Meldung anzeigen


Nr. 266-ANF der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Anfrage

 

der Abg. Landtagspräsidentin Dr.in Pallauf und Mag.a Jöbstl an Landesrätin Mag.a (FH) Klambauer betreffend Gewalt in Kindergärten

 

 

In Österreich ist jegliche Form von Gewaltanwendung als Erziehungsmittel untersagt. Österreich hat im Jahr 1989 als weltweit viertes Land das zentrale Kinderrecht auf gewaltfreies Aufwachsen gesetzlich festgeschrieben.

 

Eine im Jahr 2019 veröffentlichte Bachelorarbeit einer Kindergartenpädagogin der FH Campus Wien beschäftigte sich mit psychischen und physischen Formen der Gewalt in elementaren Kinderbetreuungseinrichtungen, wie Kindergärten und Kinderkrippen. Das Ergebnis sorgte für einen bundesweiten Aufschrei: Mehr als 50 % der Pädagoginnen und Pädagogen haben Gewalt in ihrer täglichen Arbeit wahrgenommen. Unter anderem würden Kinder von ihren Bezugspersonen fest angepackt, unsanft niedergesetzt oder hinterhergezogen, müssten urinierte Kleidung strafweise anbehalten oder sich negative Kommentare anhören.

 

Die Vorsitzende des Berufsverbands für Kindergarten- und HortpädagogInnen macht hauptsächlich strukturelle Probleme für die Missstände verantwortlich und forderte eine Entlastung der PädagogInnen durch multiprofessionelle Teams, Kampagnen für EinsteigerInnen und deutlich weniger administrative Aufgaben. Vor allem würde Eigensensibilisierung in Fortbildungen die PädagogInnen in ihrer wichtigen Arbeit unterstützen.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten die

 

Anfrage:

 

  1. Gibt es Erhebungen zu Gewaltvorfällen in Kindergärten im Bundesland Salzburg?

     

  2. Gibt es im Bundesland Salzburg bereits Informationskampagnen zum Thema „Gewalt“ für EinsteigerInnen?

     

  3. Sind aktuell besondere Maßnahmen geplant, die das Thema Gewalt in Kindergärten behandeln? Wenn ja, welche?

     

Salzburg, am 7. Juli 2021

 

Dr.in Pallauf eh.

 

Mag.a Jöbstl eh.