Meldung anzeigen


Nr. 058 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(5. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA, Berger, Lassacher, Rieder, Dr. Schöppl, Stöllner und Teufl betreffend Abgeltung der CO2-Bindung durch die Land- und Forstwirtschaft

 

 

Österreichs Land- und Forstwirte leisten mit ihrer Arbeit nicht nur einen großartigen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zum Erhalt einer aktiven Kulturlandschaft, sondern sie tragen auch wesentlich zur Speicherung von CO2 bei. Die Speicherung von CO2 durch eine aktive Land- und Forstwirtschaft ist bisher jedoch nicht entsprechend honoriert worden. Dabei speichert beispielsweise ein Hektar Grünland bis zu 24 Tonnen CO2, ein Hektar Mais ca. 32 Tonnen CO2 und ein Hektar Mischwald ca. 12 Tonnen CO2. Immer mehr Landwirte leisten zusätzlich einen Beitrag zum Klimaschutz mit CO2-Fixierung durch Humusaufbau, sinnvolle erneuerbare Energien, nachhaltiger Kreislaufwirtschaft mit mehr Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt sowie einem geringen CO2-Fußabdruck. Die Landwirtschaft bindet etwa das Dreifache ihrer Emissionen an CO2 und ist somit neben der Forstwirtschaft der einzige Sektor, welcher durch seine Tätigkeit mehr CO2 in Rohstoffen bindet als er selbst ausstößt.

 

Die Landwirtschaft hat dank des Pflanzenanbaus ein mächtiges Regulierungsinstrument für den CO2-Kreislauf und der Sauerstoffproduktion in der Hand. Die Europäische Union hat dies bereits erkannt und Studien zum „Carbon Farming“ als neues Geschäftsmodell in Auftrag gegeben. Da sich der Handel mit CO2-Zertifikaten künftig zu einem großen Geschäft entwickeln wird, könnten klimafreundliche Pflanzen oder Anbaumethoden an Reiz gewinnen, wenn die Landwirtschaft nämlich verstärkt in den Handel mit CO2-Zertifikaten miteinbezogen werden würde.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird aufgefordert, mit der Bundesregierung in Verhandlungen zu treten, dass Maßnahmen und Richtlinien ausgearbeitet werden, die sicherstellen, dass die heimische Land- und Forstwirtschaft eine faire Abgeltung für die Bindung von CO2 in Wäldern sowie Acker- und Grünflächen erhält.

 

  1. Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

Salzburg, am 6. Oktober 2021

 

Svazek BA eh.

 

Berger eh.

Lassacher eh.

Rieder eh.

 

Dr. Schöppl eh.

Stöllner eh.

 

Teufl eh.