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Nr. 524 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobfrau Mag.a Dr.in Humer-Vogl, Heilig-Hofbauer BA und Scheinast betreffend die Einführung des Projektes „Green Peers“ – Lehrlinge als Klimabotschafterinnen und Klimabotschafter

 

 

Der Klimawandel ist die aktuell größte globale Herausforderung für die Menschheit. Die Folgen der Erderwärmung sind massiv und vielfältig: der Meeresspiegel steigt, Wetterextreme nehmen zu und viele Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet. Kinder und Jugendliche sind am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich, tragen aber die größte Last seiner Auswirkungen. Nicht nur in Zukunft, sondern auch schon heute. Daher ist es wichtig, jungen Menschen eine Auseinandersetzung mit den Themen Klimaschutz und Klimawandel zu ermöglichen, sie dafür zu sensibilisieren und ein Bewusstsein für individuelle und kollektive Handlungsoptionen zu schaffen.


Eine wichtige Zielgruppe in diesem Zusammenhang sind Lehrlinge, die durch eine umfassende Ausbildung zum Thema Klimaschutz und Klimawandelanpassung neues Wissen in ihre Unternehmen einbringen können. Unternehmen sind in Zukunft durch die Auswirkungen des Klimawandels besonders herausgefordert. Sie tragen durch u.a. Produktion, Rohstoffgewinnung und Transport eine große Mitverantwortung am Klimawandel und sind gefordert, entsprechende Maßnahmen zu setzen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage an klimafreundlichen Produkten und Dienstleistungen, Investor*innen analysieren verstärkt Klimarisiken in ihren Portfolios und Arbeitnehmer*innen fordern von ihren Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zunehmend soziale und ökologische Verantwortung sowie ein klares Bekenntnis zu Klima- und Umweltschutz. Junge Menschen mit Interesse für und Wissen zum Thema Klimaschutz sind für Betriebe wichtig und auch jetzt schon gefragt.

 

In Oberösterreich hat das Umweltressort des Landes OÖ im April 2021 gemeinsam mit dem Klimabündnis OÖ das Projekt „Green Peers – Lehrlinge als Klimabotschafter*innen ins Leben gerufen. Aus fünf bis acht Betrieben werden 20 bis 30 Lehrlinge ausgewählt, die an einer Weiterbildung zu den Themen Klimaschutz und Klimawandelanpassung teilnehmen und ihr dort erworbenes Wissen in ihre Unternehmen tragen. So entstehen konkrete Erfahrungen, von denen sowohl die Jugendlichen als auch die Unternehmen profitieren. Zentral bei dem Ausbildungsprogramm ist es, den Lehrlingen das Anliegen des Klima- und Umweltschutzes in einer auf Partizipation beruhenden Form näher zu bringen. Sie entwickeln ein Klimaschutzprojekt speziell für ihre Arbeitsstätte, um auch Kolleg*innen mit dem Thema in Berührung zu bringen und zum Handeln zu motivieren. Die Lehrlinge werden so zu wichtigen Multiplikator*innen und es entsteht ein dynamischer Prozess mit dem Ziel, Klimaschutz stärker in den Unternehmen zu verankern.

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird ersucht, zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen das oberösterreichische Ausbildungsmodell für Lehrlinge „Green Peers – Lehrlinge als Klimabotschafter*innen“ auch in Salzburg umgesetzt werden kann.

     

  2. Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 7. Juli 2021

 

Mag.a Dr.in Humer-Vogl eh.

Heilig-Hofbauer BA eh.

Scheinast eh.