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Nr. 528 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser betreffend Einführung eines Gesundheitspasses für Vorsorgeuntersuchungen

 

 

Die Corona-Pandemie hat vieles verändert. Vor allem unser Gesundheitssystem und die Art, wie Patientinnen und Patienten Hilfe suchen und finden. Ein wichtiges Ergebnis: viele Versicherte haben in der Pandemie Vorsorgeuntersuchungen gemieden. Vor allem die so genannten „Kollateralschäden“, also jene Auswirkungen, die sich aus der Nichtbeanspruchung ärztlicher Leistungen während der Lockdowns ergeben, können zu einem ernsten individuellen Gesundheitsproblem führen.

Als Beispiel eines individuellen „Kollateralschadens“ soll der Dickdarmkrebs angeführt werden. Der Dickdarmkrebs zählt zu den häufigsten und gefährlichsten Krebserkrankungen. Jedes Jahr gibt es in Österreich rund 4.500 Neuerkrankungen an Dickdarmkrebs, rund 2.700 Menschen sterben daran. Rund 90 % dieser Todesfälle wären bei konsequenter Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchung für Dickdarmkrebs jedoch vermeidbar, da bei zunächst gutartigen Darmpolypen durch deren rechtzeitige Entfernung ein bösartiger Darmkrebs vermieden werden kann.

 

Die Einführung eines Gesundheitspasses kann die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen erhöhen. Der Gesundheitspass kann als „lebenslange, strukturierte Vorsorge“ für die Patientinnen und Patienten gesehen werden, die bereits bestehenden Angebote auszubauen (z.B. urologische Untersuchung ab 50 Jahren; Koloskopie ab 40 Jahren) und neue Vorsorgeangebote zu ermöglichen. Insbesondere das Alter zwischen 20 und 40 Jahren wird in Punkto Vorsorgemedizin etwas stiefmütterlich behandelt. Beispielsweise wäre für Jugendliche (um die Volljährigkeit) eine Raucher- bzw. Ernährungsberatung sinnvoll. Aber auch berufsbedingte Vorsorgeuntersuchungen (z.B. Berufe in der Bauwirtschaft, Gastronomie, ausschließlich sitzende Tätigkeiten) des Sitzapparates bzw. der inneren Organe könnten berufsbedingte Erkrankungen vorab erkennen.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird ersucht, an die Bundesregierung mit n, einen „Gesundheitspass“ für alle Bereiche der Vorsorge- und Früherkennungsmedizin mit Erinnerungssystematik einzuführen, damit möglichst viele Menschen vom Nutzen solcher Programme profitieren können.

     

  2. Dieser Antrag wird dem Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 7. Juli 2021

 

Dr. Huber eh.

Egger MBA eh.

Weitgasser eh.