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Nr. 527 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobmann Egger MBA, Zweiter Präsident Dr. Huber und Weitgasser betreffend Zweites Leben für E-Akkus

 

 

Laut internationaler Energieagentur könnten im Jahr 2030 etwa 150 Mio. Elektroautos unterwegs sein. Das wäre gut für das Klima, aber nur, wenn die Akkus mit Strom aus erneuerbaren Quellen geladen sind. E-Mobilität ist aber dann nur wirklich „grün“, wenn die Bestandteile der Batterie auch nachhaltig sind. Im Moment gibt es aber hauptsächlich die Lithium-Ionen-Akkus. Dafür wird das Leichtmetall Lithium benötigt. Es kommt in der Erdkruste aber nur zu einem Anteil von 0,006 % vor. Damit ist Lithium seltener als Zink, aber häufiger als Blei. Die weltweit größten Vorkommen von Lithium gibt es in Bolivien, Argentinien und Chile. In Österreich gibt es auf der Koralm ein größeres Lithium-Vorkommen.
Der Abbau von Lithium ist eine enorme Belastung für die Natur und zumeist mit gravierenden Umweltschäden verbunden.

 

Da die Wasserstoff-Technologie sowie andere Typen von Akkus (z.B. Magnesium-Akkus) noch einiges an Entwicklungsarbeit benötigen, werden Lithium-Ionen-Akkus in den kommenden Jahren vermehrt von der weltweiten Automobilindustrie eingesetzt werden. Laut Experten ist eine Batterie für Elektroautos acht bis 10 Jahre im Auto in Verwendung, die Speicherfähigkeit sinkt nach dieser Zeit auf rund 80 % der ursprünglichen Reichweite. Für die Verwendung der Akkus an anderer Stelle ist diese Speicherkapazität aber absolut ausreichend, diese können für ca. weitere zehn Jahre als Speichermedium, etwa bei Photovoltaikanlagen und anderen Technologien verwendet werden. Batterien aus Elektroautos können also auch in ihrem "zweiten Leben", nachdem sie ihre Dienste im Straßenverkehr geleistet haben, noch durchaus relevant sein.

 

So werden in stationären Großspeichern teils hunderte Akkus aus Elektroautos zusammen geschaltet, um Strom aus regenerativen Quellen zu speichern, der dann im Bedarfsfall gleichmäßig genutzt werden kann. Diese stationären Speicher können unterschiedlich dimensioniert sein und dadurch in verschiedenen Bereichen angewendet werden. Beispiele aus ganz Europa zeigen, wie es gehen kann: Im Hamburger Hafen etwa wurde eine Anlage installiert, die in zwei Containern untergebracht ist, immerhin 2 Megawatt leistet und dazu dient, Schwankungen und Bedarfsspitzen im Stromnetz von Hamburg auszugleichen.

Bis zum Jahr 2032 soll eine Batteriekapazität von mindestens 1522 Gigawattstunden an Gebraucht-Akkus anfallen. Dieses Potential gilt es auch für Salzburg zu nutzen, gerade auch um Blackout-Vorfällen vorzubeugen. Denn die Energiewende sorgt dafür, dass die Strom-Versorgung instabiler wird und das Stromnetz leichter in "Stress-Situationen" gerät.
 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. < > Landesregierung wird ersucht, an die Bundesregierung mit der Forderung heranzutreten, zu prüfen, welche Möglichkeiten und potentielle Partner es im Bereich stationärer Speicher als zweites Leben für Batterien aus Elektrofahrzeugen gibt.  

     

    1. Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

     

     

    Salzburg, am 7. Juli 2021

     

    Egger MBA eh.

    Dr. Huber eh.

    Weitgasser eh.