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Nr. 240-ANF der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Anfrage

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA und Berger an die Landesregierung betreffend Unterbringung von Kindern und Jugendlichen außerhalb der Herkunftsfamilie

 

 

Familien sind die Keimzellen unserer Gesellschaft, oder wie es im 5. Familienbericht des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend heißt: „Zukunft ist, wo Familien sind“. Gerade die mehr als herausfordernde Situation der aktuellen Covid Pandemie zeigt einmal mehr, dass Familien das Fundament unseres persönlichen und gesellschaftlichen Lebens darstellen.
 

Viele Kinder und Jugendliche sind jedoch nicht mit einem solch stabilen Fundament gesegnet und können aus verschiedensten, meist enorm tragischen Gründen nicht in ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen. Diese Kinder und Jugendlichen sind auf die Unterbringung in Krisenstellen, sozialpädagogischen Wohngemeinschaften und ähnlichen, stationären, institutionellen Einrichtungen, oder auf eine Unterbringung bei Pflegepersonen angewiesen.

 

Zusätzlich zum konstant großen, seit etwa zehn Jahren zusätzlich steigenden, Bedarf, Kinder und Jugendliche kurzfristig, aber auch langfristig, oder gar dauerhaften außerhalb ihrer Herkunftsfamilie unterzubringen, verstärkt die belastende Allgemeinsituation rund um die Covid Pandemie diese angespannte Situation zusätzlich, sodass die vorhandenen Kapazitäten nicht mehr reichen, eine Triage längst an der Tagesordnung steht und ohnehin bereits krisengebeutelten Kindern und Jugendlichen und ihren Herkunftsfamilien nicht optimal geholfen werden kann.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten die

 

Anfrage:

 

  1. Wie viele Kinder und Jugendliche sind im Bundesland Salzburg derzeit insgesamt und jeweils aufgeschlüsselt nach Bezirken und Jahren, auf eine Unterbringung außerhalb ihrer Herkunftsfamilie angewiesen (wir ersuchen jeweils um Auflistung der Jahre 2017, 2018, 2019, 2020 und 2021)?

 

  1. Wie viele Plätze zur Unterbringung außerhalb der Herkunftsfamilie, aufgeschlüsselt in institutionelle Unterbringung und Unterbringung bei Pflegepersonen, sowie aufgeschlüsselt nach Bezirken und Jahren, gibt es derzeit?

 

  1. Wie viele Kinder und Jugendliche warten derzeit auf eine Unterbringung außerhalb ihrer Herkunftsfamilie bzw. können aufgrund unzureichender Kapazitäten nicht, oder noch nicht in einer institutionellen Einrichtung oder bei einer Pflegeperson, aufgeschlüsselt nach Alter des Kindes/Jugendlichen, Bezirken und Jahren, untergebracht werden?

 

  1. Welche Staatsangehörigkeiten haben die leiblichen Eltern dieser Kinder und Jugendlichen bzw. die Kinder und Jugendlichen selbst, aufgeschlüsselt nach Bezirken und Jahren?

 

  1. Welche Alters- und Geschlechtsverteilung gibt es bei den Kindern und Jugendlichen, die auf eine Unterbringung außerhalb ihrer Herkunftsfamilie, aufgeschlüsselt nach Bezirken und Jahren, angewiesen sind?

 

  1. Wie viele Pflegepersonen stehen im Bundesland Salzburg insgesamt, aufgeschlüsselt nach Bezirken und Anstellungsverhältnis, zur Verfügung?

 

  1. Wie viele Pflegepersonen davon stehen im Bundesland Salzburg insgesamt und aufgeschlüsselt nach Bezirken und Anstellungsverhältnis für Krisen-/Kurzzeitpflege zur Verfügung?

 

  1. Wie hoch fällt die finanzielle Unterstützung für Pflegepersonen, aufgeschlüsselt nach Alter des Kindes, pro Kind insgesamt mindestens bzw. maximal aus, wie setzen sich diese Beträge zusammen und wodurch begründen sich diese Beträge im Detail?

 

  1. Wie viele Pflegepersonen davon stehen im Bundesland Salzburg insgesamt und aufgeschlüsselt nach Bezirken und Anstellungsverhältnis, für Dauer-/Langzeitpflege zur Verfügung?

 

  1. Wie hoch fällt die finanzielle Unterstützung für Pflegepersonen, aufgeschlüsselt nach Alter des Kindes, pro Kind insgesamt mindestens bzw. maximal aus, wie setzen sich diese Beträge zusammen und wodurch begründen sich diese Beträge im Detail?

     

  2. Wie viele Kinder sind bzw. wären durchschnittlich jährlich auf eine Unterbringung in einer Pflegefamilie bzw. einer institutionellen Einrichtung angewiesen?

     

  3. Wie hoch ist der Anteil an Kindern und Jugendlichen, die außerhalb ihrer Herkunftsfamilie untergebracht werden, aufgeschlüsselt nach Art der Unterbringung, mit Entwicklungsverzögerungen, Traumatisierungen o. ä., die einen erhöhten medizinischen/therapeutischen/etc. Pflegebedarf haben?

     

  4. Reichen die aktuellen personellen und finanziellen Ressourcen, um die Einrichtungen, Pflegefamilien, Herkunftsfamilien und vor allem die Pflegekinder ideal, intensiv, flexibel und engmaschig begleiten, unterstützen und betreuen zu können?

     

    1. Wie gestaltet sich der Betreuungsschlüssel aktuell bzw. im Vergleich zu den Jahren 2017, 2018, 2019 und 2020?

       

  5. Mit welchen Kosten ist pro Kind, aufgeschlüsselt nach Alter, zu rechnen, das in einer institutionellen Einrichtung untergebracht wird und wie setzen sich diese Kosten genau zusammen?

     

    1. Mit welchen Kosten ist pro Kind, aufgeschlüsselt nach Alter, zu rechnen, das bei einer Pflegeperson untergebracht wird und wie setzen sich diese Kosten genau zusammen?

       

  6. Welche langfristig positiven Auswirkungen sind allgemein für/bei Kinder/n, die bei einer Pflegeperson untergebracht werden, im Gegensatz zu jenen, die in einer institutionellen Einrichtung untergebracht werden, zu erwarten?

     

  7. Welche Herausforderungen stellen sich häufig bei der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen bei Pflegepersonen?

     

    1. Welche Herausforderungen stellen sich häufig bei der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in institutionellen Einrichtungen?

       

  8. Welche strukturellen, medialen und finanziellen Maßnahmen und Unterstützungen sind geplant, um die Situation für Kinder und Jugendliche, die nicht in ihren Herkunftsfamilien aufwachsen können, sowie für die institutionellen Einrichtungen und Pflegepersonen insgesamt und im Speziellen zu verbessern?

     

    1. Welche strukturellen, medialen und finanziellen Maßnahmen sind in Bezug auf den Ausbau von Fortbildungs-, Vernetzungs-, Supervisions-, Therapieangeboten und weiteren Unterstützungen für Pflegepersonen und deren Umfeld geplant?

       

    2. Welche strukturellen, medialen und finanziellen Maßnahmen sind in Bezug auf die Attraktivierung der Tätigkeit von Pflegepersonen geplant?

 

 

Salzburg, am 24. Mai 2021

 

Svazek BA eh.

Berger eh.