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Nr. 269-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(5. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Klubobfrau Mag.a Dr.in Humer-Vogl, Scheinast und Heilig-Hofbauer BA an die Landesregierung (Nr. 269-ANF der Beilagen) – ressortzuständige Beantwortung durch Landeshauptmann Dr. Haslauer - betreffend Maßnahmen für Barrierefreiheit im Tourismus

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Klubobfrau Mag.a Dr.in Humer-Vogl, Scheinast und Heilig-Hofbauer BA betreffend Maßnahmen für Barrierefreiheit im Tourismus vom 7. Juli 2021 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Zu Frage 1: Welche Maßnahmen wurden im Bereich Barrierefreiheit im Tourismus bisher gesetzt?

 

Im Tourismus werden sowohl im Bereich des landesweiten Marketings als auch im Bereich der Anbieter Maßnahmen zur Verstärkung der Barrierefreiheit und Qualitätssicherung gesetzt. Im Folgenden werden einige Beispiele angeführt:

 

Internet und Informationen:

 

Auf der Homepage „Barrierefreie Städtereise nach Salzburg : salzburg.info stehen Menschen mit einer Beeinträchtigung eine eigene Website sowie eine Broschüre „Salzburg barrierefrei erleben“ zur Verfügung. Dort werden Beispiele aufgelistet, wo Menschen mit einer Beeinträchtigung ihren Urlaub in Salzburg ohne Hindernisse und mit mehr Eigenständigkeit und Sicherheit verbringen können. Auf der Website sind zum Beispiel Hotels, öffentliche Verkehrsmittel, Sehenswürdigkeiten und Gasthäuser angeführt, die barrierefrei sind und somit von Menschen mit Beeinträchtigungen genutzt werden können (https://www.salzburgerland.com/de/barriere-freier-urlaub-im-salzburgerland/).

 

Die Website „www.barriere-check.at wurde von der Wirtschaftskammer Österreich und dem ÖZIV – Bundesverband für Menschen mit Behinderung entwickelt. Sie bietet grundlegende Informationen betreffend das Thema Barrierefreiheit. Die Unternehmen können sich zusätzlich einen Überblick über den Status der Barrierefreiheit in ihrem eigenen Betrieb verschaffen.

 

 

 

 

 

Interreg-Projekt GATE

 

Das Projekt GATE „Granting Accessible Tourism for Everyone“ ist eine grenzüberschreitende Kooperation von Partnern in Italien und Österreich zur Entwicklung von barrierefreien touristischen Angeboten im Alpen- und Voralpenraum. Ziel des Programmes ist es, Menschen mit einer Beeinträchtigung einen Zugang zu Wanderwegen, Naturparks und anderen Attraktionen im Alpenraum zu ermöglichen. Es soll somit die regionale Entwicklung aufgewertet werden. Ein wesentlicher Fokus wird bei der Erreichung dieser Ziele auf die Anwendung von neuen Technologien gelegt. Die Leitmotive dieses Programmes sind primär in drei Bereiche gegliedert:

 

  • Gemeinsam inklusiv: Inklusiver Tourismus durch die Mitwirkung aller Interessensgruppen.

  • Barrieren beseitigen: Verlässliche Informationen zu barrierefreien Angeboten und Mobilität vor Ort.

  • Natur erleben: Auch mit einer Beeinträchtigung die Wanderwege oder Naturerlebnisse erleben können.

     

Förderungen für Unternehmen und touristische Betriebe:

 

Neben bewusstseinsbildenden Maßnahmen in Kooperation mit institutionalisierten Partnern wie ITG, Bildungseinrichtungen und Interessensvertretungen versucht die Wirtschaftsabteilung des Landes daher gerade die kleinen und mittleren Salzburger Unternehmen bei Umsetzungsmaßnahmen zur Barrierefreiheit zu unterstützen.

 

Im „Wachstumsprogramm für Kleinbetriebe“ des Salzburger Wachstumsfonds können bauliche Maßnahmen und/oder maschinelle Verbesserungen im Bereich der Barrierefreiheit gefördert werden. Weiters können Tourismusbetriebe und Privatzimmervermieter im Lammertal mittels der Tourismusoffensive „Lammertal“ ihr Angebot sowie ihre Qualitätsstandards nachhaltig verbessern und erweitern. Bis Mitte 2021 wurden auch Gasteiner Betriebe im Rahmen der Tourismusoffensive schwerpunktmäßig gefördert.

 

Auch das Förderprogramm „Wirtschaft fördert Arbeitswelten“ setzt Anreize für betriebliche Maßnahmen, welche Unternehmen dazu motivieren, attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen, unter denen die Beschäftigten in allen Lebensphasen und –lagen Ihre Leistungsfähigkeit besser entwickeln und sich somit besser in die Arbeitsprozesse einbringen können (https://www.salzburg.gv.at/themen/wirtschaft/wirtschaftsfoerderung).

 

Seitens der ÖHT, Österreichische Hotel- und Tourismusbank GmbH, gibt es einerseits den Impuls-Kredit und andererseits den Top-Investitions-Zuschuss, welche beide im Bereich der Barrierefreiheit unterstützen.

 

 

Zu Frage 2: Welche Maßnahmen sind in den nächsten Jahren geplant, um vermehrt Tourismusangebote barrierefrei anbieten zu können?

 

Seitens des Landes Salzburg wird zukünftig das „Wachstumsprogramm für Kleinbetriebe“ bestehen, in welchem auch barrierefreie Investitionen förderbar sind. Ebenso können auch weiterhin der Impuls Kredit sowie der Top-Investitions-Zuschuss der ÖHT in Anspruch genommen werden. Eine Fortsetzung der Tourismusoffensive in Kooperation mit der ÖHT ist in ausgewählten Regionen ebenso geplant, wie die Fortsetzung der Aktion „Wirtschaft fördert Arbeitswelten“ und des Wachstumsprogramms.

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 17. August 2021

 

Dr. Haslauer eh.