Schwerpunkt:

Ortsentwicklung und Geschichte, Frühgeschichte, Handwerk, Fotografie, Sammlung alter Stiche, Bergbau, See- und Naturkunde, Mineralogie, Schifffahrt, Brauchtum, Schulwesen, Schi- und andere Sportarten, Alpinisten

Öffnungszeiten:

Bis auf weiteres geschlossen!

Auskunft:

Stadtgemeinde: +43 6542 766 (Sekretariat)

 
Kustos / Kustodin:
Mag. Erich Erker +43 699 81151045
 
Obmann / Obfrau:
Anneliese Reitsamer (Vereinsgründerin) und Peter Padourek (Vereinsgründer)
 
Museumsfläche:
294 m², 4 Stockwerke > 225 m²
Gründungsjahr:
1973
Rechtsträger:
Kulturverein Vogtturm Zell am See
 

In dem bereits vor mehr als 1000 Jahren genannten "Vogt- oder Kastnerturm" - im Stadtzentrum von Zell am See gelegen - ist in vier Stockwerken das Heimatmuseum Zell am See untergebracht. Der Eingang erfolgt von Norden, von der Kreuzgasse her.

Der Turm wird erstmals im Jahre 926 urkundlich genannt und als Fluchtturm erwähnt; neben der Kirche ist der Turm das älteste Gebäude der Stadt und dürfte als militärischer Stützpunkt für das im Jahr 748 gegründete kleine Kloster (Cella in Bisontio) von besonderer Bedeutung gewesen sein. Der Turm ist mit dicken Mauern ausgeführt, wobei die verwendeten Steine Findlinge des Schmittenbaches sind, die dieser auf dem Schuttkegel, auf dem Zell am See entstand, anschwemmte.

In der Zeit, als die landesfürstlichen Pfleg- und Landgerichte entstanden, hatte der Turm seine einstige Bestimmung als Vogt- und Fluchtturm verloren. Über die Vögte, die das Amt seit Mitte des 9. Jahrhunderts als Vertreter vor Gericht- und Schutzherrn nach außen vertraten, ist nichts mehr bekannt. Die Auslugfenster mit den Sitzbänken in den oberen Stockwerken weisen noch auf diese Zeit hin.

Wegen der guten Durchlüftung verwendete man den Turm später als Getreidespeicher. Bei dem furchtbaren Brand 1770 wurde auch der Turm schwer in Mitleidenschaft gezogen, ein Sperrbalken im dritten Stock erinnert auf Grund seiner Brandspuren noch heute an diese Zeit. Bis 1850 wurden die Dachluken zum Wetterschießen verwendet, wo man durch den Kanonendonner das Aufziehen von Unwettern zu verhindern hoffte; durch den Einsatz der Kanonen bildeten sich aber große Sprünge - stählerne Haltespangen wurden deswegen später eingezogen.

Der Turm war über 100 Jahre im Besitz der Familie Kastner, daher auch die Bezeichnung Kastnerturm. Anno 1900 fuhr ein Kugelblitz bei einem schweren Gewitter durch den Kamin herab in die Küche; im damaligen Bericht stand zu lesen: "Die Köchin wurde zur Seite geschleudert und war ganz geschwärzt, gottlob waren Herd und Köchin nicht beschädigt!"

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten konnte im Jahr 1984 das Museum vom Rathaus Schloss Rosenberg in den Vogtturm übersiedeln und den Betrieb wieder aufnehmen. Im Mittelpunkt der umfangreichen Sammlung steht die lokale und regionale Geschichte sowie Kultur.

 
 
 
 
 
Rückfragen an: das jeweilige Museum
Änderungen an: Reinhold Bayer , Tel +43 662 8042 3066