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Nr. 001-ANF der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(5. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Anfrage

 

der Abg. Rieder, Stöllner und Lassacher an Landesrat Mag. Schnöll betreffend die Einstellung der Murtalbahn

 

 

Anlässlich eines Besuches des steirischen Landeshauptmanns Hermann Schützenhöfer im Bezirk Murau wurde medial bekannt, dass die wichtige Transportinfrastruktur Murtalbahn eingestellt werden soll. Damit ist auch die Weiterführung des Fahrbetriebs der Taurachbahn Betriebs GmbH zwischen St. Andrä und Mauterndorf in der Existenz bedroht, was zusätzlich zu einem touristischen Attraktivitätsverlust des Lungaus führt. Da der Fortbestand der Murtalbahn in modernisierter und zukünftig elektrischer Form in ihrer Gesamtlänge unbedingt gewährleistet sein muss und das Land Salzburg jedenfalls die finanzielle Verantwortung für Infrastruktur (PrivatbahnenG) und Betrieb (PSO, ÖPNRV-G) im Salzburger Streckenabschnitt zwischen Kendlbruck und Tamsweg bzw. Mauterndorf trägt, stellen die unterzeichneten Abgeordneten die

 

Anfrage:

 

  1. Haben mit dem Land Steiermark, den Steiermärkischen Landesbahnen (Infrastruktur) und der Steiermarkbahn GmbH (Fahrbetrieb) Gespräche hinsichtlich Infrastruktur und Betrieb der Murtalbahn stattgefunden?

 

  1. Wenn ja, wann und mit welchem Inhalt?

 

  1. Wenn ja, haben diese Gespräche auch eine Fahrdienstleiterbesetzung für Tamsweg beinhaltet, damit die Dampfzüge der Taurachbahn Betriebs GmbH in den Bahnhof Tamsweg einfahren und damit einen Anschluss von und zu den Zügen der Steiermarkbahn herstellen können?

 

  1. Wie hoch wären die Betriebskosten mit elektrischen Triebwagen für einen Stundentakt auf der Gesamtstrecke von Unzmarkt nach Tamsweg bzw. dem Streckenanteil im Land Salzburg zwischen 06:00 Uhr und 20:00 Uhr?

 

  1. Wie viele elektrische Triebwägen wären für einen täglichen Verkehr in diesem Umfang (Fahrbetrieb und Reserve) nötig?

 

  1. Würden auch Züge im 30-Minuten-Takt zwischen Unzmarkt und Murau auf der steirischen Seite gemäß dem diskutierten Modernisierungskonzept geführt?

 

  1. Wenn ja, ist die dafür erforderliche Kreuzung in Niederwölz vorgesehen?

 

  1. Welche Maßnahmen sind infrastrukturseitig auf Salzburger Boden erforderlich, damit dieser Stundentakt mit drei Garnituren im Umlauf über die Gesamtstrecke möglich wird?

 

  1. Wie hoch belaufen sich die Modernisierungskosten im Salzburger Abschnitt für Elektrifizierung, Bahnsteiganpassung und allfälliger Maßnahmen im Zusammenhang mit dem, wegen der elektrischen Ausstattung geänderten Lichtraumprofil bei den Tunneln in Kendlbruck und Ramingstein?

 

  1. Gibt es Alternativmaßnahmen?

 

  1. Wenn ja, welche und wie hoch wären die diesbezüglichen Kosten?

 

  1. Ist die Elektrifizierung der Murtalbahn mit 1.000 V Gleichstrom in Analogie mit der Pinzgauer Lokalbahn geplant?

 

  1. Wurden Gespräche geführt und gibt es eine Einigung, dass sich das Land Steiermark als Aufgabenträger für die Bahn im Bezirk Murau an der im Raum stehenden Triebwagenbeschaffungskooperation (VDV) beteiligt oder sich mit dem Fahrzeugbedarf an Salzburg anhängt?

 

  1. Sieht das Modernisierungskonzept für die gesamte Bahnstrecke einen Stundentakt mit einer Fahrzeit von 1 Stunde 25 Minuten und zugehörigen Kreuzungen in Murau und Predlitz vor, damit ein effizienter und rationeller Bahnbetrieb zukünftig erfolgen kann?

 

  1. Wenn nein, wo sind die Kreuzungspunkte geplant?

 

  1. Können auch in Zukunft Güterzüge die Gesamtstrecke befahren?

 

  1. Wie sieht das Buskonzept der Steiermarkbahn insbesondere auch im Salzburger Abschnitt aus?

 

  1. Bleibt der Knoten Tamsweg zur Minute 00 aufrecht und fährt dort zumindest auf Salzburger Seite ein Bus von Tamsweg mit Verknüpfung in der Haltestelle Madling nach Thomatal und St. Margarethen bzw. optional in der Urlaubszeit auch nach Schönfeld, wobei dieser Verkehr ohne die Verbindung nach Schönfeld (z. B.: Hauptverkehrszeit) stündlich und in der Urlaubszeit (vormittags und nachmittags) mit Schönfeld und den Endpunkten Tamsweg und St. Margarethen zweistündlich mit nur einem Fahrzeug erfolgen kann?

 

  1. Wie hoch wird der laufende Finanzbedarf im Rahmen der zukünftigen mittelfristigen Investitionsprogramme für die Infrastrukturerhaltung sein?

  2. Sorgen Sie auch für eine jährliche Subvention der Taurachbahn Betriebs GmbH zur Erhaltung der Infrastruktur zwischen Tamsweg und Mauterndorf vor, um die touristische Entwicklung des Lungaus zu unterstützen?

 

  1. Streben Sie alternativ zu Punkt 15 eine Sistierung der derzeitigen Verträge zwischen Steiermärkischen Landesbahnen und der Taurachbahn GmbH hinsichtlich der Infrastruktur an, damit die Infrastruktur formal wieder von den Steiermärkischen Landesbahnen erhalten wird und damit Ihre Subventionsmittel jedenfalls durch Bundesmittel (MIP) ergänzt (verdoppelt) werden können, wobei sich an der Betriebsführung in diesem Streckenabschnitt nichts ändern soll?

 

  1. Wenn nein, wie wollen Sie zu einer Eingliederung ins Mittelfristige Investitionsprogramm mit der Taurachbahn Betriebs GmbH kommen?

     

  2. Quantifizieren Sie den CO2-Ausstoß einer elektrisch betriebenen Murtalbahn mit einem stündlichen Angebot über die Gesamtstrecke, gemäß dieser Anfrage und geben Sie ergänzend an, welchen CO2-Ausstoß ein mit der Eisenbahn vergleichbares Busangebot hätte, wenn dabei alle erforderlichen Verstärkungsbusse eingerechnet werden, damit das Sitz- und Stehplatzangebot der Eisenbahn erreicht wird?

 

 

Salzburg, am 15. Juli 2021

 

Rieder eh.

Stöllner eh.

Lassacher eh.