflegefachassistenz zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege?

Diese Daten stehen von den Ausbildungseinrichtungen laut Auskunft der Abteilung 9 noch nicht durchgängig zur Verfügung — soweit verfügbar, sind sie in beiliegender Unterlage der Landesstatistik enthalten.

 

Zu Frage 1.2.: Wie viele Personen haben im Jahr 2020 und 2021 mit einer Ausbildung begonnen? (Es wird um Auflistung nach jeweiligen Pflegeberufen je Ausbildungseinrichtung ersucht.)

 

Die Anzahl der Ausbildungsanfänger im Jahr 2020 gegliedert nach Ausbildungszweigen und
Ausbildungseinrichtungen kann beiliegender Unterlage der Landesstatistik entnommen
werden. Die Anzahl der Ausbildungsanfänger 2021 kann laut Auskunft der Abteilung 9 noch nicht festgestellt werden, weil viele Ausbildungen erst im Herbst 2021 starten.

 

Zu Frage 2: Wie hoch ist die Anzahl der abgeschlossenen Nostrifikationsverfahren seit 2010 bis heute? (Es wird um Auflistung nach Gesundheits- bzw. Pflegeberufen ersucht.)

 

Die Anzahl der Nostrifikationen kann beiliegender Unterlage der Landesstatistik entnommen werden.

 

Zu Frage 3: Wie ist Ihre Position zur Pflegefachassistenz? Soll diese – vor allem in den Krankenhäusern – die Pflegeassistenz ersetzen oder auch einen Teil des gehobenen Gesundheits- und Krankenpflegedienstes?

 

Der zukünftige Skill-Mix der Pflegeberufe auf der Grundlage des durch die GuKG-Novelle 2016 geschaffenen neuen Berufsbildes der Pflegefachassistenz und der Akademisierung des
gehobenen Dienstes bestimmt die Bedarfsentwicklung an Pflegeausbildungen in einem
erheblichen Maß. Daher wurde im Rahmen der Plattform Pflege auf Basis der Erwartungen der Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialbereich und der Beurteilung von Pflegeexpertinnen/Pflegeexperten für die verschiedenen Einsatzbereiche der Pflegeberufe ein „idealer“ Skill-Mix erarbeitet. 
Es darf dazu auf den Ergebnisbericht der Plattform Pflege verwiesen werden: https://www. salzburg.gv.at/soziales_/Documents/Pflege-Ergebnisbericht.pdf.

 

Zu Frage 3.1.: Wenn ja, in welchem konkreten Ausmaß sollen diese die jeweiligen Berufe ersetzen, vor allem in welchem Ausmaß soll der gehobene Gesundheits- und Krankenpflegedienst ersetzt werden?

 

Der Skill-Mix der Pflegeberufe ist in den verschiedenen Einsatzbereichen sehr unterschiedlich. Die bereichsweise Darstellung der Ist- und Sollverteilung der Pflegeberufe ist im Ergebnisbericht der Plattform Pflege ausgeführt. 

 

Zu Frage 4: Wie wollen Sie die Durchlässigkeit der Ausbildung von den Assistenzberufen zur gehobenen Gesundheits- und Krankenpflege an den Fachhochschulen herstellen?

Um die Durchlässigkeit der Pflegeausbildungen herzustellen und die Attraktivität der
PFA-Ausbildung zu steigern, wurde als Ausbildungsmodell laut Auskunft der Abteilung 9 ein Vorbereitungslehrgang für Pflegefachassistentinnen/Pflegefachassistenten eingerichtet, der den Einstieg in das 3. Semester der Pflegeausbildung an der FH ermöglicht.

 

Zu Frage 4.1.: In welcher Weise wird sich das Land Salzburg finanziell und/oder anders einbringen?

 

Das Land Salzburg wird den im September 2021 beginnenden Vorbereitungslehrgang finanzieren, sodass er für die Teilnehmer kostenfrei ist.

 

Zu Frage 5: Sind Sie mit den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in regelmäßigem Austausch, um den Ausbildungsbedarf zu eruieren?

 

Ja.

 

Zu Frage 6: Gibt es auch mit Reha-, Kureinrichtungen und privaten Trägern sowie Ordinationen Kontakte, um den Personalbedarf im Pflegebereich zu ermitteln und einzuplanen?

 

Ja.

 

Zu Frage 7: Inwieweit beteiligt sich das Land Salzburg an der Evaluierung gemäß § 117 Abs. 21 Gesundheits- und Krankenpflege Gesetz (GuKG)?

 

Die in § 117 Abs. 21 GuKG festgelegten Themen der Evaluierung insbesondere die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung, der Skill- und Grade-Mix der Gesundheits- und Krankenpflege und die an den gehobenen Dienst übertragene ärztlichen Tätigkeit bzw. die an die Pflegeassistenzberufe übertragenen pflegerischen und ärztlichen Tätigkeiten sind zentrale Themen der LandesgesundheitsreferentenInnenkonferenz, an der sich das Land Salzburg höchst aktiv beteiligt.

 

Zu Frage 7.1.: Welche Positionen hat das Land Salzburg dazu bisher eingebracht?

 

Dazu darf auf die Beschlüsse der LandesgesundheitsreferentInnenkonferenz zur Umsetzung der GuKG-Novelle 2016 hingewiesen werden, so insbesondere auf die Forderung der LGRK auf
Ausrichtung der Evaluierung auf eine ganzheitliche Betrachtung der Versorgungsprozesse und nicht isoliert eine Evaluierung der einzelnen Tätigkeitsbereiche und Berufsbilder und die
Berücksichtigung neuer Entwicklungen und Herausforderungen, wie z. B. die Primärversorgung oder der Ausbau der mobilen Pflege, in der Evaluierung ist die Erweiterung der Befugnisse und die Ausweitung von Spezialisierungen für den gehobenen Dienst, Erweiterungen des gesetzlichen Tätigkeitsbereichs der Pflegeassistenzberufe, um diese im Versorgungsablauf bestmöglich einsetzen zu können, Verbesserungen bei den Weiterbildungsmöglichkeiten zur Kompetenzvertiefung für die Pflegefachassistenz und die Forderung nach Beschleunigung des Evaluierungsprozesses und die rasche Einleitung und Umsetzung von Maßnahmen, wo sich aus Zwischenergebnissen der Evaluierung Handlungsbedarf ergibt, anstatt erst nach dem vorgesehenen Abschluss des Prozesses im Jahr 2024.

Ergänzend dazu fordert die LandesgesundheitsreferentInnenkonferenz eine Absicherung des Fachkräftestipendiums - auch für die Pflegeassistenz -, die uneingeschränkte Festlegung der Pflegeberufe als Mangelberuf gemäß der Fachkräfteverordnung und eine Ausweitung der
Schulmodelle mit Ausbildungen zu Pflegeassistenzberufen in den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen.  

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 22. April 2021

 

Dr. Stöckl eh.