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Nr. 239-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(5. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA und Dr. Schöppl an die Landesregierung (Nr. 239-ANF der Beilagen) – ressortzuständige Beantwortung durch Landesrätin Mag.a (FH) Klambauer - betreffend Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache an Kindergärten

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Klubobfrau Svazek BA und Dr. Schöppl betreffend Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache an Kindergärten vom 27. Mai 2021 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Zu Frage 1: Wie hoch ist bzw. war der Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache (absolut und prozentuell) im Kindergartenjahr 2018/2019, 2019/2020 und 2020/2021 in den einzelnen Salzburger Kindergärten, aufgegliedert nach Standort, Kindergartengruppen und Bezirk)?

 

Es darf auf die Beilagen verwiesen werden.

Die Auswertung erfolgte nach der Umgangssprache, da bei der Datenerhebung nicht nach der Muttersprache, sondern nach der Umgangssprache der Kinder gefragt wurde.

Die Umgangssprache ist jene Sprache, die im privaten Umfeld oder innerhalb der Familie des Kindes überwiegend verwendet wird.

 

Zu Frage 2: Welche konkreten Maßnahmen wurden bzw. werden in den Bereichen Sprachförderung und Integration – insbesondere in Gruppen mit hohem Anteil an Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache – in oben genanntem Zeitraum gesetzt?

 

Das Bildungsland Salzburg setzt auf Sprachförderprogramme für alle Kinder, die Sprachförderung benötigen, unabhängig von der Erstsprache. Dies kann durch speziell gegründete Sprachförderprojekte erfolgen, welche durch die Art. 15a B-VG Vereinbarung zwischen dem Bund und den Ländern über die Elementarpädagogik für die Kindergartenjahre 2018/2019 bis 2021/2022 (LGBl. Nr. 2/2019) gefördert werden.

 

Sprachförderung und Sprachbildung geschieht aber auch alltagsintegriert, d. h. in der täglichen pädagogischen Arbeit und ist im österreichweit geltenden Bildungsrahmenplan für die Elementarpädagogik seit 2009 fest verankert.

 
Im Kindergarten besteht die Möglichkeit, bei einem Anteil von mehr als 50 % Kindern mit festgestellten Sprachförderbedarf 50 % einer teilbeschäftigten zusätzlichen pädagogischen Fachkraft durch Landesmittel zu fördern (vgl. § 53 Abs. 2 Z. 6 Salzburger Kinderbildungs-  und ?betreuungsgesetz 2019 – S. KBBG 2019). Diese Förderung hängt aber nicht mit der Erstsprache der Kinder zusammen, sondern vom tatsächlich festgestellten Sprachförderbedarf ab, welcher bei Kindern ab vier Jahren durch die BESK-Beobachtung erfolgt.

 

Die Integration der Kinder erfolgt durch das tägliche Zusammenleben und zusammen Spielen der Kinder in den jeweiligen Kindergartengruppen - dadurch entstehen keine zusätzlichen Kosten. Im Gegenteil entstehen oft durch das aktive Einbringen der Kinder, durch unterschiedliche Hintergründe und Sichtweisen sehr bereichernde und interessante Bildungsmomente. Als Unterstützung für die Pädagoginnen und Pädagogen ist als Grundlagendokument der Leitfaden „Werte leben, Werte bilden, Wertebildung im Kindergarten“ als Werte- und Orientierungsleitfaden verankert (vgl. § 13 Abs. 2 S.KBBG 2019).
 

Die konkreten Maßnahmen werden auf Ebene der Gemeinden entschieden. Hier kann das Rucksackprojekt des Magistrats Salzburg genannt werden, welches durch die „Elternschule“ und „Stadtteilmütter“ auch konkret die Eltern anspricht. Hier sind die Kosten beim Magistrat anzufragen. Ein Teil der Kosten wird durch die Förderung im Rahmen der oben genannten Art. 15a B-VG Vereinbarung gedeckt.

 

Zu Frage 3: Wie hoch waren die Kosten für Sprachförderprogramme und -maßnahmen an Salzburger Kindergärten in oben genanntem Zeitraum, aufgegliedert nach Jahr und Standort?

 

Diese Frage kann noch nicht konkret beantwortet werden, da sich die ersten beiden Fragen an Kinder mit einer anderen Erstsprache als Deutsch orientieren, bei der Förderung von Sprachförderprojekten aber nicht unterscheiden wird, ob es ein Kind mit Erstsprache Deutsch und Sprachförderbedarf ist oder ein Kind mit einer anderen Erstsprache.

Das Kinderbetreuungsjahr 2021 ist noch nicht abgerechnet.
 

Auf die Beilage zu Frage 3 - Sprachprojekte_2018_19_und_2019_20.xlsx darf verwiesen werden.

 

Zu den Fragen 4 und 5:

Frage 4: Von welchen Trägerorganisationen wurden die Sprachförderungs- und Integrationsmaßnahmen in oben genanntem Zeitraum durchgeführt?

Frage 5: Wie hoch belaufen sich die diesbezüglichen Kosten, gegliedert nach dem jeweiligen Jahr?

 

Sprachförderung und Sprachbildung erfolgt in den jeweiligen Kinderbildungs- und –betreuungseinrichtungen. Sie wird entweder durch bei den Rechtsträgern angestellte Sprachförderkräfte oder von Rechtsträgern beauftragten externen Auftragnehmerinnen/Auftragnehmern durchgeführt. Finanziert werden Sprachförderprojekte von den Rechtsträgern - auf Antrag kann ein Teil der Kosten im Rahmen der genannten Art. 15a B-VG Vereinbarung Elementarpädagogik gefördert werden. Die erforderlichen Rahmenbedingungen können den jeweils aktuellen Richtlinien entnommen werden (siehe Beilage zu Fragen 4 und 5­_Richtlinien_Art15a B-VG-Sprache-Stand_Mai_2020.pdf).

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 16. Juli 2021

 

Mag.a (FH) Klambauer eh.