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Nr. 061 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(5. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Heilig-Hofbauer BA, Klubobfrau Mag.a Dr.in Humer-Vogl und Scheinast betreffend Umweltzeichen Green Museum für das MdMS

 

 

Ein aktueller Bericht der Vereinten Nationen prognostiziert, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2030 nicht sinken, sondern sogar 16 % über denen des Jahres 2010 liegen könnten. Vor der nächsten Klimakonferenz in Glasgow warnt nun UN-Generalsekretär António Guterres vor den Folgen weiter steigender Emissionen. Wenn wir die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht erreichen, dann drohe der „enorme Verlust von Menschenleben und Lebensgrundlagen“. Doch es sei noch nicht zu spät, die Ziele von Paris zu erreichen, so Guterres, sofern die Länder ihre Anstrengungen verstärkten. Es gilt daher umgehend alle Potentiale zu nutzen. Dies gilt insbesondere für Einrichtungen im unmittelbaren Einflussbereich der öffentlichen Hand.

 

Eine wesentliche Hilfe bei der Transformation in Richtung Klimaneutralität können für öffentliche Einrichtungen Zertifizierungsprozesse sein, in deren Rahmen konkrete Maßnahmen zur Dekarbonisierung und umfassenden Nachhaltigkeit erarbeitet werden. In Österreich gibt es mit dem österreichischen Umweltzeichen ein unabhängiges Gütesiegel, mit dem nicht nur Produkte ausgezeichnet werden, die höchsten ökologischen, gesundheitlichen und qualitativen Anforderungen entsprechen, sondern mittlerweile auch Veranstaltungen (Green Meetings & Events), Veranstaltungsräume (Green Locations) und seit dem Jahr 2018 auch Museen (ZU 200). Ergänzend zu den Qualitätsanforderungen an den Museumsbetrieb, wie sie etwa durch die Richtlinien der beiden wichtigsten Dachorganisationen des Museumswesens in Österreich, dem ICOM-Österreich und dem Museumsbund Österreich festgelegt werden und aufbauend auf den standortspezifischen Kriterien wie dem Gebäudemanagement, sowie den Kriterien zu „Management und Kommunikation“ des Umweltzeichens für Tourismus wurden für die neue Produktgruppe der „Museen und Ausstellungshäuser“ noch museumsspezifische Anforderungen ergänzt. Dabei geht es etwa um die Konservierung und Restaurierung. Hierbei wird darauf geachtet, dass Konservierungs- oder Restaurierungsarbeiten von fachlich geschulten und qualifizierten Restauratorinnen und Restauratoren durchgeführt werden, um einen sensiblen und nachhaltigen Umgang mit den Ausstellungsobjekten sowie besten Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Besucherinnen und Besucher zu gewährleisten. Ebenso wird darauf geachtet, dass der Einsatz der nötigen Chemikalien und Hilfsstoffe minimiert wird. Der nachhaltige Umgang mit den Ausstellungsobjekten bei Transport und Lagerung und die Materialienwahl beim Ausstellungsbau werden ebenso in den Kriterien thematisiert wie Anforderungen für externe Dienstleister vor Ort, zum Beispiel für Gastronomiebetriebe und Shops. Ein weiterer Kriterienblock behandelt die Integration der Bildung für nachhaltige Entwicklung in die Vermittlungsarbeit. Das Bildungsprogramm bzw. das Bildungsangebot des Museums bzw. des Ausstellungshauses soll eine Auseinandersetzung mit den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen der Vermittlungsarbeit fördern (Partizipation, Mehrperspektivität, kulturelle und soziale Unterschiede, Problemlösungskompetenz, Methodenvielfalt).

 

Bis dato wurden sieben Museen mit dem Umweltzeichen zertifiziert, die sich allesamt in Niederösterreich und Wien befinden. In Salzburg gibt es demnach noch kein Museum, das mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet wurde bzw. auch keines, das sich derzeit im Zertifizierungsprozess befindet. Ein entsprechendes Pilotprojekt ist überfällig. Anbieten würde sich für eine Zertifizierung des Museum der Moderne Salzburg, das sich zu 100 % im Eigentum des Landes befindet und sich bereits in seiner bisherigen Arbeit mit dem Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz auseinandergesetzt hat.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Salzburger Landesregierung wird aufgefordert, eine Zertifizierung der Museum der Moderne – Rupertinum Betriebsgesellschaft mbH einzuleiten. 

     

  2. Dieser Antrag wird dem Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 6. Oktober 2021

 

Heilig-Hofbauer BA eh.

Mag.a Dr.in  Humer-Vogl eh.

Scheinast eh.