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Nr. 045 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(5. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Dr.in Dollinger, Mösl MA und Dr.in Klausner betreffend die Gender Medizin im Bundesland Salzburg

 

 

Gender Medizin untersucht und erforscht neben den sozialen und psychologischen Unterschieden die Symptome und Ausprägungen von Krankheiten bei Frauen und Männern, die durch unterschiedliche genetische und biologische Voraussetzungen begründet sind. Diese geschlechtsspezifische Betrachtungsweise in der Erforschung und Behandlung von Krankheiten ist der Weg zu einer zukunftsweisenden personalisierten Medizin. In Österreich gibt es bis dato an der Medizinischen Universität in Wien und Medizinischen Universität Innsbruck jeweils einen Lehrstuhl für Gender Medizin.

Für eine Qualitätsverbesserung der medizinischen, sozialen und psychologischen Dienstleistungen müssen sowohl das biologische Geschlecht als auch die soziale Geschlechterrolle wesentliche Indikatoren sein.

Eine Vielzahl an Studien belegen, dass Frauen neben den biologischen Unterschieden auch spezifisch anderen psychosozialen Belastungsfaktoren ausgesetzt sind und deshalb auch andere gesundheitliche Bedürfnisse haben. So werden der Gesundheitszustand, das Risikoverhalten, die Wahrnehmung von Gesundheit, Krankheit und Behinderung sowie der Zugang zu medizinischen und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen von Frauen und Männern auf unterschiedliche Weise erlebt. Weiters weisen zahlreiche nationale und internationale Untersuchungen darauf hin, dass Frauen bei gleichen Symptomen wie Männer oft nicht gendergerecht behandelt werden.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird aufgefordert, mit Expertinnen und Experten für Gender Medizin Vorschläge zu erarbeiten, die Gender Medizin in der Aus-, Fort- und Weiterbildung in den medizinischen Berufen zu gewährleisten,

 

  1. Maßnahmen zur Förderung der Gender Medizin in den Bereichen der Prävention und Behandlung im Bundesland Salzburg zu entwickeln,

     

  2. an die Verantwortlichen der PMU heranzutreten, dass die Vorlesung und Übung (VÜ) „Sexual- und Gendermedizin“ nicht nur am Standort Nürnberg, sondern auch in Salzburg angeboten wird sowie

     

  3. alle notwendigen Schritte zur Einrichtung eines Lehrstuhls für Gender Medizin an der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg zu setzen und

     

  4. dem Landtag jährlich über die Maßnahmen und Fortschritte der Punkte 1 bis 4 des gegenständlichen Antrags zu berichten.

     

  5. Dieser Antrag wird dem Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

     

 

Salzburg, am 6. Oktober 2021

 

Dr.in Dollinger eh.

Mösl MA eh.

Dr.in Klausner eh.