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Nr. 269-ANF der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Anfrage

 

der Abg. Klubobfrau Mag.a Dr.in Humer-Vogl, Scheinast und Heilig-Hofbauer BA an Landeshauptmann Dr. Haslauer betreffend Maßnahmen für Barrierefreiheit im Tourismus

 

 

Menschen mit Behinderungen stoßen in vielen Lebensbereichen auf Barrieren und Ausgrenzung. Auch in der Reisebranche ist das nach wie vor so. Nur ein Bruchteil der touristischen Unternehmen und Angebote sind bisher barrierefrei und bieten beispielsweise Aufzüge, Rampen, behindertengerechte Toiletten oder Blindenleitsysteme. Auch das Land Salzburg hat großen Aufholbedarf. Es muss Standard werden, dass Menschen mit Behinderungen auch in der Tourismusbranche mitgedacht werden. Barrierefreiheit zu gewährleisten ist außerdem vor dem Hintergrund der 2008 in Österreich in Kraft getretenen UN-Behindertenkonvention dringend geboten.

 

Auch private Dienstleister, wie z. B. Hotels, Gaststätten oder Freizeitparks, müssen dafür sorgen, Barrierefreiheit schrittweise herzustellen. Denn barrierefreies Reisen ist eine Frage gesellschaftlicher Teilhabe. Wenn unsere Infrastruktur nicht über die notwendigen Voraussetzungen verfügt, damit auch Menschen mit Beeinträchtigungen selbstständig verreisen und urlauben können, grenzt man sie nicht nur von vielen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Erholung aus. Man erschwert und verwehrt ihnen außerdem den Zugang zu Jobs, bei denen Dienstreisen notwendig sind und grenzt sie damit strukturell gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen aus. Zudem profitieren nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch ältere Menschen und Familien mit Kleinkindern. Auch für Unternehmen lohnen sich Investitionen in die Barrierefreiheit. Studien zeigen, dass die Bereitstellung, der Ausbau und die Erweiterung des barrierefreien Angebots der Tourismusbranche enorme wirtschaftliche Potentiale eröffnen, weil neue Zielgruppen erschlossen werden können. Und die Nachfrage wird aufgrund der demographischen Entwicklung weiter ansteigen. Insofern werden jene Tourismusdestinationen erfolgreicher sein, die barrierefreie Angebote entwickelt haben. Deutschland geht hier schon mit gutem Beispiel voran. Auch in St. Martin hat der Gemeinderat kürzlich beschlossen, dass mehr in barrierefreie Angebote investiert werden soll. Dort ist eine Rollbobbahn in Planung, die auch Menschen mit Behinderungen benutzen können. Weitere Angebote – wie zum Beispiel ein Inklusionspark mit Hochseilgarten – sollen folgen. Damit Barrierefreiheit in Salzburg zum Standard wird, müssen Unternehmer*innen bei der schrittweisen Herstellung von Barrierefreiheit gefördert und unterstützt werden. Nicht nur die Reiseinformation und das Buchungsprogramm, sondern auch Anfahrt, Unterkunft, Verpflegung und Rückreise bis hin zu den Aktivitäten vor Ort müssen Menschen unabhängig von körperlichen, kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen zugänglich gemacht werden.

 

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten die

 

Anfrage:

 

  1. Welche Maßnahmen wurden im Bereich Barrierefreiheit im Tourismus bisher gesetzt?

     

  2. Welche Maßnahmen sind in den nächsten Jahren geplant, um vermehrt Tourismusangebote barrierefrei anbieten zu können?

 

 

Salzburg, am 7. Juli 2021

 

Mag.a Dr.in  Humer-Vogl eh.

Scheinast eh.

Heilig-Hofbauer BA eh.