Land verschärft Corona-Maßnahmen

Ab 17. Oktober: Veranstaltungsverbot landesweit / Home-Schooling für Oberstufenschüler / Kuchl unter Quarantäne
Salzburger Landeskorrespondenz, 15. October 2020

(LK)  Aufgrund der zuletzt vor allem im Tennengau aber auch in weiteren Landesteilen stark steigenden Corona-Infektionszahlen setzt das Land Salzburg nun verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung einer weiteren Ausbreitung. „Wir müssen rasch handeln, um einen unkontrollierten Anstieg zu vermeiden. Die Zahlen sind alarmierend“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer über die Maßnahmen, die er gemeinsam mit den Spitzen der Landesregierung vorstellte.

„Es ist absehbar, dass wir im Gesundheitsbereich bald an die Kapazitätsgrenzen stoßen werden. Wir haben die unbedingte Notwendigkeit, jetzt Maßnahmen zu setzen, um nicht in einen Lockdown zu gehen“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Die verschärften Maßnahmen gelten ab Samstag, 17. Oktober, 00.00 Uhr, bis vorerst Sonntag, 1. November, 24.00 Uhr. Die Polizei wird die Einhaltung überwachen.

Die landesweiten Maßnahmen im Überblick

  • Verschärfte Einschränkungen bei Veranstaltungen
  • Die Oberstufen der Schulen (ab inklusive der 9. Schulstufe) stellen außer im Pinzgau und Lungau auf Home-Schooling um.
  • Bei Begräbnissen sind maximal 100 Personen erlaubt.
  • Alle sollen - wenn möglich - im Home Office arbeiten.

Quarantäne für Kuchl

Für die Tennengauer Gemeinde Kuchl gilt eine allgemeine Quarantäne:

  • Ein- oder Ausfahrt in die und aus der Gemeinde mit Ausnahme der Grundversorgung (Lebensmittel, Landwirtschaft, Heizmaterial, Einsatzfahrzeuge, Warenlieferung zu Firmen) nicht möglich.
  • Handelsgeschäfte können offenhalten, allerdings nur für Ortsbürger.
  • Der Aufenthalt draußen ist auf Bewegung im Freien, Nachbarschaftshilfe und Einkäufe beschränkt.
  • Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe schließen komplett.

 

Stöckl: „Höchste Zeit zu handeln.“

„Es ist höchste Zeit, dass wir handeln. Die Zusammenarbeit der Spitälern funktioniert hervorragend, wir sind gut aufgestellt und können in so gut wie allen Landesteilen Covid-Patienten aufnehmen und behandeln. Aber wenn es mit den Infektionszahlen so exponentiell weitergeht, sind wir innerhalb von zehn bis zwölf Tagen an der Kapazitätsgrenze. Das müssen wir verhindern, und deshalb diese Maßnahmen“, sagte Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

Schellhorn: „Alle müssen Vorgaben einhalten, um gefährdete Gruppen zu schützen.“

„Es ist an der Zeit für einen dringenden Appell. Wenn wir unsere verletzlichen Gruppen wie Menschen in Senioren-Wohnhäusern und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen schützen wollen, müssen wir uns alle an die Vorgaben halten. Die nächsten beiden Wochen sind ganz entscheidend, dass wir von den aktuellen Zahlen wieder herunterkommen“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn. „Wir wollen auch Kulturveranstaltungen weiter ermöglichen. Hier hat sich die konsequente und strenge Einhaltung der Maßnahmen bewährt und das ist auch weiterhin notwendig.“

Klambauer: „Kindergärten mit erhöhten Schutzmaßnahmen offenhalten.“

„Wichtig war mir, dass die Kindergärten und die Schulen bis einschließlich der Unterstufen unter erhöhten Schutzmaßnahmen weiter offen bleiben können. Wir haben derzeit landesweit eine Einrichtung geschlossen und setzen alles daran, dass es zu keinen weiteren Schließungen kommt. Daher sind die Maßnahmen richtig und notwendig“, betonte Landesrätin Andrea Klambauer.

Juhasz: „Fehlende Kooperation erschwert Eindämmung.“

„Es wird derzeit in sozialen Medien aufgerufen, unkooperativ zu sein und sich nicht an die Maßnahmen zu halten, das ist unverantwortlich! Und das erschwert die Arbeit beim Contact Tracing und Eindämmung des Corona-Virus enorm. Wir müssen alles unternehmen, dass es vor allem in sensiblen Bereichen wie Seniorenhäusern zu keiner weiteren Ausbreitung kommt. Mir liegt die Gesundheit der gesamten Bevölkerung am Herzen und es geht jetzt nicht anders als zu diesen Maßnahmen zu greifen“, betont Landes-Sanitätsdirektorin Petra Juhasz.

Das Salzburger Covid-Maßnahmenpaket im Detail

Im gesamten Bundesland gilt ab Samstag ein Verbot für Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze, egal ob drinnen oder draußen. Ausnahmen gibt es nur für den Profisport und Gruppentraining von Spitzensportlern. Bei Veranstaltungen mit zugewiesenen und gekennzeichneten Plätzen dürfen keine Speisen oder Getränke angeboten werden. Private Feiern außerhalb der eigenen Wohnung sind verboten. Die Schul-Oberstufen ab inklusive der 9. Schulstufe schließen und stellen auf Distance Learning beziehungsweise Home-schooling um. Ein Besuch in Gastronomiebetrieben ist nur mit einer Registrierung möglich, die Sperrstunde um 22 Uhr bleibt aufrecht, ausgenommen sind Gäste in Beherbergungsbetrieben. An Begräbnissen dürfen höchstens 100 Personen teilnehmen. Die geltende Maßnahmen-Verordnung für den Tennengau wird bis 1. November, 24.00 Uhr, verlängert, nur Aus- und Fortbildungsveranstaltungen, bei denen alle Corona-Auflagen eingehalten werden, sind erlaubt. LK_201015_62 (sm/mel)

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